Wiener Lager – Ein Bier mit Geschichte

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1841 schrieb die Schwechater Brauerei Biergeschichte, als Anton Dreher – so die Überlieferung – das erste helle, untergärige Lagerbier der Welt braute. Für damalige Zeiten etwas Besonderes. Denn Bier war üblicherweise dunkel und, da kaum ein Brauer eine adäquate Kühlmöglichkeit hatte, meist obergärig. Der Schwechater Braumeister aber legte einen Eiskeller an, stellte mit Hilfe englischer Technologien ein relativ helles Malz her – und wurde mit dem Wiener Biertyp zu einem der erfolgreichsten Brauherren seiner Zeit.

Heute fällt das Wiener Lager unter den hellen Bieren durch seine eher kräftige Kupfer-Bernsteinfarbe auf sowie durch dezente Röstaromen und Biss. Ein definierter Malzkörper wird von gut eingebundenen Hopfenaromen unterstützt, das Bier sollte erfrischend und ausgewogen sein. All das macht das Wiener Lager – wen wundert’s? – zu einem herrlichen Begleiter für Klassiker der Wiener Küche. In den letzten Jahren wurde der Stil aus dem Dornröschenschlaf geweckt und neu interpretiert.

Wiener Lager (Schwechater Brauerei, Österreich)

Die Neuauflage des weltberühmten Bierstils wird mit Wiener Malz, Pilsener Malz und Spezialmalz eingebraut, angelehnt an die Originalrezeptur von Anton Dreher. Die Malze kommen mit dezenten Biskuitnoten und Röstaromen, aber ganz ohne Süße, zur Geltung. Das bernsteinfarbene Bier mit orangen Reflexen klingt mit feiner Bittere aus.
(ca. 0,69 Euro u.a. bei Merkur - www.merkurmarkt.at)

Ottakringer Wiener Original

Die Rezeptur, auf der die Ottakringer Spezialität basiert, ist über 100 Jahre alt. Charakteristisch bernsteinfarben ist der moderne Wiener Typ geschmacklich ein Hochgenuss: perfekt ausbalanciert mit schönen Malzanklängen, leicht nussigen Noten und einer feinen, angenehmen Bittere vom Saazer Aromahopfen.
(z. B. bei Billa und Merkur, 0,5 l ab 0,69 Euro - www.merkurmarkt.at)

Original (Lemke, Berlin)

Das »Original« der Berliner Brauerei Lemke ist ein Wiener Lager, das seit 1999 mit unveränderter Rezeptur gebraut wird. Sehr dunkel im Glas, pfeffrig in der Nase, aber auch mit Anklängen von Bitterschokolade. Knackig, trocken und leicht säuerlich ist es ein guter Begleiter zur etwas deftigeren Küche. Im Finale zeigt sich noch einmal eine breite Palette der Röstaromen – Kakao, Brotkruste, Biskuit – und eine angenehme Bittere.
(ab 2,29 Euro über www.bier-deluxe.de)

Brooklyn Lager (Brooklyn Brewery, New York)

Braumeister und Bier-Ikone Garrett Oliver hat in der Brooklyn Brewery als einer der ersten den Wiener Stil wiederbelebt und sein »Brooklyn Lager« eingebraut. Voller Geschmack, brillante Bernsteinfarbe und ein deutliches Malzaroma mit Karamellnuancen, das durch angenehme Bittere ausbalanciert wird. Fein, komplex und sehr erfrischend.
(ab 1,99 Euro bei Del Fabro in 1200 Wien oder über www.craftbeer-shop.com)

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