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Blue Zones: Deshalb leben Menschen in diesen Regionen der Erde am längsten und gesündesten

Blue Zones: Deshalb leben Menschen in diesen Regionen der Erde am längsten und gesündesten

Das Geheimnis eines langen Lebens

Text: Redaktion

Das Geheimnis rund um ein langes, gesundes Leben fasziniert die Menschheit seit jeher. Und auch Wissenschaftler sind besonders interessiert an den Gegenden dieser Erde, in denen die Menschen scheinbar mühelos alt werden und dabei auch noch gesund bleiben. Bereits 2005 erschien ein Artikel von Dan Buettner in der Zeitschrift „National Geographic“, in dem er eine jahrelange Forschungsreise rund um die Welt beschreibt. Darin machte er es sich mit einem Team aus Wissenschaftlern zur Aufgabe, genau die Gegenden rund um den Globus zu erforschen, in denen die Bewohner am ältesten werden und gesund sind.

Das Ergebnis: Er hat insgesamt fünf Orte gefunden, denen er den Namen „Blue Zones“ gab. Hier finden Sie die Orte auf der Welt, in der ein langes und gesundes Leben möglich ist.

Ikaria in Griechenland

Ikaria liegt in der nördlichen Ägäis und zählt etwa 8.000 Einwohner. Einen Namen hat sich Insel gemacht, da sie zu den Orten mit den weltweit niedrigsten Sterberaten im mittleren Alter zählt. Dan Buettner erklärt sich diesen beeindruckenden Umstand damit, dass sich die meisten Insel-Bewohner an die als sehr gesund geltende Mittelmeerdiät halten. Das bedeutet, dass sie viel Gemüse, Fisch und Olivenöl zu sich nehmen – wovon es in Griechenland reichlich gibt. Laut dem Forschungsbericht schreiben die Einheimischen ihre lange Lebenserwartung dem biologisch angebauten Gemüse, dem sauberen Wasser, sowie der stetigen Meeresbrise zu. Ein paar Bewohner führen die niedrige Sterberate auch auf die Herzlichkeit, sowie den Sinn für Gemeinschaft auf Ikaria zurück. Was nun immer der Grund dafür sein mag; fest steht, dass diese griechische Insel eine Blue Zone ist.


Olivenöl ist ein großer Bestandteil der Ernährung auf der Insel Ikaria und soll unter anderem für eine höhere Lebenserwartung sorgen. 

Okinawa in Japan

Auch in Japan findet man eine sogenannte Blue Zone – und zwar auf der Insel Okinawa, im Süden des Landes. Bekannt ist der Ort, weil dort die ältesten Frauen der Welt leben sollen. Dafür verantwortlich sein könnte mitunter das subtropische Klima, wodurch die Einheimischen vermehrt Süßkartoffeln, Soja und zahlreiche Gemüsesorten anbauen und dementsprechend auch essen. Doch auch das „Ikagai“-Prinzip soll ein Grund für das hohe und gesunde Alter der Menschen sein. Denn das bedeutet so viel, wie „lebenswert“ und setzt den Fokus nicht auf die materiellen Dinge, sondern viel mehr darauf, dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens seine persönliche Berufung findet und diese auch bis ins hohe Alter lebt und genießt. Daher gibt es auf dieser Insel auch über 80-Jährige, die jeden Tag für den jährlichen Zehnkampf trainieren.


Auf der Insel Okinawa, südlich von Japan sollen die ältesten Frauen der Welt leben.

Ogliastra auf Sardinien

Während in Japan die ältesten Frauen der Welt leben sollen, sind es in Ogliastra auf Sardinien die Männer, die besonders alt werden. Darum wird diese Gegend auf der Welt auch als Blue Zone eingestuft. Viele der alten Männer sind noch bis ins hohe Alter leidenschaftlich als Hirten tätig. Die Bewohner glauben daran, dass sie durch ihre besonders gesunde Ernährung und Lebensweise so alt werden. Denn am Menüplan stehen hauptsächlich pflanzliche Lebensmittel wie Kartoffeln, Bohnen, Getreide und Gemüse. Aber auch die Milchprodukte der eigenen Weidetiere sollen die Gesundheit fördern, indem sie den Körper mit Omega-3-Fettsäuren versorgen. Ein weiterer Grund, wieso Menschen speziell an diesem Ort auf Sardinien so alt werden, könnte sein, dass sie wahre Familienmenschen sind, immer am selben Ort bleiben und ihr Ansehen immer größer wird, je älter sie sind.


Hier lässt es sich gerne bis ins hohe Alter leben: Der Ort Ogliastra auf Sardinien.

Loma Linda in Kalifornien

Besonders spannend wird es in Kalifornien. Denn in der Kleinstadt Loma Linda, die gleichzeitig auch als Blue Zone bezeichnet wird, werden die Menschen vier bis zehn Jahre älter, als der durchschnittliche Kalifornier. Doch nicht jeder Bewohner dieses Ortes hat diese hohe Lebenserwartung – hauptsächlich sind es Anhänger der christlichen Religionsgemeinschaft „Siebenten-Tags-Adventisten“. Forscher glauben, dass die Adventisten seltener an Krebs erkranken und kaum Herz-Kreislauf-Probleme haben, da sie sich ausschließlich pflanzlich und natürlich ernähren. Die Bewohner selbst sagen, dass der Glaube sie gesund und munter halte. Ganz aus der Luft gegriffen ist diese Behauptung nicht – denn laut Wissenschaft ist es bereits nachgewiesen, dass Menschen, die einen besonders starken Glauben haben und regelmäßig die Kirche besuchen, etwas länger leben und gesünder sind, als der Durschnitt.


Der Glaube soll laut den Einheimischen dafür verantwortlich sein, dass die Adventisten ein langes und gesundes Leben führen. 

Auf der Halbinsel Nicoya in Costa Rica

Die fünfte Blue Zone befindet sich in Costa Rica – auf der Halbinsel Nicoya, um genau zu sein. Auch dort ist die Sterblichkeitsrate im mittleren Alter sehr niedrig. Nach Sardinien, leben dort die meisten über 100-jährigen Männer. Laut dem Forschungsteam rund um Buettner, liegt das vor allem an der regelmäßigen, gesunden Bewegung, die Einheimische dort ausüben. Doch auch die überaus starke soziale und spirituelle Gemeinschaft der Insel-Bewohner soll dafür sorgen, dass die Menschen dort bis ins hohe Alter gesund bleiben.


Eine Mischung aus viel Bewegung und sozialen Kontakten ist laut den Einwohner der Halbinsel Nicoya ausschlaggebend für das Erreichen eines hohen Alters. 

Das haben die Blue Zones gemeinsam

Die Frage, die sich hier stellt: Haben diese Zonen auf der Erde eine Gemeinsamkeit oder liegt es lediglich an Zufällen, dass Menschen genau hier sehr alt und kaum krank werden. Dan Buettner hat die Antwort. Denn während seiner Forschungsreise sind ihm sehr wohl Dinge aufgefallen, die sich an jedem der fünf Orte bemerkbar machen.

  • Auf eine gewisse Art und Weise ist jeder der fünf Orte isoliert. Entweder handelt es sich bei den Blue Zones um Inseln, Halbinseln, Kleinstädte oder Regionen im Gebirge.
  • Tradition wird bei den Einheimischen der Blue Zones groß geschrieben: Die meisten führen ein Leben als Hirten, Fischer und Landwirte und bewegen sich dementsprechend auch häufig in freier Natur.
  • Auch auf die Ernährung wird in diesen Gegenden besonders wert gelegt. Sie essen hauptsächlich das, was rund um ihre Umgebung wächst und gefangen werden kann.
  • Eine weitere Sache, die alle Blue Zones gemeinsam haben, ist das soziale Netz, das rund um die Einwohner besteht. Auch die Menschen im hohen Alter werden in ihren Familien- und Freundeskreisen angesehen, eingebunden und gestalten somit auch das Leben aktiv mit.
  • Dadurch, dass all diese Regionen in subtropischen bis tropischen Gegenden liegen, könnte auch das bekannte Vitamin D dafür sorgen, dass diese Menschen besonders alt werden und gesund bleiben. Denn die Kraft der Sonne ist nicht zu unterschätzen.

Die fünf Blue Zones rund um den Globus verteilt, sind einen Besuch wert. 

 

 

Picture Credit: Momax / Pixabay, Ulrike Leone / Pixabay, Simon Steinberger / Pixabay, Sebastian Corrales / Unsplash, Pablo Heimplatz / Unsplash, Thuy Habich / Pixabay