Vulkanische Weinkultur

Schloss Kapfenstein mit der Lage Kirchleiten, eine Große STK Ried mit 30 Prozent Hanggefälle.

© Steiermark Tourismus

Schloss Kapfenstein mit der Lage Kirchleiten, eine Große STK Ried mit 30 Prozent Hanggefälle.

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Der Traminer und Gewürztraminer sind die traditionsreichsten Rebsorten im Vulkanland Steiermark, wobei die Marktgemeinde Klöch mit ihrem besonderen Klima und nährstoffreichen Vulkanböden hier als historisches Zentrum fungiert. Nirgendwo in Österreich findet man eine derartige Konzentration von erstklassigen Erzeugern dieser von einem einzigartigen Edelrosenbukett geprägten Rarität wie hier im Vulkanland Steiermark.

Das bringt auch eine enorme stilistische Vielfalt mit sich, die von trockenen, leichteren Varianten über stoffige Weine mit dezentem Restzucker bis hinauf in den Prädikatsweinbereich der edelsüßen Weine reicht. Mit einem Hauch von Botrytis und einer gewissen Flaschenreife entstehen hier Traminer von großer Nobilität, die zu den großen Weißweinen der Welt gezählt werden dürfen. Traminer und Gewürztraminer sind im Grunde eine und nicht zwei verschiedene Rebsorten. Die Unterscheidung wird hier eher über den Duft getroffen. Bei guter Reife hat der Traminer das feinere und dezentere Sortenbukett, den typischen Wildrosen-Duft.

Der Gewürztraminer hingegen hat ein weitaus kräftigeres, eben ein würziges Bukett, da sind sich nicht nur die Klöcher Winzer sicher. Seit der Einführung des neuen Herkunftssystems für die Steiermark, beginnend mit dem Jahrgang 2018, zählt natürlich auch der Traminer zu jenen Qualitätsrebsorten, die unter der Bezeichnung Vulkanland Steiermark DAC vermarktet werden dürfen. Ab dem 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres darf Traminer »trocken« mit höchstens 9 Gramm Restzucker je Liter in den Verkauf gebracht werden, als Gebietswein erst ab dem 1. Mai. 

In den sonnendurchfluteten Rebbergen des Vulkanlands wächst eine große Sortenvielfalt in Rot und Weiß.

In den sonnendurchfluteten Rebbergen des Vulkanlands wächst eine große Sortenvielfalt in Rot und Weiß.

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Die Sieger unter den (Gewürz-)Traminern

Als lokale Spezialität darf unter der Bezeichnung Vulkanland Steiermark DAC mit der Herkunft Klöch auch »halbtrocken« und ab der Prädikatsweinstufe ohne begrenzten Restzuckergehalt vermarktet werden. Mit dieser aus Respekt für die lange Traminer-Tradition der Klöcher Region gemachten Ausnahmeregelung kann erstmals in Österreich ein echter Süßwein mit DAC-Bezeichnung erzeugt werden. Die Traminer-Produktion in Österreich ist seit Langem rückläufig, man schätzt, dass heute etwa 250 Hektar bewirtschaftet werden, was etwa 0,5 Prozent der heimischen Weinproduktion bedeutet.

Umso verdienstvoller das Bemühen der Winzer im Vulkanland Steiermark, die diese hochqualitative Rebsorte pflegen und tolle Weine aus Traminer keltern. Die aktuellen Falstaff-Trophys gehen für den Jahrgang 2018 an den Traminer Vulkanland Steiermark DAC Ried Stradener Rosenberg 2018 vom Weingut Frauwallner aus Straden, den zweiten Rang holt sich das Weingut Frühwirth aus Klöch mit Gelber Traminer Vulkanland Steiermark DAC Klöch 2018. Der Traminer Vulkanland Steiermark DAC Klöch XERO 2018 vom Weingut Domittner aus Klöch holte sich den dritten Rang.

Die Verkostung der Traminer aus dem Jahrgang 2017 brachte folgendes Ergebnis: erster Platz an Traminer Ried Kapfensteiner Kirchleiten 2017 vom Weingut Winkler-Hermaden in Kapfenstein, der zweite Rang geht an Gewürztraminer Ried Hochwarth 2017 von Müller in Klöch und die Bronzemedaille an den Traminer Ried Klöchberg Alte Reben 2017 vom Weingut Engel aus Tieschen.

Die Weinlandschaft rund um Klöch ist die Heimat der bekanntesten Traminer Österreichs.

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Die Sauvignon Blanc Sieger

Der Sauvignon Blanc ist in allen acht Ortsappellationen des Vulkanlands Steiermark als Leitsorte präsent, dazu gesellt sich jeweils eine zweite regional besonders empfohlene Rebsorte. In Klöch ist das naturgemäß der Traminer, am häufigsten ist es der Weißburgunder, der für folgende fünf Ortsherkünfte gilt: St. Anna, St. Peter, Kapfenstein, Riegersburg und Oststeiermark. In der Gemeinde Tieschen sind Burgundercuvées angesagt, in Straden ist es der Grauburgunder, der sich hier ausgesprochen wohlzufühlen scheint. Neben dem speziellen, pannonisch beeinflussten Klima spielen bei der Auswahl der Rebsorten die geologischen Bedingungen eine wesentliche Rolle. Das Urmeer hinterließ der Region Kalkstein, Sandstein und Muschelkalk, die vulkanischen Aktivitäten aus früherer Zeit sind der Ursprung für Basalt und Vulkangestein.

Aus dem großen Angebot der aktuellen Sauvignon Blancs konnte der Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC Ried Kratzer 2018 vom Weingut Frühwirth aus Klöch überzeugen. Komplex und ausgereift präsentieren sich die Weine aus dem Jahrgang 2017, den ersten Rang holte sich Christoph Neumeister aus Straden mit dem vielschichtigen Sauvignon Blanc Ried Moarfeitl GSTK 2017.  Silber geht an den Sauvignon Blanc Privat 2017 vom Weingut Frauwallner in Straden, Platz drei an Sauvignon Blanc Ried Hochstrandl 2017 von Weingut Krispel aus Hof bei Straden.

Die besten Grauburgunder

Die Grauburgunder sind trotz ihrer langen Geschichte ebenfalls eine in Österreich stets rar gebliebene Weißweinsorte, sie braucht warme, nährstoffreiche Hanglagen, wie sie rund um den Stradener Kogel zu finden sind. Die Trophys in dieser Kategorie gehen aus dem Jahrgang 2017 an den facettenreichen Grauburgunder Ried Saziani G STK 2017 vom Weingut Neumeister aus Straden, der zweite Platz an den Grauburgunder Ried Hochstrandl 2017 vom Weingut Krispel aus Hof bei Straden, und den dritten Rang holte der Grauburgunder 2017 von Ploder-Rosenberg aus  St. Peter am Ottersbach. Den besten jungen Grauburgunder aus 2018 präsentierte Tropper Weine aus Straden mit Vulkanland Steiermark DAC Straden.

Straden ist bekannt für seine tollen Grauburgunder, bietet aber auch anderen Sorten ideale Bedingungen.

Straden ist bekannt für seine tollen Grauburgunder, bietet aber auch anderen Sorten ideale Bedingungen.

Foto beigestellt

Die Chardonnay-Sieger

Der erste Platz der Sorte Chardonnay geht an Morillon Ried Moarfeitl GSTK 2017 vom Weingut Neumeister in Straden sowie an den Morillon Vulkanland Steiermark DAC Straden 2018 vom Weingut Frauwallner, ebenfalls aus Straden. Der beste Weißburgunder 2017 ist der Weißburgunder Ried Klöchberg Alte Reben 2017 vom Weingut Engel aus Tieschen, bei den jungen Sortenvertretern begeisterte der Weißburgunder Vulkanland Steiermark DAC Ried Karberg 2018 vom Weinhof Deutsch aus Weiz. Die erfolgreichen Burgundercuvées waren Rosina 2017 vom Weingut Thaller in Großwilfersdorf und TAU Vulkanland Steiermark DAC Tieschen 2018 vom Weingut und Buschenschank Altenbacher aus Tieschen.

Die Verkostungsnotizen zu den Spitzenweinen aus dem Vulkanland finden sie im Tasting.

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Falstaff Nr. 08/2019
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