Andreas Obermeier, Barchef im »Members Club« der Albertinapassage, zählt zu den besten Mixologen des Landes / Foto: APA/OTS, Peter Hautzinger
Andreas Obermeier, Barchef im »Members Club« der Albertinapassage, zählt zu den besten Mixologen des Landes / Foto: APA/OTS, Peter Hautzinger



In den 80er-Jahren wurde der Barchef schlicht Captain genannt. Das hängt damit zusammen, dass damals in jeder Bar ein Logbuch geführt wurde, in dem alle Vorkommnisse, Vorlieben und Beschwerden verzeichnet wurden. Selbst die Höhe des Trinkgelds wurde notiert.

»Barkeeper zu sein ist ein verdammt harter Job«, sagt Gerhard Wanderer. Und gleichzeitig ergänzt Erich Wassiceck: »Aber auch der beste Job der Welt. Denn der Gast schenkt dem Barkeeper das Wertvollste überhaupt: seine rare Zeit.«
Barkeeper haben heute eine wichtige Verantwortung in der »Schulung« ihrer Gäste. Cocktailkonsumenten haben ein gewisses Vorwissen, kennen eine Basis an Drinks, auch wenn der genaue Inhalt ihnen meist unbekannt ist, und wollen Service und Qualität auf höchstem Niveau. Da steigt der Barkeeper mit einer Empfehlung ein: »Ist heute ein Gast zufrieden, bezahlt er und bedankt sich dafür. Das hätte es früher nicht gegeben. Der Besuch einer Bar entspricht also heute einer kleinen ›Inszenierung‹, vergleichbar mit einer Einladung in die eigenen vier Wände, die perfekt durchgeplant ist«, formuliert es »Halbestadt«-Inhaber Wassicek.



Eine Entwicklung, die zum Aufblühen der Barkultur geführt hat, aber auch Gefahren mit sich bringt, wie Wassicek weiß: »Heute bietet jeder Cocktails an, auch Bierlokale oder der Wirt ums Eck. Das hat natürlich oft einen negativen Einfluss auf die Qualität der Drinks, wenn die ›Kette‹ vom Abwäscher über das Servicepersonal bis hin zum Barkeeper nicht stimmt. Jedes Rädchen muss perfekt sein. Denn nur so kann es gelingen, dass unser Wissen, unsere Erfahrung und unser Beruf wertgeschätzt werden.«

Barkeeper sind übrigens aktuell Gastronomen oder Kellner, die Berufsbezeichnung des Barkeepers gibt es offiziell nicht, und es gibt auch keine offizielle Ausbildung dafür.

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