Travelguide Genfer See

Der Genfer See ist der größte und zugleich wasserreichste Binnensee Mitteleuropas.

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Der Genfer See ist der größte und zugleich wasserreichste Binnensee Mitteleuropas.

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Der Genfer See ist für Geografen, Historiker und nicht zuletzt für Genießer ein Ort der Superlative. Der größte und zugleich wasserreichste Binnensee Mitteleuropas heißt auf Französisch »Lac Leman«. Der Begriff »le man« stammt aus dem Keltischen und wird übersetzt mit »großes Wasser«.

Insbesondere das Nord- und gleichzeitig das Schweizer Ufer des Genfersees ist einerseits geprägt vom Weinbau, andererseits von Ortschaften, die Genießern und Kultur-interessierten wohlbekannt sind. Montreux und Vevey liegen genauso an der »Schweizer Riviera« wie Lausanne oder Nyon. Das Südufer gehört zu Frankreich. Auch wenn es aus Schweizer Sicht so aussieht, als ob die Alpen direkt aus dem Wasser in den Himmel ragten, befindet sich hier etwa das Örtchen Evian – Wassertrinkern weltweit ein Begriff.

Blick auf das historische Wahrzeichen des Genfer Sees ­Château de Chillon.
Blick auf das historische Wahrzeichen des Genfer Sees ­Château de Chillon. 

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Glasklar ist er, der Genfer See, Heimat für Franzosen und Schweizer, für Reben und nicht zuletzt für eine große Anzahl Fischarten. Klar servieren die besten Gastronomen hier Lokales – auf dem Teller und im Glas. Neben den größeren Ortschaften konzen­trieren sich die gastronomischen Höhenflüge am Genfer See vor allem im Rebenmeer des Lavaux – die kleinen Winzerdörfer sind wahre Magnete für Genießer. So entstanden hier wahre Institutionen der Westschweizer Gastkultur.

Schon seit einigen Jahren eine fixe Größe am See ist die »Auberge de l’Onde« in Saint-Saphorin. Zu verdanken ist das insbesondere dem charismatischen Sommelier und Gastgeber Jérôme Aké Béda. In der Elfenbeinküste geboren, begann er sich in den 80er-Jahren in Frankreich für Wein zu interessieren. »Make Chasselas great again!«, lautet eines der Credos von Aké Béda. Mit viel Begeisterung und nicht weniger Witz probiert er, seine Gäste für die seiner Meinung nach unterschätzte und am See allgegenwärtige Sorte zu begeistern. Auf der Weinkarte der »Auberge de l’Onde« stehen unzählige lokale Tropfen, darunter gereifte Raritäten, die man so einfach nirgendwo anders findet. Küchenchef Christophe Mazzieri ist auf die klassische »Rotisserie« spezialisiert, im großen Gastraum in der ersten Etage wird im offenen Kamin auf hohem Niveau gegrillt.

Gourmettempel am Genfer See

Unvergleichlich und wohl das Allerschönste am Genfer See ist das einzigartige Panorama. Am besten lässt es sich bei einer romantischen Schifffahrt mit einem der alten Dampfer bestaunen. Mit ungetrübtem Blick auf das wunderschöne Schloss Chillon beispielsweise, eines der historischen Wahrzeichen des Sees. Eine andere Möglichkeit ist ein genussvolles Abend- oder Mittagessen in einem Panoramarestaurant. Ein Insider-Tipp ist die Lounge-Terrasse des Hotels »Le Baron Tavernier« in Chexbres. Ein Ausflug lohnt sich, denn die Terrasse des Hotels mit dem Namen »Le Deck« bietet eine einmalige Aussicht und kulinarische Höhenflüge ebenso.

Wer die vielfältige Weinwelt des Genfer Sees entdecken möchte, sollte unbedingt dem Vinorama Lavaux einen Besuch abstatten. In der Gebietsvinothek in modernem, reduziertem Design kann man sich fast durch das ganze Lavaux degustieren. Rund 290 Weine stehen zur Auswahl, darunter natürlich viele Tropfen aus der ungeschlagenen Königin der Region, der Rebsorte Chasselas.

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