Long Weekend: Dresden – Florenz an der Elbe

Die Dresdner Semperoper ist eine architektonische Perle.

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Die Dresdner Semperoper ist eine architektonische Perle.

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Freitag

Ein Blick zurück und nach vorne: Wir lernen Dresdens glanzvolle Vergangenheit und einen aufstrebenden Jungkoch kennen.

Seit dem Ende der DDR erlebt Dresden einen wahren Boom. Nicht nur kulinarisch, sondern auch städtebaulich hat sich hier viel getan. Die Frauenkirche, das Dresdner Schloss und die Semperoper wurden so aufgebaut, als hätte es den verheerenden Luftangriff im Jahr 1945 nie gegeben. Das »Florenz an der Elbe«, wie Dresden gerne genannt wird, erstrahlt heute wie neu.

Unser Wochenende beginnen wir aber mit dem Glanz des »alten« Dresdens: Das sächsische Residenzschloss baute Herzog Georg der Bärtige im 16. Jahrhundert zu einem der prachtvollsten Renaissance-Schlösser Deutschlands aus. Einen atemberaubenden Panoramablick genießen wir auf dem 101 Meter hohen Hausmannsturm des Schlosses.

Eine der besten Gourmetadressen in Dresden: das »Caroussel«. / Foto: beigestellt
Eine der besten Gourmetadressen in Dresden: das »Caroussel«.

Foto: beigestellt

Vom Turm aus wird deutlich, wie kompakt Dresdens Altstadt ist, denn die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nur einen Steinwurf voneinander entfernt. So auch die Gemäldegalerie »Alte Meister« mit Raffaels Sixtinischer Madonna, die 1754 von Piacenza hierher kam. An der Gemäldegalerie bietet sich der Mittagstisch im Restaurant »Alte Meister« an. Die geistige Verwandtschaft mit Florenz wird auch auf der Speisekarte wach.

Wir setzen die Stadtbesichtigung mit einer Führung durch die Semperoper und dem Zwinger fort – letzterer Gebäudekomplex zählt zu den bedeutensten Bauwerken des Barocks. Am Abend fahren wir über die Elbbrücke ins Sternerestaurant »Caroussel« im »Hotel Bülow Palais«, wo uns der aufstrebende Spitzenkoch Benjamin Biedlingmaier in der Küche empfängt. Das »Topfgucker-Event« – buchbar für maximal vier Gäste – veranschaulicht die Kreativität dieses vielversprechenden Jungkochs. Die Zeit in diesem sympathischen Ambiente bei großartiger Küche vergeht rasend schnell, und auf dem Heimweg haben wir nochmal die Chance, das nächtliche Elbpanorama mit dem berühmten Canaletto-Blick zu genießen.

Die Dresdner Königstraße am Abend. / Foto: beigestellt
Die Dresdner Königstraße am Abend.

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Samstag

Ausflug in die Weinberge und Shoppingtour durch Dresdens Szeneviertel. Zum Dinner geht es ins Sternelokal »bean&beluga«.

Am Vormittag fahren wir mit der Straßenbahn zum Sächsischen Staatsweingut Schloss Wackerbarth. Umgeben von Weinbergen steht der 1729 errichtete Prunkbau heute gänzlich im Eigentum des Weinguts. Überragt wird das barocke Schloss vom pittoresken, achteckigen Belvedere. Im topmodernen Weinkeller nehmen wir schließlich an einer Verkostung teil. Sehr fein ist etwa der edle Goldriesling – eine sächsische Weißwein-Spezialität mit filigranem Aromaspiel, die perfekt zum Sommer passt.

Zu Mittag kehren wir in die Altstadt zurück. Im »Sophienkeller«, einem weitläufigen Gewölbe unter dem Taschenbergpalais, gibt es deftige Gerichte wie sächsische Kartoffelsuppe mit Bockwurstscheiben und Spanferkel mit Majoransauce, Sauerkraut und Königskloß, mit Semmelbutter überzogen. Dazu wird frisch gezapftes Bier gereicht.

Gemütliches Museumscafé und -restaurant: »Alte Meister«. / Foto: beigestellt

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Am Nachmittag spazieren wir in die Dresdner Neustadt, wo es eine Sehenswürdigkeit gibt, die weit über die Staatsgrenze hinaus bekannt ist: Pfunds Molkerei ist zwar nur ein Milchladen, aber dafür einer der schönsten der Welt. Mit bemalten Villeroy-&-Boch-Porzellankacheln ausgestattet, zieht er Gäste aus aller Welt an, die hier aus mehr als hundert Käsesorten wählen können. Hübsche und kreative Kunsthandwerk-Shops gibt es ganz in der Nähe, in der Kunsthofpassage. Triste Hinterhöfe wurden zu einem hippen Szeneviertel mit Galerien und Shops umgestaltet.

Am Abend steht ein »Diner de Plaisir« im Restaurant »bean&beluga« auf dem Programm. Im Villenviertel der Vorstadt – auch mit der Straßenbahn zu erreichen – hat sich hier Starkoch Stefan Hermann niedergelassen. Im schlichten, aber eleganten Ambiente wird nicht nur kreative Sterneküche geboten; auch ein Feinkostladen und eine Weinbar sorgen hier für Genussmomente.

Traumhafte Routen mit kulinarischem Programm bietet die »Sächsische Dampfschifffahrt«.

Traumhafte Routen mit kulinarischem Programm bietet die »Sächsische Dampfschifffahrt«.

© Jan Gutzeit, www.jan-gutzeit.de

Sonntag

Am Sonntag sagen wir vom Wasser aus »Adieu« und lassen das Wochenende mit klassischer Bistro-Küche ausklingen.

Dass auch die Umgebung Dresdens einen Besuch Wert ist, wird uns am Vormittag klar: Mit dem historischen Dampfschiff unternehmen wir die 90-minütige Stadtfahrt zu Wasser. Wer noch mehr Zeit mitbringt, fährt in die »Sächsische Schweiz«, wie die bizarren Sandsteinfelsen, Tafelberge und Schluchten südöstlich Dresdens genannt werden. Hierher locken Wanderwege mit insgesamt 1200 Kilometer.

Zu Mittag begeben wir uns in das »Palais Bistro« im barocken »Taschenbergpalais Kempinski«. Das moderne, verspielte Interieur geht eine charmante Verbindung mit den altehrwürdigen Räumen ein. Gekocht wird mit französischem Einschlag. Anschließend gibt es bei einem Spaziergang durch die Altstadt noch einen letzten Blick von der Brühlschen Terrasse auf die Elbe. Die heutige Terrasse war einst Teil der historischen Stadtbefestigung, wurde aber später vom Grafen Heinrich von Brühl zu einem Lustgarten mit prunkvollen Gebäuden ausgebaut. Diese sind mittlerweile verschwunden, die Terrasse, von der Goethe einst sagte, sie wäre der Balkon Europas, blieb bestehen und gehört heute zu den schönsten Sehenswürdigkeiten.

In der »Karl May Bar« gibt es gute Cocktails und eine große Whisky-Auswahl. / Foto: beigestellt
In der »Karl May Bar« gibt es gute Cocktails und eine große Whisky-Auswahl.

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Zum Abschluss geht es auf einen Absacker in die berühmteste Bar der Stadt: In der »Karl May Bar« nehmen wir einen Triple Orange Gin Mare gemixt von Barchef Niko Pavlidis höchstpersönlich.

Auf dem Weg zum Flughafen passiert man den gewaltigen Bau der ehemaligen Zigarettenfabrik Yenidze, der mit einer sechzig Meter hohen Kuppel und einem Turm einer Moschee nachempfunden ist. Vor mehr als hundert Jahren wurde dieses Architektur­juwel errichtet und dient heute als Büro.

Spätestens jetzt wird der Wunsch wach, bald wieder hierher zurückzukommen – denn es gibt noch viel zu sehen.

Das pittoreske Belvedere thront inmitten von Dresdens Weinbergen. / Foto: beigestellt
Das pittoreske Belvedere thront inmitten von Dresdens Weinbergen.

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Tipps

Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT)
Auslandsvertretung für Österreich und Slowakei.
Mariahilfer Straße 54, 1070 Wien
T: +43 1 5132792
www.germany.travel

Offizielle Tourismuszentrale der Landeshauptstadt Dresden
T: +49 351 501501
M: info@dresden.travel
www.dresden.travel

Anreise
Die Lufthansa-Tochter Eurowings fliegt über Köln/Bonn bzw. Stuttgart nach Dresden.
www.eurowings.com

Aus Falstaff Magazin Nr. 05/2016