Long Weekend Luzern: Genuss am See

Einst abgebrannt, heute eines der beliebtesten Sujets: die Kapellbrücke.

© GettyImages | Glem Driver

Einst abgebrannt, heute eines der beliebtesten Sujets: die Kapellbrücke.

Einst abgebrannt, heute eines der beliebtesten Sujets: die Kapellbrücke.

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Freitag

Am Freitag geniessen wir die Sonne am Reuss-Ufer und begeben uns in die urbane Kulinarikszene Luzerns.

Wir checken ein im «Schweizerhof», einem nostalgischen Luxuspalast am Quai des Vierwaldstättersees. Hier steigen gerne auch mal Formel-1-Grössen wie Lewis Hamilton ab, und selbst die Queen soll hier in den 80er-Jahren genächtigt haben. Schnell das Gepäck abstellen, frisch machen und raus in die Nachmittagssonne.

Nach einem etwa zehnminütigen Spaziergang entlang der malerischen Reuss sitzen wir auf der Terrasse des «Hotel des Balances». Wir geniessen einen Kaffee und den Blick auf die malerische Altstadt, inklusive der hölzernen Kapellbrücke – dem Wahrzeichen von Luzern.

Glücklicherweise wurde die im 14. Jahrhundert erbaute Brücke, nachdem sie im Jahr 1993 fast vollständig abbrannte, wieder aufgebaut. Ein Segen für die Stadt und die Touristen, die sich hier für einmal nicht wirklich zu drängen scheinen. Den Hunger, der sich mittlerweile breitmacht, möchten wir im «Stiefels Hopfenkranz» stillen, einem Traditionslokal Luzerns, das seit einigen Jahren von Moritz Stiefel und seiner Frau Luigina geführt wird, die frischen Wind in die Stadt gebracht haben. Hier zelebrieren zwei kreative Persönlichkeiten moderne Gourmetküche in schlichtem Ambiente. Auf den Teller kommen Gerichte wie die «Alpensardine» oder «Hanf ohne Dampf».  

Noch Lust auf einen Absacker? Dann ab in die «Karel Korner»-Bar in der Winkelriedstrasse. Eine schlichte, moderne Bar, in der Barkeeperin Judith Lauber die Gäste mit kreativen, zeitgemässen Cocktails verwöhnt. Auf dem Weg zurück ins Hotel schlendern wir entlang der Seepromenade vor dem Casino und geniessen den wunderbaren Ausblick auf das erleuchtete KKL. Jenen legendären, vom Stararchitekten Jean Nouvel entwor­fenen Pilgerort für Musikfans aus der ganzen Welt.

Samstag

Wir schlendern über den belebten Wochenmarkt entlang der Reuss, bestaunen Picasso und lassen uns kulinarisch verwöhnen.

Zum Frühstücken schlendern wir am Morgen ins «Mill’Feuille». Ein kleines Restaurant in einer ehemaligen Bäckerei, das direkt an der Reuss liegt. Wir sitzen draussen, geniessen die Sonne und Onsen-Ei mit Blattspinat und Sauce Hollandaise. Auf der Frühstückskarte finden Feinschmecker vielfältige kreative Gerichte – ein perfekter Start in den Tag.

Anschliessend schlendern wir über den Luzerner Wochenmarkt, der jeweils samstags und dienstags beidseits der Reuss am Rathausquai und Unter der Egg sowie auf dem Jesuitenplatz und in der Bahnhofstrasse stattfindet. 

Eine Luzerner Institution und mit Sicherheit einer der schönsten Märkte der Schweiz – ein Pflichtbesuch also für jeden Kulinarikfreund. Hier finden Geniesser, was das Herz begehrt. Von frischem Gemüse über Fleisch bis hin zu vorzüglichem Käse. Regionale Spezialitäten, angeboten von lokalen Händlern, die gerne für einen Schwatz zu haben sind und Probierhäppchen anbieten.

Das Ufer und der Markt werden von kleinen Cafés und Bistros gesäumt, in denen an diesem Morgen reger Betrieb herrscht. Dann bummeln wir durch die Gassen und Einkaufsstrassen und kaufen die berühmten, mit Kirsch gefüllten «Lozärner Rägetröpfli» in der Konditorei «Heini». Nach unserer Shoppingtour geht’s in eine unserer Lieblingsbeizen, die «Jazzkantine», wo wir uns mit Spargeln aus dem Luzerner Seetal und frischem Fisch vom Vierwaldstättersee verwöhnen lassen. Beseelte, moderne Küche, wie wir sie lieben. 

Einen kurzen Fussweg entfernt liegt die Sammlung Rosengart, ein Museum mit hochkarätigen Meisterwerken der Moderne: Picasso, Klee, Matisse oder Cézanne sind hier unter anderem zu bestaunen. Der Galerist Siegfried Rosengart hat hier über 300 Exponate zusammengetragen. Den Tag lassen wir im «Olivo» ausklingen, wo Chef Hugues Blanchard leichte, mediterrane Fischküche auf höchstem Niveau abliefert.

Sonntag

Erst geht es mit der steilsten Zahnradbahn der Welt in die Höhe, dann lassen wir das Wochenende bei Haute-Cuisine ausklingen.

Mini-Zmorge direkt beim Löwendenkmal: Im hippen «Alpineum», Bar und Kaffeehaus in einem, gibt’s Pain au Chocolat und einen perfekten Espresso. Für uns eines der schönsten Cafés in Luzern – gemütliches, modernes Ambiente in historischer Kulisse. Glaceliebhaber finden direkt nebenan in der zugehörigen «Gelateria dell’Alpi» die besten Eiskreationen der gesamten Stadt.

Wir aber haben ein anderes Ziel: den Pilatus. Auf dem Weg zum Bahnhof erblicken wir unzählige schmucke Altbauten, wie sie für Luzern so typisch sind. Erst müssen wir nach Alpnachstad, wo die Talstation der steilsten Zahnradbahn der Welt liegt. Diese, im Jahr 1889 in Betrieb genommen, bringt uns bei bis zu 48 Prozent Steigung und vorbei an blühenden Alpenwiesen und markanten Felsformationen in etwa 30 Minuten zur Bergstation Pilatus Kulm. 

Hier oben geniessen wir den atemberaubenden Ausblick und die kühle, frische Bergluft, bevor es wieder zurück in die Stadt geht. Zum Mittagessen besuchen wir einen Luzerner Klassiker, das «Old Swiss House». Hier kocht Fabian Ballosch hervorragend bodenständig. Wir gönnen uns den Klassiker des Hauses, das nach eigenen Aussagen «weltberühmte» Wiener Schnitzel – eine knusprige, zarte Leckerei. Anschliessend heisst es die Koffer im «Schweizerhof» packen und rauf zum «Bürgenstock Resort», denn hier verbringen wir unsere letzte Nacht.

Mit dem Schiff geht es ans andere Ufer und mit der Zahnradbahn hinauf auf den Berg. Das Resort entstand übrigens bereits im Jahr 1871, als Franz Josef Bucher und Josef Durrer das Grundstück des heutigen Bürgenstocks am Grat des Bürgenbergs kauften. Zwei Jahre danach nahmen sie den Betrieb auf. Heute, knapp 150 Jahre später, umfasst es vier Hotels und neun Restaurants. Wir checken im «Waldhotel» ein, dem weltweit grössten Gabionen-Bau mit 137 Zimmern in modernem, ruhigem Design. Für Letzteres erhielt das Hotel letztes Jahr sogar den Red Dot Design Award.

Neben der Ruhe hier oben ist es vor allem die Genusswelt, die uns begeistert. Unter den vielen Restaurants des Resorts findet jeder Geniesser etwas. Asienfans werden im Restaurant «Spices» fündig, das mit panasiatischer Küche glänzt und schon alleine wegen des atemberaubenden Ausblicks über den Vierwaldstättersee einen Ausflug wert ist.

Für uns geht es jedoch ins Restaurant «RitzCoffier» im «Bürgenstock Hotel». In die nostalgisch verklärte Kulisse einer historischen Hotelküche, wo wir moderne französische Küche geniessen, die unter anderem mit einem Stern ausgezeichnet ist. Was für ein grandioser Ausklang.

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