Manuel Nössing in seinem Weinkeller
Manuel Nössing in seinem Weinkeller / Foto: beigestellt

Wien scheint ein gutes Pflaster für Menschen zu sein, in denen die Flamme der Wein-Leidenschaft lodert und der alleinige Konsum der edlen Tropfen nicht mehr zufrieden stellt. Neben Politiker Norbert Walter, Gastronom Stefan Hajszan, der gelernten Grafikerin Jutta Kalchbrenner (früher Ambrositsch) und einigen anderen ist jetzt der Philosophie-Student und ehemalige Gastrom Manuel Nössing höchst erfolgreich in den Wiener Weingärten unterwegs. Durch seine Geschäftsführer-Tätigkeit im »Palmenhaus« und in der »Bar Italia« sowie durch seine persönliche Affinität war Nössing stets mit guten Weinen konfrontiert. Es reichte ihm aber nicht mehr, Wein nur zu trinken, er wollte auch selbst welchen machen.

30.000 Flaschen Jahresproduktion geplant
Bis Ende des Vorjahres produzierte Manuel Nössing noch im Nebenerwerb, durch kontinuierliche Erweiterung der Anbaufläche hat der der talentierte Newcomer aber bereits auf Vollerwerb umgestellt. Mit dem Ausbau des Betriebes von derzeit 1,5 Hektar auf bis zu fünf Hektar im Jahr 2012 plant Nössing sein Hauptaugenmerk zu 100 Prozent auf die Produktion von Qualitätsweinen zu legen. »Als Quereinsteiger musste ich erfahren, dass nur konstante, qualitative Optimierung im Weingarten und im Keller einen guten Wein hervorbringt«, betont Nössing. Vom Jahrgang 2009 werden insgesamt rund 8.000 Flaschen gefüllt, innerhalb von drei Jahren soll die Produktion auf 30.000 Flaschen gesteigert werden.



Respektable Bewertungen
Die Weingärten teilen sich auf die Rieden »Gritschen«, »in den Breiten« und »in den langen Wiesthalen« am Bisamberg auf und bestehen aus kalkreichen Lehmlössböden. Wie es sich für einen klassischen Wiener Winzer ziemt, hat Nössing u.a. einen Gemischten Satz, Grünen Veltliner und Riesling im Repertoire. In der Falstaff-Verkostung schnitt allerdings der Chardonnay 2008 mit seiner zarten Würze und dem feinen Strukturboden am besten ab und wurde mit 90 Punkten bedacht. Die Lagenweine (Grüner Veltliner in den Breiten, Riesling in den Wiesthalen, Cuvée Bisamberg und der Zweigelt Reserve) werden erst im November gefüllt. Durch ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis kommen die Nössing-Weine nicht nur bei Privatkunden sehr gut an, auch die Gastronomie zeigt nachhaltiges Interesse - gelistet ist Nössing u.a. im »Glacisbeisl«, im »Café Drechsler« und im »Ra'mien«.

Internationale Vorbilder
Nach seinen persönlichen Wein-Vorlieben befragt, konnte sich Nössing nicht genau festlegen und spannt einen Bogen von der Wachau nach Catalonien. Zu seinen Lieblingsweinen gehören Pinot Noirs und Chardonnays aus der Burgund, Rieslinge und Grüne Veltliner aus der Wachau, Nebbiolos aus dem Piemont, »erdige Rote« aus dem Languedoc und Süd-West-Frankreich sowie Grenachas aus Catalonien.

(von Bernhard Degen)

>> Zu den Verkostungsnotizen von Peter Moser

www.manuelnoessing.com

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