Kulinarische Entdeckungsreise in Malta

Valletta ist die größte Stadt der drei Inseln mit 394.000 Einwohnern. 

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Valletta ist die größte Stadt der drei Inseln mit 394.000 Einwohnern. 

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Das wahrscheinlich eindrucksvollste an Malta ist Malta selbst. Schon beim Anflug auf den Flughafen glaubt man kaum, dass die drei kleinen Stück Land, die sich vor einem in mitten des Mittelmeers erstrecken, tatsächlich ein ganzer Staat sind. Ist man jedoch einmal auf der Insel gelandet, vergisst man die eigentlichen Größe des kleinsten Mitgliedsstaates der EU. Den diese zeigt sich in der Geschichte, Kultur und Kulinarik der Insel. 

Militärischer Stützpunkt

Die aktuelle Hauptstadt Valletta ist gleichzeitig die größte Stadt der drei Inseln. Die europäische Kulturhauptstadt 2018 überragt jede andere Stadt auf Malta mit seinen Sehenswürdigkeiten, Regierungssitzen und Wohnhäusern, die vergleichsweise schon fast großstädtisch wirken. So ziemlich jedes Eck der Stadt erinnert an die Zeit, als die Briten auf der Insel noch das Sagen hatten - sei es die Architektur, mit ihren bunten Erkern, die Geschäfte, oder die erhaltenen Stützpunkte und Mauern, hinter denen britische Soldaten während dem zweiten Weltkrieg auf und ab marschierten.

Als ehemaliges Commonwealth-Mitglied hat Malta bis heute sehr viel an britischer Tradition und Kultur beibehalten. Falls man sich mal auf einer Durchreise in London gewundert hat, wo all die roten Telefonzellen und Postkästen hin verschwunden sind, sie wurden wohl alle nach Malta geschifft, wo sie auch tatsächlich noch genutzt werden. Auch die offizielle Amtssprache ist bis heute Englisch.

Maltas zweitgrößte Insel Gozo.

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Inselhopping

Das Frühstück ist ebenfalls typisch British: Ham and Eggs, backed Beans, Toast und gegrillte Tomaten. Das freut natürlich die britisch dominierten Touristen sehr. Maltas Strände werden von Gestein und Felsen dominiert. Einige wenige Sandstrände findet man zum Beispiel auf der Hauptinsel in il-Mellieħa und auf der kleinen Nachbarinsel Gozo, in der sogenannten »Ramla Bay«. Kulinarisch ist die kleine Nachbarinsel der traditionell maltesischen Küche am nähesten. Auf den Straßen riecht es nach frischen »Pastizzis« (gefüllte Blätterteigtaschen) und nach gebratenem Kaninchen (maltesisches Nationalgericht), welcher hier manchmal auf der Straße als Streetfood angeboten wird.

Ein Highlight auf Malta befindet sich auch auf der kleinsten Insel, Comino. Am besten fährt man auf einem der kleinen Boote mit, die einen vom Fährterminal in Cirkewwa nach Comino, in die sogenannte »Blue Lagoon« führen und stündlich wieder retour fahren. Hat man off-season Glück, dann kann man die Blaue Lagune mit einer überschaubaren Menge an Gleichgesinnten genießen. Ansonsten ist die Lagune bei Touristen heiß begehrt und das zurecht. Das glasklare Wasser und der schneeweiße Sand erinnern an einen mit Fliesen ausgelegten Infinitypool - nur eben besser. 

Die Blaue Lagune auf der Insel Comino.
Die Blaue Lagune auf der Insel Comino.

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Für einen kleinen Snack zwischendurch besucht man auf Malta am besten eine der vielen heimischen Bäckereien (»Pastizzerija«) und beglückt den Magen mit den vorhin schon erwähnten kleinen »Pastizzis«. Die mit Huhn, oder Ricotta oder - ganz typisch für Malta - mit Erbsen gefüllten Blätterteigtaschen sind ideal für den kleinen Hunger und werden auf der Insel auch zum Frühstück gegessen. Ebenfalls sehr beliebt ist das sogenannte „Helwa tat-Tork“, eine der türkischen Halva ähnliche Nougatmasse mit Mandeln.

Die traditionelle Küche auf Malta hat sich ihrer geografischen Nähe zu Italien angepasst. Neben der allgegenwärtigen Pizza sind auch viele Nudelgerichte auf fast allen Speisekarten zu finden. Mittlerweile haben sich auf Malta ausgezeichnete Restaurants etabliert, die feine italienische Küche mit raffinierten Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichten anbieten. Das maltesische Nationalgericht Kaninchen (»fenek«) - meist serviert in Knoblauch- und Rotweinsauce - sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen. Ob in feinen Restaurants oder als Streetfood zum mitnehmen, Kaninchen findet man fast überall. Aber auch eine Reihe an arabischen und ostasiatischen Restaurants reihen sich in jeder Stadt. Fisch findet man ebenfalls auf fast jeder Speisekarte. Jedoch wird dieser meist tiefgefroren importiert. Will man also während seinem Mittelmeerurlaub auf Meeresfrüchte trotzdem nicht verzichten, probiert man am besten in Weißweinsauce gekochte Miesmuscheln. Die Muscheln werden vor der Küste Maltas gezüchtet und kommen daher meist frisch auf den Teller.

Gebratene Kaninchenkeule wird auf der Insel Gozo auch auf der Straße als Streetfood angeboten.

Gebratene Kaninchenkeule wird auf der Insel Gozo auch auf der Straße als Streetfood angeboten. 

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Ein richtiges Nationalgetränk gibt es auf Malta nicht. Neben den beliebten Getränken Kinnie - ein Sandbitter ähnlicher Softdrink - und dem allgegenwärtigen australischen Cisk-Bier, greifen die Malteser immer mehr zu einem guten Glas Wein. Auch wenn die Weinkultur in Malta weder sehr berühmt, noch sehr alt ist, bietet die Insel mit seinem milden subtropischen Mittelmeerklima gute Voraussetzungen für den Anbau von qualitativem Wein. Genau das hat Eduardo Delicata 1907 auch erkannt und den heute größten Weinbetrieb in Malta gegründet. Das »Delicata«-Familienunternehmen - heute geführt von Eduardos Enkel George Delicata - setzt sich dafür ein, Malta einen Platz als einer der besten Weinhersteller unter den Mittelmeerinseln zu sichern. In den letzten Jahrzehnten wurde daher die maltesische Landschaft um unzähligen Weinreben bereichert. Ein Projekt, das sogar der Staat tatkräftig unterstützt. 

Mdina liegt am höchsten Punkt Maltas. Die hügelige Landschaft drumherum bietet gute Voraussetzungen für den Anbau von Wein.
Mdina liegt am höchsten Punkt Maltas. Die hügelige Landschaft drumherum bietet gute Voraussetzungen für den Anbau von Wein. 

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Geschichtlich aber auch vor allem kulinarisch bereichert ist die ehemalige Hauptstadt Maltas Mdina. Schauplatz nicht nur historischer Ereignisse, sondern auch Kulisse für diverse Filme und Serien und neuerdings ein Muss für jeden »Game of Thrones« Fan. Die »Stille Stadt«, wie Mdina auch genannt wird, ist ganze 4.000 Jahre alt und wirkt fast wie ein Labyrinth aus verwinkelten Gassen, zwischen denen sich hier und da ein »Tor« in eine kulinarische Welt öffnet. Die besten Restaurants und Cafés in Mdina sind versteckt in den Hinterhöfen der vielen Häuser aus Sandstein. Jedes wirkt wie eine kleine Oase in Mitten dieser historischen »Sandstadt« und fast jedes erfreut mit ausgezeichneter nationaler Küche. 

Malta hat so viel zu erzählen, dass man am Ende überwältigt ist von der Fülle an Geschichte, Tradition, unterschiedlichen Kulturen und einer Küche, die so umfangreich ist, weil sie sich durch die vorhanden Vielfalt inspirieren hat lassen. Allein diese Komponenten sind das, was Malta so »groß« macht. 

In Mdina findet man immer wieder versteckte Restaurants und Cafes. 

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Tipps

Restaurants

Al-Ponte Restaurant & Pizzeria
Triq Gorg Borg Olivier, Il-Mellieħa, Malta
+356 2289 2745
www.alponterestaurant.com

Mithna
58, Triq Il-Kbira, Il-Mellieħa, Malta
+356 2152 0404
www.mithna.com

Palazzo Castelletti Restaurant
Palazzo Castelletti, 62, Triq San Pawl, Rabat, Malta
+356 21452562
www.palazzocastelletti.com

Casa Cosmana Navarra
28 St. Paul’s Street, Rabat
+356 2145 0638
www.facebook.com/cosmana/

Bars

Rooftop Bar Maritim Antonine Hotel & Spa
George Borg Olivier Street, Il-Mellieħa MLH 1021, Malta
+356 2289 2000
www.maritim.com.mt

Hotels

Solana Hotel & Spa
Gorg Borg Olivier Street, Mellieha, MLH 1025
+356 21 522 211
www.solanahotel.com

Sights

National Museum of Archeology
Auberge de Provence, Republic Street, Valletta VLT 1112
+356 21 221 623
www.heritagemalta.org

Mdina Old Town
www.visitmalta.com

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