»Tullum« – neues DOCG-Gebiet in den Abruzzen

Blick auf Tollo

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http://www.falstaff.at/nd/tullum-neues-docg-gebiet-in-den-abruzzen/ »Tullum« – neues DOCG-Gebiet in den Abruzzen Eine der kleinen DOCGs Italiens. Wichtigster Produzent ist Feudo Antico. Zusammenarbeit mit Spitzenkoch Niko Romito. http://www.falstaff.at/fileadmin/_processed_/8/8/csm_01-Tollo-landscape-OK-2640_f61cae47ec.jpg

»Tullum« steht für Tollo, eine Gemeinde in den südlichen Abruzzen bei Chieti. Gelegen zwischen Adriaküste und dem fast 3000 Meter hohen Majella-Massiv hat Weinbau in diesem Gebiet lange Tradition. Das belegen zahlreiche Funde aus römischen Zeiten, die beim Umpflügen der Weinberge immer wieder an die Oberfläche gespült werden. Tonino Verna war immer von der besonderen Lage der Weingärten um Tollo überzeugt. Verna ist Präsident des Consorzio, der örtlichen Winzervereinigung. Im Brotberuf ist er Urologe am örtlichen Krankenhaus. Sein Herz aber schlägt für den Wein. Seit Jahren schon setzt er sich für »Tullum« ein. Auf seine Anregung hin unternahm die Uni Mailand unter Leitung von Attilio Scienza schon vor 15 Jahren eine genaue Bodenbestimmung und Parzellierung der Lagen um Tollo. 2008 wurde die DOC Tullum ausgewiesen, seit 4. Juli 2019 ist Tullum nun eine DOCG und damit in die höchste Qualitätsklasse Italiens aufgestiegen. Tonino Verna sieht seinen Lebenstraum realisiert. Stolz stellt er fest: »Die Anerkennung von Tullum als DOCG bestätigt zum wiederholten Mal, dass die Hügel um Tollo ein herausragendes Weinbaugebiet sind, geprägt von Historie, Tradition, Identität aber auch der Erforschung von Neuem.«

300 Hektar ist die DOCG Tullum groß – theoretisch. In der Praxis gibt es bisher einen einzigen Produzenten, Feudo Antico. Dieser Betrieb entstand aus einem Projekt einer ausgewählten Schar der lokalen Weinbauern, die ihre besten Parzellen dafür auswählten, knapp 20 Hektar. Bewusst konzentrierte man sich bei Feudo Antico auf die lokalen Sorten. Bei Weiß sind das Passerina und Pecorino, dazu kommt Montepulciano, die dominierende Rotweinsorte in den Abruzzen. Passerina überzeugt mit frischen, ansprechenden Aromen nach Agrumen und einer überraschend knackigen Säure. Der Pecorino ist voller, zeigt Noten nach Birne, Pfirsich und feine Kräuterwürze. Es gibt davon auch eine Bio-Version, die besonders spannend ist. Salzig und mit feinen Noten nach Bitterorangen und Granatapfel läuft der Cerasuolo, der Rosé, saftig über die Zunge. Den Schlusspunkt in der Präsentation setzt der Tullum Rosso Riserva 2015, der erst im Laufe des Winters in den Verkauf gelangen wird. Ein tiefgründiger, vielschichtiger Montepulciano, der sich mit erstaunlich Eleganz entfaltet. Da passt alles!

Feudo Antico verarbeitet auch einen Weinberg, der außerhalb der Grenzen der DOCG Tullum liegt. Und zwar weit außerhalb, hoch oben in den Bergen der Abruzzen. In Zusammenarbeit mit Spitzenkoch Niko Romito hat Feudo Antico in Castel di Sangro auf 900 Metern Höhe einen Weinberg mit Pecorino angelegt, den Vigneto Casadonna. Spätfröste und Hagelschlag setzen den Trauben zwar immer wieder arg zu, der Pecorino zeigt auf dieser Höhe aber ganz eigene Ausprägungen, ist ungewohnt kristallin und salzig. Am besten genießt man diesen einzigartigen Wein natürlich in Niko Romitos »Ristorante Reale«, mit direktem Blick auf die Reben. Ein unvergessliches Erlebnis!

Die DOC bzw. DOCG Tullum reiht sich in eine Reihe kleinerer DOCs, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte in den Abruzzen entstanden sind, wie Colline Teatine oder Villamagna. Die Absicht bei all diesen Mikro-DOCs ist klar: man will aus der großen DOC Montepulciano d’Abruzzo raus. Da ist zum einen die Verwechslungsgefahr mit dem Vino Nobile di Montepulciano, zum anderen auch das sehr niedere Preisniveau, zu dem Montepulciano oft gehandelt wird. Die Frage ist allerdings, wie solche Mikrozonen einem Weinliebhaber außerhalb Italiens oder auch nur außerhalb der Abruzzen kommuniziert werden? Viele Weingenießer in Nord- und Mitteleuropa wissen ja nicht einmal, wo genau die Region Abruzzen liegt. Vielleicht wären da doch die Verantwortlichen gut beraten, dem Namen der Kleinzone die Sorte Montepulciano nachzustellen. Dann weiß man immerhin, um welche Sorte es sich handelt.

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