Long Weekend in Athen: Die besten Tipps

Die Akropolis thront seit 2500 Jahren über Athen. Die griechische Metropole ist gerade in der kühleren Jahreszeit einen Besuch wert.

© E+/Getty Images

Die Akropolis thront seit 2500 Jahren über Athen. Die griechische Metropole ist gerade in der kühleren Jahreszeit einen Besuch wert.

Die Akropolis thront seit 2500 Jahren über Athen. Die griechische Metropole ist gerade in der kühleren Jahreszeit einen Besuch wert.

© E+/Getty Images

Freitag

Stadtbummel und ein Imbiss im quirligen »Cookoovaya«. Das berühmteste Restaurant Athens, das »Spondi«, besuchen wir am Abend.

Auf den ersten Blick ist Athen keine besonders schöne Stadt – und das nicht erst seit den verheerenden Waldbränden, die vergangenen Sommer gewütet haben. Auch das Image der Stadt ist alles andere als verlockend. Metropolen wie Rom oder Paris haben es da allemal besser. Athen ist anders, es ist wild, rau und hat einen ganz speziellen Charme, der sich einem erst erschließt, wenn man in die Stadt eintaucht. Athen besitzt, abseits kultureller Monumente wie der Akropolis, eine großartige Museumsszene. In allen erdenklichen Ecken gibt es spannende Bars, einige davon zählen sogar zu den besten der Welt.

Der Monastiraki-Platz im Herzen der Altstadt bietet nicht nur einen fabelhaften Blick auf die Akropolis, sondern beherbergt auch einige antike historische Sehenswürdigkeiten sowie zahlreiche Restaurants, Bars und Tavernen.

Der Monastiraki-Platz im Herzen der Altstadt bietet nicht nur einen fabelhaften Blick auf die Akropolis, sondern beherbergt auch einige antike historische Sehenswürdigkeiten sowie zahlreiche Restaurants, Bars und Tavernen.

© Getty Images

Die Stadt hat, wie zuletzt, viele Krisen erlebt – und sie alle auf wundersame Weise überstanden. Auch die Restaurantszene hat sich in den Jahren vor Corona stark gewandelt. Ganz generell hatte die griechische Küche lange Zeit den Ruf, eher langweilig und simpel zu sein. Das ist längst anders. Junge griechische Köche einer neuen Generation kochen inzwischen massiv – und mit Erfolg – gegen das Langeweiler-Image an. Vor allem das »Funky Gourmet« galt
als Inbegriff einer neuen und innovativen griechischen Küche. Es hatte zwei Michelin-Stern, musste aber im Zuge der Pandemie leider schließen.

Überstanden hat die Krise hingegen das »Cookoovaya« in der Nähe des »Hilton Hotels«, wo ein eher junges Publikum verkehrt. Es ist ideal für einen Mittagstisch. Gegründet wurde das pulsierende Restaurant 2014 von fünf höchst ambitionierten Küchenchefs. Mit spielerischer Leichtigkeit sorgen sie für eine moderne und lockere Küche, wie es sie in der Stadt in früheren Zeiten nicht gegeben hat. Am Abend geht es dann in das »Spondi«, es ist eine würdige und zeitgemäße Alternative zum »Funky Gourmet«. Das »Spondi«, mit zwei Michelin-Sternen und Küchenchef Angelos Lantos, ist heute das berühmteste Restaurant der Stadt. Hier trifft sich seit Jahrzehnten die Elite und delektiert sich an grandiosen Kreationen.

Samstag

Nach einer Sightseeing-Tour essen wir zu Mittag im Restaurant des »New Hotel«, dem vom Design her wohl außergewöhnlichsten Lokal in Athen.

Die Anzahl der historischen Stätten und Denkmäler in Athen ist gigantisch. Allen voran die Akropolis – das Wahrzeichen der griechischen Hauptstadt. Sehenswert sind auch der weltberühmte »Turm der Winde«, die Kirche Panagia Gorgoepikoos, das Panathenäische Stadion sowie das Archäologische Nationalmuseum. Die über 5000 Jahre alte Geschichte der Stadt ist an vielen Orten spürbar, Athen ist aber auch eine bizarre Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Moderne. Das zeigt sich etwa am Beispiel des »New Hotel«, ein architektonisches Gesamtkunstwerk, wie es nur wenige gibt.

Eröffnet wurde das Hotel vom zyprischen Kunstsammler Dakis Joannou, der sein Geld als Bauunternehmer verdient. Wer dieses Hotel zum ersten Mal betritt, fühlt sich wie in einer stylischen Traumwelt: Stühle, die aussehen wie Pflanzenkelche, Waschbecken, die sich wie Backenzähne aus dem Zimmerboden schrauben. Auch die Aussicht über die Stadt ist spektakulär. Deshalb empfehlen wir einen Besuch im Hotelrestaurant, auch wenn man hier nicht wohnen sollte. Das »New Taste« ist für alle zugänglich und wartet mit einer erfrischend modernen Küche auf. Wer will, kann sich die Gerichte hier auch im siebenten Stock servieren lassen, dann ist ein 360-Grad-Blick über Athen inklusive.

Für den Abend empfehlen wir das Restaurant »Hytra« im sechsten Stock des Onassis-Kulturzentrums mit einer mondänen Bar und Sicht auf die Syngrou-Avenue, im Hintergrund die Akropolis. Das »Hytra« hat einen Michelin-Stern, hier werden sagenhaft gute Produkte auf eine moderne Art zubereitet, wie es nur in den besten Restaurants der Welt üblich ist. Küchenchef Tassos Mantis ist einer der neuen Küchenstars in Athen, er ist scheu und kommt nur selten aus seiner Küche, gilt er doch als sensibles Genie.

Sonntag

Zu Mittag ein Besuch im Seafood-Klassiker »Varoulko«, am Abend im ultramodernen »Aleria«. Danach ab in eine der sagenhaften Bars der Stadt – etwa ins »Baba au Rum«.

Zwei Museen sind es, die man in Athen unbedingt gesehen haben muss: das Akropolis-Museum, das 2009 vom Pariser Architekten Bernard Tschumi neu gestaltet wurde und seither auf Stelzen über antiken und byzantinischen Ruinen schwebt. Und das »Benaki Museum« – dabei handelt es sich eigentlich um insgesamt sieben Museen, hier begegnet man praktisch der gesamten griechischen Kultur von der Antike bis heute, ein wahres Konzentrat ägäischen Stolzes.

Zu Mittag machen wir einen Ausflug in den Stadtteil Piräus und bestellen uns einen Tisch im Restaurant »Varoulko«, ein gediegenes, alteingesessenes Luxusrestaurant direkt am Meer. Die Küche von Lefteris Lazarou wurde 2002 zum ersten Mal mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet – dem ersten, der jemals an ein Restaurant in Griechenland verliehen wurde.

Am Nachmittag spazieren wir nach Kolonaki, das vor allem als Viertel der Cafés und Boutiquen berühmt ist. Und für den Abend haben wir einen Tisch im »Aleria« gebucht. Es befindet sich zwar in einem etwas düsteren Viertel Athens, drinnen aber geht es gediegen und architektonisch extravagant zu. Küchenchef Gikas Xenakis ist ein leidenschaftlicher Verfechter der modernen griechischen Küche, die sich hier von ihrer besten Seite zeigt.

Wer in Athen keine der unzähligen Bars besucht, der ist selber schuld. Zu den berühmtesten der Stadt zählt etwa das »Baba au Rum« von Thanos Prunarus, der sich auf Rum spezialisiert hat und über eine unglaubliche Kollektion verfügt. Sie ist in der Liste der 50 besten Bars der Welt an neunter Stelle zu finden. Auf dem sechsten Platz ebenfalls eine Bar aus Athen: »The Clum­sies Bar«, längst eine Institution. Hier arbeiten einige der besten Bartender Europas, die Drinks und Cocktails sind außergewöhnlich und manchmal drängen bis zu 300 Menschen ins Lokal.


Hotels

Four Seasons Astir Palace Hotel*****
Luxuriöses Fünf-Sterne-Hotel in traumhafter Lage auf einer Halbinsel am Meer, 30 Autominuten
vom Zentrum Athens entfernt.
40 Apollonos, Vouliagmeni 166 71 Athen
T: +30 21 0890 1000
fourseasons.com/athens

Restaurants

New Taste
Stylisches Restaurant mit Dachterrasse im »New Hotel«. Spektakuläre Aussicht, außergewöhnliches Ambiente und eine moderne mediterrane Küche. Auch für Gäste empfehlenswert, die nicht im Hotel wohnen. Bester Sonntags-Brunch der Stadt.
16 Filellinon, 105 57 Athen
T: +30 21 0327 3170
yeshotels.gr

ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 09/2021
Zum Magazin

Die besten Adressen im Überblick