Wie kann ein weiterer Lockdown verhindert werden?

Hutsteiner, Stohner, Stranzinger, Winzer, Hauser-Benz und Huber geben ihre Einschätzung ab.

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Hutsteiner, Stohner, Stranzinger, Winzer, Hauser-Benz und Huber geben ihre Einschätzung ab.

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Aktuell sind Gastronomie und Hotellerie österreichweit nach dem vierten Lockdown wieder geöffnet, einen großen Dämpfer gab es aber bereits: An Silvester wird die Sperrstunde nach aktuellem Plan auf 22 Uhr vorverlegt. Eine Maßnahme, die eine weitere, schnelle Ausbreitung der Omikron-Variante einschränken und unter anderem einem weiteren Lockdown vorbeugen soll. Doch was können die Branchenvertreter selbst beitragen? Zunächst die Überprüfung der 2-G-Nachweise verantwortungsvoll umsetzen, wie Markus Winzer aus dem Hotel »Winzer Wellness & Kuscheln« im oberösterreichischen Kogl findet. »Ich habe in der Vergangenheit viele Kollegen, sowohl Betreiber als auch Mitarbeiter, beobachtet, wie der Nachweis, wenn überhaupt, so unzureichend kontrolliert wurde, dass ich auch ohne je einen Test gemacht zu haben, in eine Bar oder Restaurant gehen konnte«, fährt er fort und mahnt: »Es muss allen Kollegen klar werden, dass, wenn wir auf die Maßnahmen pfeifen, nichts besser werden kann und auch dann weitere Lockdowns nicht auszuschließen sind.«

Eine der sichersten Branchen

Auch Elisabeth Hauser-Benz, Juniorchefin des Bio-Hotels »Stanglwirt« im Tiroler Going, meint, dass die Sicherheit in der Branche jedenfalls gegeben ist, »solange die Selbstkontrolle und Eigenverantwortung von allen Betrieben auch ernst genommen wird«. Ohnehin sei die Hotellerie und Gastronomie seit jeher durch hohe hygienische Anforderungen um Gesundheit und Sicherheit der Gäste bestrebt. »Es ist unsere oberste Priorität, dass der Gast sich wohl und sicher fühlt. Die Sicherheitskonzepte sind sehr akribisch und halten was sie versprechen«, sagt Hauser-Benz. Und weiter: »Die zusätzlichen Auflagen mit 2G und einer Registrierungspflicht, die es in der Hotellerie sowieso gibt, machen unsere Branche zur sichersten und kontrollierbarsten überhaupt.«

Die Mitarbeiter des »Stanglwirts« weisen darüber hinaus eine höhere Impfquote als der österreichische Durchschnitt auf. Durch die »sichere Gastfreundschaft« wird die Belegschaft regelmäßig mittels PCR-Tests getestet – die Branche gilt hier als Vorreiter. Aus diesem Grund ist es für Harald Huber, Pächter des »Huber’s im Fischerwirt« in Salzburg, ein Rätsel, warum immer die Gastronomie zugesperrt werde und sich der Handel fast alles erlauben dürfe. »Wir im Gastgewerbe haben bis zum heutigen Zeitpunkt alles getan, was möglich war, um einen  geordneten Ablauf in unseren Betrieben durchzuführen«, beklagt er.

Impfen als Lösung?

Ja, wenn es nach Daniel Hutsteiner, Küchenchef »Kirchenwirt« im oberösterreichischen Diersbach, geht. Jeder, der geimpft ist oder sich impfen lässt, trage nach ihm einen großen Teil dazu bei, so schnell wie möglich die Pandemie hinter sich zu lassen. Auch Huber stimmt sich darauf ein, »ohne Impfen wird es nicht gehen«, und der Fachbereichsleiter Küche im WIFI der Tiroler Wirtschaftskammer, Philipp Stohner, betont: »Eine generelle Impfpflicht, wie es gerade immer mehr große Länder verlangen, wird auch bei uns akzeptiert werden müssen, um das Thema in den Griff zu bekommen.« Er fordert zudem mehr Zusammenhalt in der Bevölkerung und keine Spaltung der Gesellschaft. Es braucht Akzeptanz, »dass man in Zeiten einer Pandemie nicht immer aus dem Vollen schöpfen kann und die immer weniger werdenden Mitarbeiter nicht noch weniger werden«.

Dass das Thema schwierig sei, meint jedoch nicht nur Stohner, auch Viktoria Stranzinger, Inhaberin »Cook up Kitchen« im oberösterreichischen Aurolzmünster, sieht einen schmalen Grad zwischen richtig und falsch. »Niemand von uns hat eine Pandemie, wie wir sie jetzt haben, bereits erlebt.« Dennoch, so Stranzinger, wäre es sinnvoll gewesen, im vergangenen Sommer aber auch in der letzten, vierten Welle mehr auf Experten wie Virologen und Epidemiologen zu hören. »Die Wissenschaft hat uns davor gewarnt, dass mehrere Wellen kommen werden und wir darauf vorbereitet sein sollten«, erinnert sie sich. Dies kann wohl auch als Plädoyer für die nächste Zeit aufgefasst werden, um nicht in den nächsten Lockdown zu schlittern.

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