Loading...
Matteo Thun

Matteo Thun

Design, Wohlfühlambiente und herausragende Hotelprojekte

Text: Matteo Thun

Der aus Südtirol stammende Designer und Architekt Matteo Thun hat sich mit seinen Werken über die Jahre einen international bekannten Namen gemacht. Vor allem mit seinen Kreationen im Bereich der Hotellerie konnte sich der 67 Jährige erfolgreich positionieren. Der italienische Künstler studierte Architektur an der Universität in Florenz und durfte sich kurz nach seiner Ausbildung Mitbegründer der "Memphis" Gruppe in Mailand nennen. Im Jahr 1984 gründete der Baumeister sein eigenes Studio in der italienischen Metropole und rief 2001 das Unternehmen Matteo Thun&Partners ins Leben.

Grüne Architektur ist kein Trend – es ist die Rückkehr zur Normalität.

Die aktuelle Debatte über Umwelt, Klimawandel und nachhaltigen Konsum, die Visionen von Wissenschaftlern und Philosophen, die der Natur und der Pflanzenwelt eine heilende Rolle zuschreiben, und die Aktivitäten internationaler Naturschützer haben uns für dieses so wichtige Thema – Green Architecture – sensibilisiert.

Als Architekten versuchen wir aber inzwischen, zwei Wörter aus unserem Wortschatz zu streichen: Nachhaltigkeit und Ökologie. Beide sind Pleonasmen – es ist also völlig unnötig, darüber zu sprechen. Denn wenn ein Architekt nicht nachhaltig ist, nicht ökologisch handelt, dann sollte er diesen Beruf nicht ausüben. Wir haben die beiden Worte mit „Dauerhaftigkeit“ ersetzt. Mit ästhetischer und bautechnischer Dauerhaftigkeit. Auch die Autorenschaft soll bei unseren Projekten nicht ablesbar sein.

Zusammen mit „Elle Decor“ entwickelte Matteo Thun & Partners eine Ausstellung im Palazzo Morando in Mailand.

 

Dies gilt natürlich auch für unsere Hotelprojekte – in der Stadt sowie in der Natur. Das SIDE Hotel in Hamburg beispielsweise hat nach 2 Jahrzehnten nun eine leichte Renovierung erfahren. Das Vigilius Mountain Resort in Südtirol war unser erstes Hotel, das vollständig gemäß Nachhaltigkeitskriterien gebaut wurde, und heute, nach über 20 Jahren, ist die Lärchenholzfassade mit ihrer silbernen Patina wunderbar gealtert – so wie der Wald, der das Resort umsäumt. Die Natur und ein ganzheitlicher Gestaltungsansatz war Ausgangspunkt für das gesamte Projekt. Um Ihnen als Hotelgast eine einfache Zertifizierung anbieten zu können, sozusagen einen roten Faden, haben wir für unsere Hotels das Konzept der drei Zeros etabliert: Null Kilometer: Baustoffnähe und lokale Kompetenz. Null CO2: Energiemanagement und weniger Emissionen. Null Abfall: Lebenszyklus-Management im Bauprozess und Wiederverwendung von Baustoffen.

Eine immer größere Rolle bei der Entwicklung von Hotels spielen auch die Themen Wellbeing und Gesundheit. Wenn Sie eine Reise planen, möchten Sie sichergehen, dass das Essen frisch zubereitet ist und mit regionalen Zutaten gekocht wird. Sie möchten etwas für Ihren Körper tun – auch präventiv. Sie möchten natürliche Materialien „atmen“. Sie sind an dem Ort in seinem physischen Kontext interessiert, an der Architektur und den Ritualen, die im Hotel angeboten werden. Wir versuchen daher, die Ästhetik mit Hospitality zu verbinden und das Verhältnis zwischen physischem Raum und geistigem sowie körperlichem Wohlbefinden zu beeinflussen. Denn: „hospes“ (lat.) bedeutet „Gast“.

Eines der neuesten Projekte von Matteo Thun: das „Waldhotel“ am Bürgenstock bei Luzern. | Lichtdurchflutet mit Blau- und Brauntönen sind die Zimmer im „The Fontenay Hamburg“.

 

So ist auch das Waldhotel am Bürgenstock bei Luzern entstanden. Im Waldhotel, das sich auf Medical Treatments spezialisiert, konzentriert sich alles auf das Wohlergehen des Gastes und schafft eine Symbiose zwischen Gesundheitswesen und Tourismus. Bis ins kleinste Detail durchdachte Aspekte in der Architektur und dem Interieur unterstützen diesen Ansatz.  Am Hang gelegen, wird das Hotel in einigen Jahren eins mit dem Berg werden. Die Struktur des Gebäudes ist aus lokalem Holz und dem Aushub des Berges gestaltet und die unterschiedlichen Terrassen sind entsprechend begrünt. Wir nennen das „botanical architecture“. Natürliche Materialien, eine Verschmelzung von innen und außen, ein bewusster Umgang mit Licht und warme Farben begünstigen unsere Gesundheit im Allgemeinen und Heilungsprozesse im Besonderen.

Aufgrund unserer Erfahrungen auf diesem Gebiet hat uns die italienische Zeitschrift Elle Decor für ihr jährliches Projekt „Elle Decor Grand Hotel“, eine Ausstellung im Palazzo Morando in Mailand, ausgewählt. In Zusammenarbeit mit einem Landschaftsarchitekten und einem Ernährungswissenschaftler haben wir in der Ausstellung „Design Therapy“ das Thema Wellbeing und Gesundheit in der Welt der Hotellerie in Szene setzen können: „Design Therapy“ versucht, Natur und Natürlichkeit, die Stimulation der Sinne, Frische, Ernährungsaspekte sowie lokales und regionales Handwerk zu vereinen und so körperliches und seelisches Wellbeing zu erreichen. Die Installation zeigt die Stärke eines einfachen, schlichten Designs für eine Vision von Hospitality, bei der die Kraft der Natur eine zentrale Rolle spielt.

Die Lehmwände in den Zimmern des „Vigilius Mountain Resorts“ dienen als Heizung.

 

Picture credits: Nacho Alegre; Marco Bertolini; Waldhotel; The Fontenay; Vigilius Mountain Resort

 

Hier geht's zur Villa Eden, einem weiteren Werk von Matteo Thun:

Villa Eden Luxury Resort