Long Weekend Franciacorta

Der malerische Iseosee übt mildernden Einfluss auf das Klima in der Franciacorta aus.

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Der malerische Iseosee übt mildernden Einfluss auf das Klima in der Franciacorta aus.

Der malerische Iseosee übt mildernden Einfluss auf das Klima in der Franciacorta aus.

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Freitag

Die Altstadt von Brescia beeindruckt mit historischen Bauten, gemütlichen Lokalen und tollem Flair in den schmalen Gässchen.

Die wunderbare Altstadt von Brescia steht sinnbildlich für die fruchtbare Koexistenz des Alten und des Neuen, nicht zuletzt weil der Alte und der Neue Dom unmittelbar nebeneinander stehen. Wobei »neu« im Spiegel der reichen Historie Italiens gesehen werden muss, denn mit dem Bau des Neuen Doms wurde im Jahr 1604 begonnen. Nach der Peterskirche in Rom und der Kathedrale von Florenz trägt er die drittgrößte Kuppel Italiens und ist reich an Kunstschätzen. 

Brescia und die Franciacorta liegen verkehrsgünstig zwischen den Voralpen und der Po-Ebene. Vom Brennerpass sind es mit dem Auto knappe drei Stunden, von Mailand fährt man je nach Verkehr eine gute Stunde, mit dem Zug sind es nur 36 Minuten. Sehr günstig liegt der Flughafen von Bergamo, von wo aus es nur noch ein Katzensprung in die Franciacorta ist.

Beeindruckt von den mächtigen sakralen Bauten schlendern wir durch schmale Altstadt-Gassen zur Piazza della Loggia, dem schönsten Platz Brescias. Wir stärken uns zu Mittag in der einfachen »Trattoria Caprese« und bemerken den ikonischen Zinnenturm, der es auch in das Logo der Weinbauregion Franciacorta geschafft hat. Solchermaßen animiert gönnen wir uns das erste Glas Franciacorta, es sollte an diesem Wochenende nicht das letzte sein.

Unsere erste Station in der Franciacorta selbst ist das Weingut Ca’ del Bosco, wo wir uns für eine Kellerführung angemeldet haben. Das Anwesen beeindruckt schon bei der Zufahrt, den Kunstsinn von Patron Maurizio Zanella kann man sowohl im Park als auch an teils unerwarteten Stellen der modernen Kellerei erleben. Nach einer anregenden Verkostung und dem Erwerb erster prickelnder Souvenirs beziehen wir unsere Zimmer im wunderbaren Hotel »L’Albereta Relais & Châteaux«. Nach einem Aperitif auf der Hotelterrasse spazieren wir eine Viertelstunde zu Fuß in das »Ristorante da Nadia«. Nadia Vincenzi hat nicht nur geschmackvoll für ein gemütliches Ambiente im historischen Gebäude gesorgt, sie kocht auch großartig. Fisch- und Meeresfrüchte sind die Spezialität der erfahrenen Köchin, die Fischsuppe sollte man sich nicht entgehen lassen. Unser Dinner begleiten wir – natürlich – mit Franciacorta.

Samstag

Wir fahren mit der Fähre auf die autofreie Insel Monte Isola, genießen mittags lokale Delikatessen und abends Fine Dining.

Nach einem stärkenden Frühstück machen wir uns zum landschaftlichen Highlight unseres Genuss-Wochenendes auf, wir fahren zum Iseosee, der vor prächtiger Bergkulisse ruht. Von Sulzano nehmen wir eine Fähre zur Monte Isola, der größten bewohnten Seeinsel Europas. Wenn uns das Wandern wichtiger wäre als der Genuss der lokalen Köstlichkeiten, dann würden wir zur Wallfahrtskirche der Madonna della Ceriola aufsteigen, von der man einen atemberaubenden 360°-Rundblick über den Iseosee und die Franciacorta genießt. Da wir aber mehr an der Salami von Monte Isola sowie an den Fisch-Spezialitäten aus dem See interessiert sind, begnügen wir uns mit einem kurzen Spaziergang zur Trattoria »La Spiaggetta di Dalmeri Elena«, wo wir die traditionellen getrockneten Sardinen des Iseosees probieren. 

Streng genommen sind es gar keine Sardinen, sondern Agonen, die auch in anderen großen Alpenseen vorkommen. Die 16 Monate gereiften Fische schmecken jedenfalls köstlich und sind von Slow Food als lokale Spezialität anerkannt und geschützt. Dazu genießen wir das erste Glas Franciacorta des Tages. Am Weg zurück zur Fähre wird uns erst richtig bewusst, wie sehr die Zeit auf Monte Isola stehen geblieben ist. Abgesehen von Servicefahrzeugen gibt es keine Autos und wenn Verhüllungskünstler Christo die Insel nicht wie im Jahr 2016 mit »Floating Peers« vom Festland aus zugänglich macht, dann herrscht hier wunderbar entspannende Ruhe.

Wir setzen mit der Fähre wieder über und erfrischen uns mit einem duftenden Espresso in der »Bar Pisakkio« am Seeufer. Danach machen wir uns auf zum Weingut Berlucchi, der Wiege der Franciacorta als Schaumwein-Region. Hier wurden im Jahr 1961 die ersten Franciacorta mit Flaschengärung gefüllt. Nur mit aufopfernder Selbstbeherrschung konnten wir der angebotenen kulinarischen Tour mit Schmankerln vom Küchenchef Stefano Cerveni des Michelin-besternten Restaurants »Due Colombe« widerstehen und entschieden uns für eine klassische Führung durch den Keller aus dem Jahr 1680 mit anschließender Verkostung. Wir ahnten ja bereits, was uns am Abend erwarten sollte.

Im Spa-Bereich des »L’Albereta« laden wir unsere Batterien wieder auf, machen uns für den kulinarischen Höhepunkt des Wochenendes frisch und fahren zum »Miramonti l‘Altro«, dem mit zwei Michelin-Sternen gekrönten Gourmet-Flaggschiff der Region. Spitzenkoch Philippe Léveillé stammt ursprünglich aus Frankreich und fügt das beste aus allen Welten zusammen: Frankreich und Italien, das Meer und die Berge. Der Herdvirtuose bietet drei Menüs im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation. Wir wagen das zehngängige »experimentelle« Menü und sind ob der Kreativität, der Perfektion und der Schönheit der Präsentation restlos begeistert.

Sonntag

Am Abreisetag tingeln wir durch die Weingärten der Franciacorta, besuchen das Weingut La Montina und genießen eine letzte Verkostung.

Nach dem Frühstück machen wir eine kleine Spritztour durch die Weingärten der Franciacorta und fahren zum Weingut La Montina, wo auch am Sonntag Gäste herzlich empfangen werden. Nicht umsonst sind die Bozza-Brüder mit dem Hospitality-Award der Franciacorta ausgezeichnet worden. Bei einer beeindruckenden Führung passieren wir die erste Galerie für zeitgenössische Kunst in der Franciacorta und schlendern durch Keller-Gewölbe mit abertausenden Flaschen. Bilder und Skulpturen von internationalen Künstlern begleiten uns am Parcours durch die prachtvollen Säle und authentischen Keller. Bei der abschließenden Verkostung bekommen wir nicht nur die aktuellen Produkte, sondern auch eine Jahrgangsvertikale und Delikatessen aus der Produktion von La Montina. 

Unser Guide zeigt uns auch die Villa Baiana aus dem 17. Jahrhundert, die eine beliebte Hochzeitslocation ist. Die moderne Kellerei nebenan beweist einmal mehr, dass Altes und Neues nicht bloß nebeneinander bestehen, sondern sich auch gegenseitig befruchten können. Wir genießen das stimmige Ambiente, nehmen noch einen letzten Schluck Franciacorta und begeben uns mit zahlreichen prickelnden Souvenirs im Gepäck auf die Heimreise.


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