Beschreibung der Region

Von allen Staaten des ehemaligen Ostblocks hatte Ungarn stets die engagiertesten und charaktervollsten Weine, auch wenn andere Nationen vielleicht eine noch längere Geschichte im Weinbau vorweisen können. Diese Entwicklung wurde vor allem durch die kommunistische Herrschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gestoppt, als man als Devisenbringer billige Weine in großen Mengen an den Westen verkaufte. Der Niedergang des "Rosentaler Kadarka", einst ein durchaus stolzer Wein, demonstriert diese Entwicklung recht anschaulich. In den meisten ungarischen Weinbaugebieten haben bis auf wenige Ausnahmen schon die Kelten und Römer Wein angebaut. Im Mittelalter wurde der Anbau durch Mönche vorangetrieben, später von Auswanderern, vor allem aus Deutschland. Und Ungarn hatte - wie kaum eine andere Region - schon vor Hunderten von Jahren einen besonderen Wein, den Tokajer aus dem Nordosten des Landes, einen der besten und faszinierendsten Süßweine der Welt. Seit den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts herrscht nun wieder Aufbruchstimmung. Die Liberalisierung des Landes hat viel möglich gemacht, und zumindest teilweise ist auch der Tokajer - dank ausländischer Investitionen - wieder auf dem Weg zum alten Glanz. Ca. 65.000 Hektar stehen heute wieder unter Reben, verteilt auf 22 Anbaugebiete, von denen allerdings nicht alle von Bedeutung sind. Ungarn hat an vielen Stellen beste Voraussetzungen für Weinbau, sodass sich die Anbaugebiete über das ganze Land verteilen: vom Norden mit seinen teilweise vulkanischen Böden und dem Einfluss des Neusiedler Sees über den gewaltigen Balaton (Plattensee) bis hin zum mediterran geprägten Süden mit vielerlei Sand-, Löss- und Tonböden. Ungarn kann mit einigen autochthonen Rebsorten punkten, allen voran mit Furmint und Hárslevelü, aus denen auch der legendäre Tokajer gekeltert wird. Zunehmend entstehen hier aber auch interessante trockene Weißweine. Und auch der Kadarka findet allmählich zu seiner alten Stärke zurück .Internationale Weiß- wie Rotweinsorten nehmen allerdings ebenfalls stark zu.

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