Aufgrund seiner Vorliebe für Romanée-Conti wurde Kurniawan der Spitzname »Dr. Conti« verliehen. / Foto: Romanée-Conti PR
Aufgrund seiner Vorliebe für Romanée-Conti wurde Kurniawan der Spitzname »Dr. Conti« verliehen. / Foto: Romanée-Conti PR

Das mit Spannung erwartete Urteil gegen Rudy Kurniawan, den größten Weinfälscher der Geschichte, hätte am 29. Mai verkündet werden sollen. Daraus wurde aber nichts, die Urteilsverkündung wurde auf den 17. Juli verschoben. Ein Grund für die Verzögerung sind die Zeugen. Viele wollen nicht im Detail angeben, wie sie Kurniawan über den Tisch gezogen hat.

Rudy Kurniawan wurde 2012 verhaftet. Der chinesischstämmige Indonesier soll an die 30 Millionen Euro mit gefälschten Weinen umgesetzt haben. Bevorzugt gab der 37-Jährige Billigweine als »Domaine Romanée-Conti« aus, was ihm den Spitznamen »Dr. Conti« einbrachte. Die Staatsanwaltschaft fordert 14 Jahre Haft, eine Geldstrafe in der Höhe von rund 15 Millionen Euro und die Pfändung von Kurniawans Besitz: Darunter befinden sich zwei Häuser, drei Autos, eine umfangreiche Schmucksammlung und ein Anteil an einer Firma im Burgund. die Verteidigung sieht die bisher 27-monatige U-Haft als ausreichende Strafe an.

>>> Bildergalerie: Das »Labor« des »Dr. Conti«

Eine Handvoll Zeugen, die zusammen umgerechnet 7,4 Millionen Euro für gefälschte Weine ausgegeben haben sollen, hätten sich bisher geweigert auszusagen, beklagte die Staatsanwaltschaft bei der jüngsten Anhörung in New York. Es wäre zwar möglich, diese vorzuladen, aber es würde Monate dauern, die Weinkeller auf Fälschungen zu überprüfen. Viele andere Weinsammler würden sich schlicht schämen, zuzugeben, geprellt worden zu sein.

»Habe Schande über meine Familie gebracht«
Weiters wurde ein Brief Kurniawans an Richter Richard Berman öffentlich, in dem sich der Angeklagte für seine Taten entschuldigte: »Was ich getan habe, war falsch. Nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch und gesellschaftlich. Ich habe sehr viel Schande und Peinlichkeit über meine Familie gebracht. In meinem Kulturkreis hat mein Verhalten den Ruf meiner Familie befleckt. Weder Zeit noch verbüßte Strafe werden ihn wieder reinwaschen können«, heißt es darin.

Seine Liebe zu seltenen Weinen sei zu einer Obsession geworden. Zudem habe er viele erfolgreiche und intelligente Menschen kennengelernt. »Ich dachte, diese Leute wären meine Freunde und ich wollte in ihre Welt aufgenommen werden. Jetzt ist mir klar geworden, dass das falsch und anmaßend war«, so Kurniawan. Der Brief endet mit den Worten: »Ich war in meinen zwei Jahren im Gefängnis ein Vorzeigehäftling. Bitte gestatten Sie mir, zu meiner Mutter zurückzukehren. Sie ist 66 Jahre alt und sehr krank. Sie braucht mich.«

(sb)

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