Die Rebstöcke sind schon über 100 Jahre alt
Die Rebstöcke sind schon über 100 Jahre alt, Rohrer © Weingut Rohrer

Kleine Beeren, große Weine. Dieser Stehsatz beschreibt die Vorzüge von Weinen aus alten Weingärten sehr präzise. Denn der Ertrag wird mit zunehmendem Alter der Rebstöcke zwar immer geringer, die Wurzeln aber werden immer länger und die Weine werden extraktreicher und spannender. Noch vor einer Generation wurden ältere Weingärten wegen der geringeren Erträge gnadenlos gerodet, aber mittlerweile hat man sie zu schätzen gelernt. Hans Rohrer hütet mit seinem 106 Jahre alten Weingarten einen vinophilen Schatz: Es ist die älteste in Ertrag stehende Rebanlage des Blaufränkischlands. Obwohl jedes Jahr weitere Rebstöcke absterben, wird der Weingarten in seinem ursprünglichen Zustand erhalten, junge Stöcke werden nicht nachgepflanzt.

Das Weingut Rohrer zählt zu den traditionsreichen Weinbaubetrieben der Rotweingemeinde Lutzmannsburg im mittelburgenländischen Blaufränkischland. Die Weine des Familienbetriebs gedeihen unter günstigen kleinklimatischen Voraussetzungen am Plateau des Lutzmannsburger Weingebirges.

Verkostungsnotiz: Blaufränkisch 1906 (Jahrgang 2008)
Sattes Granatrot funkelt im Glas, in der Nase tut sich ein Potpourri aus Johannisbeeren, Zwetschken, Cayenne-Pfeffer und Zigarrenkiste auf. Unterlegt von zarten Kirschanklängen und Waldboden. Am Gaumen eine (noch) etwas kantige Tanninstruktur, lebendige Säure und mineralische Anklänge. Ein Wein mit viel Potenzial, der noch ganz am Anfang seines Entwicklungsprozesses steht.
Ab-Hof-Preis: 15 Euro

Weiters verkostet: Blaufränkisch 1906 (Jahrgang 2004)
Granatrot mit schwarzem Kern. Schwarze Hollerbeeren und Brombeeren in der Nase, leicht selchige Aromatik, etwas Lakritz. Fruchtige Pikanz am Gaumen, präsente Säure, zarte Mineralik, ätherische Noten, Schwarztee im Nachhall. Acht Jahre alt und immer noch viel Potenzial.

www.rohrerwein.at

(von Bernhard Degen)