Zuwachs für die Muskateller-Familie

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36 Qualitätsweinsorten gibt es schon in Östereich: Mit einer Weinrechts-Sammelnovelle wurde nun vier Weißweinsorten erhoben, darunter befinden sich Blütenmuskateller, Goldmuskateller, Muscaris und Souvignier Gris. Drei von den neuen Qualitätsweinen sind sogenannte »PIWIs« – pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen.

Ökologische Vorteile durch Resistenzen

Blütenmuskateller, Muscaris und Souvignier Gris zählen zu den pilzwiderstandsfähigen Rebsorten. Neben den beiden PIWI-Rotweinsorten Rathay und Roesler sind in Österreich somit erstmals auch PIWI-Weißweinsorten zur Herstellung von Qualitätswein zugelassen. PIWI-Sorten sind aufwändig selektierte Neuzüchtungen mit hohen Resistenzen gegen Pilzkrankheiten wie echten und falschen Mehltau (Oidium und Peronospora). Dies bringt eine Reihe ökologischer Vorteile mit sich: Verringerung der ausgebrachten Pflanzenschutzmittel und somit weniger Traktordurchfahrten. Dadurch werden wiederum Schadstoff-Emissionen verringert und die Bodenverdichtung im Weingarten reduziert. Vor allem biologisch und nachhaltig arbeitende Winzer zeigen daher immer größeres Interesse an PIWIs. Statistisch erfasst sind derzeit nur die Rebflächen für Rathay und Roesler, die in Summe 273 Hektar umfassen – Tendenz steigend.

Top-Weine aus Österreich

In Österreich, wo bereits über 13 Prozent der Rebfläche biologisch bearbeitet werden, machen sich PIWI-Sorten in allen Weinbaugebieten bemerkbar. Speziell in der Steiermark mit ihrem niederschlagsreichen Klima arbeiten Winzer bereits seit Jahren damit. In ganz Österreich entstehen aus den neuen Sorten beachtliche Weine, die etwa bei internationalen Bio- und PIWI-Weinprämierungen groß aufzeigen.

Eigenständiges Geschmacksprofil mit bekannten Anleihen

Generell weisen PIWIs eigenständige Geschmacksprofile auf. Diese orientieren sich aber meist an bekannten Rebsorten, wodurch sich Konsumenten den neuen Weinen leichter nähern können. Während Souvignier Gris an Pinot Gris erinnert, zeigen Blütenmuskateller und Muscaris ausgeprägte Muskat- und Zitrusnoten. Rathay ist mit seinem festen, tanninreichen Körper als Verschnittpartner beliebt, wohingegen der würzig-dunkelfruchtige Roesler immer öfter auch sortenrein überzeugt.