Vom Koch zum Hotelier: Alban Pfurtscheller im Interview

Nach mehreren Positionen in verschiedenen Küchen übernahm Pfurtscheller das Hotel.

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Nach mehreren Positionen in verschiedenen Küchen übernahm Pfurtscheller das Hotel.

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Der Stubaier wurde in eine Hoteliersfamilie geboren. ­Pfurtscheller, der die Hotelfachschule Bad Hofgastein absolvierte, blickt neben der Position des Küchenchefs im elterlichen ­Betrieb, dem 5-Sterne-Hotel Spa-Hotel »Jagdhof« im Neustift, auf Stationen im »Mandarin Hotel« in Bangkok, im Londoner »Sketch« bei Pierre Gagnaire, im »Relais & Châteaux Hotel Hubertus« bei Johanna Maier und viele mehr zurück. Im Juli 2017 übernahm er als Geschäftsführer das Hotel »Happy Stubai« in Neustift. Jetzt steht er KARRIERE Rede und Antwort.

KARRIERE Im Sommer 2017 haben Sie die Geschäftsführung des Hotels »Happy Stubai« in Neustift übernommen. Vor welchen Herausforderungen standen Sie mit dieser Aufgabe?
ALBAN PFURTSCHELLER Es war und ist eine spannende Erfahrung. In nur sechs Wochen haben wir ein Face-Lift durchgeführt: Wir haben die Fassade erneuert, im gesamten Haus ein neues W-Lan-Netz eingezogen, den Barbereich mit einem neuen Lichtkonzept gestaltet und mit Farben neue Akzente gesetzt. Einzig unsere 55 Zimmer waren von der Renovierung nicht betroffen. Mit der Übernahme habe ich in etwa die halbe Belegschaft übernommen. Der Aufbau eines neuen Teams stellt jeden vor eine große Herausforderung.

Wie hat sich das kulinarische Konzept verändert?
Wir mussten hier an einigen Schrauben drehen. Natürlich steht unsere Familie für Qualität. Dennoch sind Wareneinsatz und Wirtschaftlichkeit wesentlich, um ein Hotel erfolgreich zu führen. Das vorherige Konzept hatte keine wirtschaftliche Grundlage. Am Anfang planten wir ein Buffetkonzept, um gerade den Stammgästen gerecht zu werden. Schnell haben wir erkannt, dass eine kleine À-la-Carte-Auswahl und ein HP-Menü für uns besser funktionieren. Dazu gehören Standardgerichte wie ein Caesar Salad, aber auch ein Hirschragout vom Wild aus unserem eigenen Jagdrevier. Schlussendlich sind es oft Kleinigkeiten, wie ein paar Tricks beim Anrichten, die einem Gericht eine ganz neue Richtung geben und den Gast verzaubern.

Sie blicken auf spannende Stationen in Ihrem Leben.  Welche hat Sie persönlich am meisten geprägt?
Meine Zeit im Hotel »Bareiss« im Schwarzwald und in St. Émilion waren einzigartig und würde ich jederzeit wiederholen, wenn ich könnte. Im traditionsreichen Weingut Château Figeac in Bordeaux habe ich den Weinbau von der Rebe bis zur Flasche kennengelernt. Diese Fähigkeiten und das Wissen zu erlernen, ist notwendig, um einerseits den Respekt seiner Mitarbeiter zu haben, andererseits auch, um in seinem eigenen Betrieb die entsprechenden Entscheidungen treffen zu können.

Interview aus Falstaff KARRIERE 02/2018.

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