Zu Gast in Istanbul und Kappadokien

Die Ortaköy Moschee liegt direkt an der Bosporusbrücke.

© Elisabeth Eder

Die Ortaköy Moschee liegt direkt an der Bosporusbrücke.

© Elisabeth Eder

Die Türkei liegt auf zwei Kontinenten: Europa (drei Prozent) und Asien (97 Prozent). An der engsten Stelle sind die beiden Kontinente lediglich 662 Meter durch das Marmara Meer getrennt. Im Jahr 1923 gründete Mustafa Kemal Atatürk die Türkei als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches und leitete wichtige Modernisierungen in der Gesellschaft und im Staat ein. Er wird von der türkischen Bevölkerung wie ein Vater verehrt.

Zirka 80 Millionen Menschen leben auf rund 78.000 km², wobei knapp ein Fünftel der Bevölkerung – zirka 16 Millionen Menschen – in Istanbul lebt. In der Metropole leben 88 Prozent auf der asiatischen Seite und nur 12 Prozent auf dem europäischen Teil. Am europäischen Kontinent befindet sich der Flughafen und alle wichtigen Banken sowie Firmengebäude – hier findet das Business statt, die Wohnungspreise auf der europäischen Seite sind unerschwinglich für die arbeitende Bevölkerung.

Istanbul ist wie Rom auf sieben Hügeln erbaut. In der gesamten Türkei sind 18 UNESCO-Welterbstätte zu besuchen, Istanbul ist eine davon. Als UNSECO-Welterbe sind die Altstadt von Istanbul, die Süleymaniye-Moschee, die Sultan-Ahmed-Moschee, der Topkapi-Palast, die Hagia Sophia, die Chora-Kirche und die Theodosianische Mauer eingestuft.

Wie stark sich die politische Situation der Türkei auf den Tourismus auswirkt ist an den Touristenzahlen in Istanbul ganz klar zu erkennen. Vor dem Putschversuch im Juli 2016 besuchten pro Jahr rund 22 Millionen Touristen Istanbul, seit dem Putsch ist die Besucherzahl auf nur noch zwei Millionen gesunken. Die Herkunftsländer des Tourismus haben sich ebenfalls stark geändert, heute sind die wichtigsten Tourismusmärkte für die gesamte Türkei der asiatische und russische Markt. Als ich 2003 erstmals Istanbul besuchte, warteten bei allen Sehenswürdigkeit Touristenschlangen bei den Eintrittskassen und den Eingängen zur jeweiligen Besichtigung. Diesmal gab es kaum Menschen bei den historischen Stätten zu sehen, alle Denkmäler konnten fast im Alleingang besucht werden.

Sehenswertes in Istanbul

Jahrhundertelang lebten und regierten die Sultane das Osmanische Reich von der Topkapi Palastanlage aus. Das Anwesen besteht nicht aus einem Palast, sondern aus mehreren Palastgebäuden und einer großen Parkanlage. Die Fläche des Topkapi umfasst 69 Hektar und war eine eigene Stadt, in der bis zu 5000 Menschen wohnten und arbeiteten. Heute befinden sich in den Gebäuden Museen mit Sammlungen von Porzellan, Handschriften, Bildern, Waffen, Gewändern und Schmuck aus dem Osmanischen Reich. Die Kulisse für dem im Jahr 1964 gedrehten Film »Topkapi« mit Peter Ustinov bildete das Museum Topkapi.

Gegenüber der Topkapi Palastanlage befindet sich die Hagia Sophia. Die ehemalige Hauptkirche des byzantinischen Reiches ist heute als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach den Besichtigungen des Topkapi Palast und der Hagia Sophia ist es Zeit für ein Pause. Das »Four Seasons Hotel Istanbul At Sultanahmet« liegt nur fünf Gehminuten von der Hagia Sophia entfernt. Bis 1919 wurde das Gebäude als Gefängnis benutzt, heute ist davon nichts mehr zu sehen. Im Gegenteil, das Hotel verströmt Charme und Herzlichkeit. Im geschlossenen Innenhof befindet sich das Wintergarten Restaurant und einige Tische im Freien. Der türkische Kaffee wird traditionell zubereitet und dazu serviert das Four Seasons die besten Turkish Delights, die es in ganz Istanbul zu finden gab. Der große Bazar ist nur zwei Kilometer vom Hotel entfernt und immer einen Besuch wert. Für einen Besuch sollte man sich etwas Zeit nehmen, die Preise vergleichen und immer verhandeln. Im großen Bazar werden Tücher, Lederwaren, Souvenirs, Gewürze und vieles mehr angeboten. Die besten Gewürze gibt es allerdings im ägyptischen Bazar (Mısır Çarşısı), dieser befindet sich im Istanbuler Stadtteil Eminönü in der Nähe der Galatabrücke und der Neuen Moschee.

Impressionen: Ein Streifzug durch Istanbul

Istanbul in Zahlen

In Istanbul gibt es 3770 Moscheen, 129 Shopping Malls, zwei Taxiunternehmen: die alten und günstigen gelben und die modernen, teureren blauen Taxis. Die Prinzeninseln sind eine kleine Inselgruppe vor Istanbul, die aus neun Inseln besteht, wobei lediglich vier bewohnt sind. 150 Schiffe passieren täglich den Bosporus, um ins Schwarze Meer zu gelangen. Alle zwölf Stunden wird die Fahrtrichtung für den Schiffsverkehr ins Schwarze Meer geändert. Die Stadt Istanbul erstreckt sich auf eine Länge von 174 Kilometern, dies entspricht der Strecke Salzburg Stadt bis Melk! Bereits im vierten Jahrhundert lebte eine Million Menschen in Istanbul. Im 19. Jahrhundert hielt erstmals der Orient Express in Istanbul und die Stadt wurde unter der damaligen Prominenz wie Agatha Mary Clarissa Christie und Sir Winston Leonard Spencer-Churchill sehr populär. Die Gäste nächtigten im »Pera Palast Hotel«. Das Haus ist mittlerweile mehrmals renoviert worden und nach wie vor in Betrieb. Das Atatürk-Zimmer 101 ist heute ein Ausstellungszimmer zu Ehren des Staatsgründers und kann besichtigt werden. In Istanbul gibt es 80 Fakultäten mit über 100.000 Studenten.

Aus dem Kaffeesatz wird die Zukunft gedeutet.
Aus dem Kaffeesatz wird die Zukunft gedeutet.

© Elisabeth Eder

Kaffeesatz App

Es gibt tatsächlich eine eigene APP für das Lesen des Kaffeesatzes in der Türkei. Die Kaave fali App ist personalisiert und jede Auswertung wird gespeichert. Hierfür muss der Einsender mehrere Bilder der Tasse und des Untertellers erstellen, nach einem kurzem »Simsalabim« bekommt der Einsender die Auswertung übermittelt.

Kulinarisches Istanbul

»Nusr-Et Steakhaus«

Erst vor wenigen Tagen war der Fußballspieler Franck Ribery bei Nusr-Et in seinem Restaurant in Dubai auf Besuch. Ribery hat sich ein Goldsteak gegönnt, postete dieses auf Instagram und schon landete die Geschichte in allen Medien und wird heiß in den sozialen Netzwerken diskutiert.

Nusret Gökçe, auch bekannt als »Salt Bae« – der Name kommt daher, weil er beim Salzen des Steaks seine Hand derart verkrümmt (bildlich wie der Kopf und Hals eines Schwanes), dass das Salz über seinen Unterarm rieselt bevor es das Steak erreicht. Nusret ist ein kurdisch-türkischer Metzger, Koch und Gastronom und wurde durch seine Videos auf YouTube bekannt. Bei all seiner Inszenierung muss man ihm aber eines lassen, er hat das weltbeste Fleisch, beherrscht die Zubereitung und die Garstufe der Steaks in absoluter Perfektion und bietet Cuts an, die nirgends auf der Welt zu finden sind. Die Steaks werden am Tisch geschnitten, das Arbeiten beim Gast ist ja mittlerweile zur Seltenheit geworden. In den Restaurants wird sogar das berühmte, türkische Dessert Baklava vor dem Gast »filetiert«, mit köstlichem Joghurteis gefüllt und mit scharfer Klinge eingeschnitten. Diese geniale Kreation »Baklava & Eis« verleiht diesem doch sehr süßen Dessert enorme Frische und Leichtigkeit.

Fotos: Kappadokiens beeindruckende Landschaft

Kappadokien

Kappadokien ist ein weiterer UNESCO-Weltkulturerbe Hotspot. Die Vulkane überzogen vor über 20 Millionen Jahren die Landschaft Kappadokiens mit einer Schicht aus Tuffstein. Durch die Erosion bildete sich die einzigartige Landschaft. Tuffstein ist stabil, aber auch leicht zu bearbeiten. Berührt man die Tuffsteinmauern mit den Fingern, bröselt der Tuff ab. Durch die einfache Bearbeitung entstand die beeindruckende Höhlenarchitektur. Die ersten Höhlen wurden bereits in der Bronzezeit geformt. Sie dienten vordergründig als Rückzugsort und Versteck vor Feinden, waren Wohn-, Schlaf- und Gebetsraum und wurden zur sicheren Lagerung von Vorräten verwendet. Manche Höhlen reichen bis zu zwölf Stockwerke über 100 Meter tief in die Erde. Der Eingang der Höhlen war von außen niemals sichtbar, er wurde mit einem Verschlussstein »versiegelt«. Die Höhlen wurden wie ein Labyrinth über mehrere Etagen angelegt und konnten auch innerhalb der Höhle vor Eindringlingen verschlossen werden. Überlebenswichtig war die Be- und Entlüftung der Höhlen, da diese mit offenem Feuer beheizt wurden und sich oft ein ganzes Dorf samt den Tieren über Monate vor den Angreifern verstecken musste.

In Kappadokien sind fast 40 unterirdische Höhlenstädte entdeckt worden, allerdings sind nur wenige zu besichtigen. Im Trend liegen derzeit exklusive Höhlenhotels wie das Sacred House Hotel, das gerne für die Flitterwochen gebucht wird. Von den ursprünglichen, labyrinthartigen, kleinen Höhlenzimmern ist in diesem Hotel nichts mehr zu finden. Die Schlaf- und Wohnzimmer sind Suiten, im Bad ist der Höhlencharakter erhalten. Der Raum für die großzügig und luxuriös ausgestatteten Bäder wurde aus dem Tuffstein gegraben. So schön der Tuffstein auch ist, er hat einen großen Nachteil: Bei der kleinsten Erschütterung – beispielsweise ein vorbeifahrendes Auto – löst sich winziger Tuffstaub, der mehrmals am Tag entfernt werden muss. Also kein Platz für Stauballergiker!

 

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»Sacred House« – Das Höhlenhotel

Weinbau in der Türkei

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