Beschreibung

Louisa Rose ist die Weinmacherin im australischen Weingut Pewsey Vale, dem einzigen Betrieb Down Under, der sich zu 100 Prozent dem Riesling verschrieben hat, und das auf stattlichen 66 Hektar an einem Stück. »Riesling hat in Australien ja eine lange Tradition«, erklärt die Önologin, »1838 kamen die ersten Stöcke aus dem Rheingau auf den Kontinent, zuerst in die Gegend von Sydney, dann auch nach Südaustralien und ins Eden Valley, wo ein aus dem Ort Pewsey westlich von London stammender Engländer unser Weingut gegründet hat. Das war 1847.«


In dem bis zu 500 Metern in die Höhe reichenden, für australische Verhältnisse kühlen Eden Valley konnte sich Riesling gut akklimatisieren. Allerdings riss die frühe Tradition schon in der zweiten Generation ab, in den 1920er-Jahren verschwand der Weinberg, da die Kinder des Betriebsgründers kein Interesse an den Reben zeigten.


Als die derzeitige Inhaberfamilie Pewsey Vale Anfang der 1960er-Jahre erwarb, pflanzte sie sofort wieder Riesling und gab die Devise aus: One Vineyard, One Variety, One Vision. »Der Weinberg ist überwiegend nach Norden und Nordnordwesten orientiert, dabei blickt er in einem Amphitheater der Sonne entgegen, die in Australien ja von Norden her scheint. Die Bodenauflage ist dünn, beträgt etwa 30 Zentimeter und besteht aus Quartzgeröll und Schiefer.« Kein Wunder also, dass die durchwegs trocken – und das heißt hier mit Restzuckergehalten nahe null – ausgebauten Weine die mineralische Komponente deutlich in den Vordergrund stellen.


Bewässerung ist notwendig, denn es regnet fast nur im Winter und Frühjahr, dank eines eigenen Sees auf dem Gelände ist die notwendige Wassermenge aber problemlos vorhanden. Zusätzlich dient die Bauform einiger Terrassen im Weinberg dazu, kostbare Niederschläge im Weinberg zu halten. »Aber sehr vieles reguliert sich von selbst, wir machen beispielsweise keine Grünlese, und wir müssen auch nicht entblättern, der Riesling fühlt sich bei uns einfach zu Hause.« Auch Aufsäuern müssten sie niemals, fügt Louisa Rose an. Der Klimawandel habe allerdings das Fenster für die Lese etwas enger gemacht, und die Lese finde ein bisschen früher statt als noch vor 10 oder 15 Jahren, »eher Ende Februar, Anfang März. Früher ging es oft Richtung Ende März«.


Sorglos können sie auch sein mit Blick auf die Reblaus, »die kam nie hierher, das ist der Vorteil, wenn man so weit weg von allem liegt«. Das Klima sei, so Louisa Rose, »mediterran« und gekennzeichnet durch hohe Tag-Nacht-Temperaturdifferenzen, die typische Tagestemperatur im Sommer liege bei 29 Grad, nachts fällt das Thermometer dann öfters unter 10 Grad. Und die Natur ringsum sei unberührt: »Wir sind umgeben von Wiesen und Gebüsch, und die Kängurus kommen bis in den Weinberg.«

 

Notizen von Ulrich Sautter

 

 

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