Wirtschaftsfaktor Wein aus Österreich

V.l.: Johannes Schmuckenschlager (Aufsichtsratsvorsitzender der ÖWM), Alexander Schnabl (Leiter der IHS-Studie) und Willi Klinger (Geschäftsführer der ÖWM)

© Anna Stöcher

V.l.: Johannes Schmuckenschlager (Aufsichtsratsvorsitzender der ÖWM), Alexander Schnabl (Leiter der IHS-Studie) und Willi Klinger (Geschäftsführer der ÖWM)

V.l.: Johannes Schmuckenschlager (Aufsichtsratsvorsitzender der ÖWM), Alexander Schnabl (Leiter der IHS-Studie) und Willi Klinger (Geschäftsführer der ÖWM)

© Anna Stöcher

Obwohl es im untersuchten Jahr 2014 eine kleine Weinernte gab betrug die Bruttowertschöpfung beachtliche 3,6 Mrd. Euro. Zu den größten Gewinnern der positiven Effekte der Weinproduktion zählen der Finanzminister, die Gastronomie und der Handel. Direkt und indirekt sichert die heimische Weinwirtschaft nicht weniger als 75.000 Arbeitsplätze und dies in allen Bundesländern, auch jenen ohne oder ohne nennenswerten Weinbau. Rund ein Drittel aller durch die Weinwirtschaft ausgelösten Beschäftigten sind außerhalb der Weinbundesländer tätig, 40 Prozent der Wertschöpfung wird in diesen übrigen Bundesländern generiert. Das zeigt klar, nicht nur die Weinanbaugebiete selbst profitieren vom Produkt Wein.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor für ganz Österreich

Die Weinwirtschaft hat eine von vielen wohl noch unterschätzte Bedeutung für die Volkswirtschaft Österreichs. »Noch nie wurde so klar, wie groß die Wirkung des Paarlaufes zwischen Weinwirtschaft und Weinhandel sowie dessen Nebeneffekte ist«, so Weinbaupräsident NR Johannes Schmuckenschlager. »Selbst wo kein Rebstock wächst, ist der österreichische Wein ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.« Um den tatsächlichen Beitrag dieser Branche zur österreichischen Gesamtwirtschaft zu erheben, wurde von der Österreich Wein Marketing (ÖWM) eine wissenschaftliche Untersuchung beim Institut für Höhere Studien (IHS) in Auftrag gegeben. Mithilfe der vom IHS entwickelten Multiregionalen Input-Output-Analyse wurde die »Ökonomische Bedeutung der Weinwirtschaft für Österreich« in Bezug auf Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen abgeschätzt und quantifiziert.

Auch wenn die rein agrarische Produktion von Wein gegenüber dem Vergleichsjahr 2004 aufgrund einer Serie unterdurchschnittlicher Ernten seit 2010 wenig Dynamik zeigt, sind die gesamtwirtschaftlichen Effekte der steilen Karriere des Weins in Österreich durchaus bemerkenswert. Unter Berücksichtigung direkter Effekte (Wirkungen, die z.B. unmittelbar bei den Weinherstellern entstehen) und indirekter Effekte (Erfassung der Vorleistungskette) und induzierter Wirkungen (z.B. Investitionen oder Konsum der Beschäftigten) generierte der Wein in unserem Land im Jahr 2014 eine Bruttowertschöpfung von rund 3,6 Milliarden Euro. Das entspricht 1,23 Prozent der österreichischen Gesamtwertschöpfung.

Neben der Weinproduktion in Österreich (agrarische Weinproduktion sowie Herstellung von Traubenwein) entstehen die stärksten positiven Effekte in den Bereichen Handel, Gastgewerbe und Tourismus. Daher ist es nicht verwunderlich, dass 40 Prozent der Wertschöpfung und 35 Prozent der Beschäftigung der mit Wein zusammenhängenden Wirtschaft außerhalb der vier Weinbundesländer liegen. Insgesamt wurden 2014 mehr als 75.000 Arbeitsplätze durch die Weinwirtschaft gesichert, was 1,6 Prozent der österreichischen Beschäftigten ausmachte. Auch der Fiskus konnte sich die Hände reiben: Selbst nach Abzug diverser Subventionen, die 2014 in Summe immerhin 230,6 Millionen Euro ausmachten, flossen konsolidiert mehr als eine Milliarde Euro an Steuern und Abgaben an die öffentliche Hand zurück. Hauptnutznießer dabei war der Bund mit 528,7 Mio. Euro, gefolgt von der Sozialversicherung mit 354,7 Mio. Euro, den Ländern mit 170,6 Mio. Euro und den Gemeinden mit 128,1 Mio. Euro. Aber auch sonstige Sozialabgaben (54,3 Mio. Euro für Familienlastenausgleichsfond, Katastrophenfonds und Finanzierung der Krankenanstalten) schlagen wie sonstige Produktionsabgaben (mit 47 Mio. Euro) zu Buche.

Positive Entwicklungen

Aufgrund fehlender wesentlicher Vergleichswerte aus dem Jahr 2004 ist die Studie nur bedingt für eine Analyse der Entwicklung der Weinwirtschaft im letzten Jahrzehnt aussagekräftig. »Immerhin lässt sich eindeutig dokumentieren, dass der Durchschnittsverdienst in der agrarischen Weinproduktion deutlich gestiegen ist, während der Anteil der Subventionen an der Wertschöpfung deutlich zurückgeht. Dies ist sicherlich auf die positive Entwicklung der qualitätsorientierten Betriebe und deren Unterstützung durch die Österreich Wein Marketing zurückzuführen«, zeigt sich Weinbaupräsident und ÖWM Aufsichtsratsvorsitzender Johannes Schmuckenschlager überzeugt.

Zukunftsperspektiven

In der IHS-Studie werden neben der gesamtösterreichischen Sicht auch die wichtigsten Effekte für die vier Weinbau treibenden Bundesländer Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Wien gesondert ausgewiesen. Damit kann die Effizienz der von den Ländern entsprechend des Syndikatsvertrags jährlich an die ÖWM geleisteten Unterstützungen klar belegt werden. ÖWM Geschäftsführer Klinger richtet abschließend einen eindringlichen Appell an den Bund, sprich an den Finanzminister, einerseits die diskussionswürdige Sektsteuer, die ganze 18,5 Mio eingespielt hat und damit wesentlich wenig als prognostiziert, zurückzunehmen und andererseits im Sinne der Weiterentwicklung der positiven Effekte der Weinwirtschaft zumindest eine erneute Sockelfinanzierung mit 730.000 Euro für die ÖWM seitens des Bundes wieder in Erwägung zu ziehen. »Ich wünsche mir, dass der Bund die eindeutigen Ergebnisse dieser wichtigen Studie richtig deutet und die Weinwirtschaft wie die hier vorbildlich agierenden Weinbauländer wieder stärker unterstützt«, so Klinger. Denn die Größenordnung des Nutzens, der in den nicht weinbautreibenden Bundesländern aus dem Thema Wein lukriert wird, würde dies mehr als selbstverständlich erscheinen lassen. Dadurch wäre der Wirtschaftssektor Weinwirtschaft auch zukünftig besser abgesichert und man könnte den eingeschlagenen profitablen Weg weiter ausbauen.

Quellen:
IHS - Studie: Ökonomische Bedeutung der Weinwirtschaft für Österreich
Österreich Wein Marketing

www.oesterreichwein.at

 

 

MEHR ENTDECKEN

Mehr zum Thema

News

Vino Nobile di Montepulciano Trophy 2019

Vino Nobile di Montepulciano begeistert durch saftige Frucht und Eleganz. Die Weingüter Trerose, Contucci und Boscarelli sichern sich die ersten drei...

News

Top 10: Die besten Wein-Bars in Hamburg

Winzerabende, feine Weine, gutes Essen – diese hanseatischen Weinbars gilt es zu besuchen!

News

Wein aus dem Knast

Wein entsteht nicht immer aus freien Stücken. In verschiedenen Haftanstalten auf der Welt wird mithilfe der Insassen Wein angebaut. Diese Knastweine...

News

Die Sieger des Falstaff Federspiel-Cup 2019

Die Frühjahrsprobe des Federspiel-Jahrgangs eröffnet den Verkostungsreigen. Beim Grünen Veltliner reüssiert das Weingut Schmelz, der beste Riesling...

News

Champagner Sonnenterrasse in Wien

Für besonderes Prickeln ist in der Laurent Perrier Sommer Lounge im Sans Souci Wien gesorgt!

Advertorial
News

Kröswang bester Arbeitgeber im Lebensmittel-Großhandel

Das Unternehmen sicherte sich den Preis für einen der besten Arbeitgeber 2019.

News

Die neuen Metro NX Food »Start-up-Regale«

Bereits zum vierten Mal bekommen junge Unternehmer die Chance ihre Neuheiten in ausgewählten Metro Märkten zu präsentieren.

News

ÖTW: Lagen mit Tradition

Österreichische Traditionsweingüter: Seit 1992 ist es ihre Aufgabe Weinberglagen zu klassifizieren. Dadurch konnten jene Terroirs identifiziert...

News

Weinguide 2018/2019: Top 100 Weine Österreichs

Im neuen Weinguide werden herausragende Weißweine 2017 und tolle rote Reserven 2015 präsentiert. PLUS: Top 10 Riesling, Grüner Veltliner,...

News

Gewinnspiel: Kulinarische Genussreise in Österreich

Mit Genuss Reisen Österreich auf den Spuren regionaler Spezialitäten. Wir verlosen einen Urlaubsgutschein im Schüttkasten Geras, Waldviertel, für zwei...

Advertorial
News

Das Jahrbuch Kulinarisches Erbe ist da!

Gault Millau & Falstaff haben wieder die kulinarische Landschaft Österreichs durchforstet – Bundesminister Rupprechter als Taufpate des Magazins.

News

Masterplan: Die Zukunft liegt auf dem Land

Spitzen aus Politik und Wirtschaft wollen die ländlichen Regionen attraktivieren und setzen dabei u.a. auf Kulinarik und Tourismus.

News

Top 10: Rooftop Locations in Österreich

Am besten lässt sich der Sommer mit einem kühlen Drink hoch über den Dächern der Stadt verbringen. Falstaff hat die besten Rooftop Adressen in...

News

Gewinnspiel: Kulinarische Entdeckungen für reisende Genießer

Mit Genuss Reisen Österreich auf den Spuren regionaler Spezialitäten. Wir verlosen einen Urlaubsgutschein im Schüttkasten Geras, Waldviertel, für zwei...

Advertorial
News

Zehn Fakten aus dem Bierland Österreich

Was Sie schon immer über Bier in Österreich wissen wollten...

News

Höchste Auszeichnung für heimische »Genuss-Duos«

Qualität, Regionalität und Kooperation stehen im Fokus der kulinarischen Landkarte Österreich. Nun wurden gelebte Partnerschaften zwischen Gastronomen...

News

Genusstage mit kulinarischen Entdeckungsreisen

Mit den maßgeschneiderten Urlaubs-Angeboten von Genuss Reisen Österreich begeben Sie sich auf die Spuren regionaler Spezialitäten.

News

Österreich räumt bei Gourmand World Cookbook Awards ab

Das Kulturland gewinnt in zahlreichen Kategorien unter anderem den 1. Preis in der Kategorie »Local World Cuisine« und den Special Award der Jury.

Rezept

Lungauer Stampfkartoffel, Kaviar, konfirierter Eidotter & Sauerrahm

Zu diesem Gericht von Josef Steffner (»Mesnerhaus«, Salzburg), passt hervorragend ein Glas Kombucha Quitte oder ein Glas Champagner.

News

Gösser und Stiegl sind Sieger der großen Bier-Studie

Fast zwei Drittel der Österreicher bleiben beim Bierkonsum ihrer Marke treu.