Vom Schloss am Wolfgangsee zur Eventlocation »scalaria«

Ein perfekter Blick von der »scalaria« auf den See.

© Michael Häfner

Ein perfekter Blick von der »scalaria«  auf den See.

Ein perfekter Blick von der »scalaria« auf den See.

© Michael Häfner

Seit 1951 ist das ehemalige »Schloss am Wolfgangsee« im Besitz der Gastbergers. Erworben von den Erben des Baron Ortlieb legten Peter Gastbergers ­Eltern den Grundstein für die heute ­einzigartige Inszenierungswelt der Alpen. KARRIERE hat bei CEO Peter ­Gastberger und seiner Tochter, der Juniorchefin Simone, nachgefragt, welche Herausforderungen die Führung einer Eventlocation mit sich bringt.

KARRIERE Welche Beweggründe hatten Sie 1998 den klassischen Hotelbetrieb zu schließen?
PETER GASTBERGER Wir sahen eine Marktlücke und haben aus dem ursprünglichen Schlosshotel ein ­einzigartiges Eventhotel mit 140 Zimmer, zehn Seminarräumen und dem Theaterrestaurant »Circus Circus«, das für 500 Gäste geeignet ist, erschaffen. Nach dem Motto »Man kann nur eine Sache gut machen« haben wir uns auf Events und Veranstaltungen ­spezialisiert.

Was steckt hinter der Marke »scalaria«?
PETER GASTBERGER »scalaria« hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem ­Lifestyle-Unternehmen entwickelt, einem Platz der Emotionen, einer Spielwiese der ­Leidenschaften und letztlich zu einer für die Kunden ganzheit­lichen Inszenierungswelt.

Kunst ist ein wesentlicher Faktor in Ihrer Location: Die Gemälde stammen zum Teil von Ihnen selbst. Welche Rolle spielt Kunst in der »scalaria«?
PETER GASTBERGER Überraschen, begeistern und verblüffen ist das Credo unserer Location. Wir stellen uns für jede Veranstaltung die Frage: Ist die Kunst spannend, aufregend und einzig­artig? Worin liegt einfach der ultima­tive Kick? Kunst beflügelt unser Event­resort. Das Bild malt sich von selbst, es ist ein Spiel mit den Farben und Nichtfarben, ein Experiment von Licht, Schatten und Vorstellungs­gabe. Es bedarf keiner Beschreibung, keiner Erklärung – der Ausdruck ist visuell. Die Interpretation liegt in der individuellen Realität, in der Einzigartigkeit, in den Augen des Betrachters oder wie Anais Nin es ­einfach formuliert: »Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind, wir sehen sie so, wie wir sind.«

Oft wird gerade die Kulinarik bei Events unterschätzt. Sie ­setzen dagegen.
SIMONE GASTBERGER Vor jeder Inszenierung müssen die Grund­bedürfnisse Essen und Trinken befriedigt werden. Die beste Show hilft nichts, wenn nicht die Kulinarik auf Sterneniveau mit Begeisterung gelebt wird. Das Dinner sollte so etwas wie eine unauslöschliche Erinnerung hinterlassen.

Welche Vorteile bringt die Arbeit in einem Familienbetrieb mit sich?
SIMONE GASTBERGER Ich habe das große Glück, dass wir ein Familienunternehmen sind und ich mir die Zeit für meinen Sohn gut einteilen kann. Es war mir von Anfang an ­wichtig, Zeit mit unserem Kind zu verbringen, da ich diese auch nicht mehr zurückholen kann, wenn er erst einmal erwachsen ist.

Worin sehen Sie Ihre Heraus­forderung?
SIMONE GASTBERGER Wir entwickeln ein kreatives und innovatives Klima mit unseren Kunden. Wir wollen ­positiv überraschen, spielen mit dem Außergewöhnlichen und dem Entdeckergeist ­unserer ­Gäste. Sie treffen auf Unerwartetes, nicht Vermutetes. Unsere Herausforderung ist es, die Träume unserer Gäste zu erfüllen, hier braucht es so etwas wie unternehmerischen Instinkt. Neben diesen Software Kom­ponenten ist auch die Infrastruktur von Bedeutung. Zu den ­Locations »Circus Circus« und »Do X teatro« bauen wir derzeit einen neuen Zimmertrakt und werden im Frühjahr 2018 mit 420 Betten in Designer Rooms neu eröffnen. Es reicht nicht, eine Nasen­länge voraus zu sein, wir müssen um Welten ­voraus sein.

Ihr Wunsch für die Zukunft?
PETER GASTBERGER Bei all den großartigen Zukunftsaussichten sollten wir auch demütig und bescheiden bleiben, denn Erfolg ist so ­ziemlich das ­Letzte, was einem geschenkt wird.
www.scalaria.com

Interview »Vom Schlosshotel zum Eventresort « aus Falstaff KARRIERE 01/2017. Von Alexandra Gorsche.

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