Hermine Hackl, Leiterin des Biosphärenpark Wienerwald, und Winzer Pepi Piriwe
Hermine Hackl, Leiterin des Biosphärenpark Wienerwald, und Winzer Pepi Piriwe / Foto beigestellt

Die Familie Piriwe ist in der gesamten Thermenregion für ihren gepflegten Heurigen mit feinen Schmankerln und einer breiten Weinpalette bekannt. Winzer Pepi Piriwe gibt sich aber nicht alleine mit der Anerkennung seiner Heurigengäste zufrieden, er strebt auch im Segment der Topweine nach Höherem. Besonders im Prädikatsweinbereich konnte er mit den autochthonen Rebsorten Rotgipfler und Zierfandler (Spätrot) schon hohe Falstaff-Bewertungen erzielen. Auch mit den klassischen Weinen ist Piriwe schon auf einem respektabel hohem Niveau. Doch mit seiner Neukreation Pinot Noir [PI] aus dem Ausnahmejahrgang 2009 ist ihm nun ein großer Wurf gelungen.

 

Pinot Noir Piriwe / Foto beigestellt
Pinot Noir Piriwe / Foto beigestellt

Schon die Farbgestaltung aus hellem Granatrot mit bräunlichen Akzenten deutet auf eine burgundische Philosophie hinter dem neuen Projekt. Auch das Bukett ist mit Aromen nach reifen Erdbeeren, Brombeeren, Hagebutte und Anklängen von Wermuth und Lavendel mehr als vielversprechend. Dazu gesellt sich ein zarter rauchig-röstiger Ton vom Holzfass. Doch die hohe Kunstfertigkeit von Piriwe offenbart sich erst am Gaumen: Schöne Harmonie aus subtiler Säurestruktur und nachdrücklichem Fruchtschmelz unterlegt von rassiger Würze ergeben einen großen Wein. Piriwe ist es gelungen, den eleganten Fruchtcharakter des Pinots zu bewahren, und mit viel Fingerspitzengefühl hat er ihn beim Holzeinsatz noch spannender strukturiert. Bemerkenswert ist noch, dass das Holz für die Eichenfässer von Bäumen aus dem an die Weingärten angrenzenden Biosphärenpark Wienerwald stammt. Doch die Nachhaltigkeit beschränkt sich auf die Weinbereitung, denn ob der Trinkfreudigkeit des Weins hat eine einzelne Flasche bei Genießern nicht sehr nachhaltig Bestand.

[PI] ist nicht nur der Name des Weins, sondern auch eine mathematische Konstante zur Berechung von Kreisumfängen und bei Piriwe auch Grundlage der Preisgestaltung: der Wein kostet 31,41 Euro. Ja richtig gesehen, leider ist da eine Kommastelle verrutscht. Bezug ab Hof.

www.piriwe.at

(von Bernhard Degen)

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