Der Jahrgang 2013 lässt in Österreich auf vielversprechende Weine hoffen / Foto beigestellt
Der Jahrgang 2013 lässt in Österreich auf vielversprechende Weine hoffen / Foto beigestellt

Das österreichische Weinjahr begann nach einem niederschlagsreichen, moderat kalten Winter mit einem etwas späteren Austrieb, den Winzern blieben größere Frostschäden erspart. Dann kam ein sehr warmer Sommer, einer der fünf heißesten des letzten Jahrhunderts. Die damit verbundene Trockenheit verlangsamte den Reifefortschritt, erst Ende August setzen dann Niederschläge ein, gerade rechtzeitig, um die Zuckerwerte der Trauben wieder steigen zu lassen. Für die Lagenweine wurde mit der Ernte teilweise bis Anfang November gewartet. Die Weißweine in Niederösterreich sind fruchtbetont ausgefallen, der Säurekern ist markant ausgeprägt, der moderate Alkoholgehalt sorgt für guten und angenehmen Trinkspaß. Interessanter Nebeneffekt der Trockenheit: Die klein gebliebenen Beeren hatten wenig Most, bargen aber viele Aromastoffe in der Beerenhaut, was teilweise zu sehr intensiver Aromatik führte.

Roman Horvath, Chef der Domäne Wachau, resümiert zufrieden: »Die Veltliner zeigen sich kompakt, fest strukturiert, saftig und konzentriert. Die Säure ist höher als im Vorjahr, allerdings gestützt durch Substanz und Dichte und somit sehr balanciert. Die Rieslinge werden sich wohl unglaublich druckvoll, lebendig, straff und fruchtpräzise präsentieren.«

In Wien zeigt man sich mit dem Jahrgang ebenfalls sehr zufrieden. Gute Menge, angenehme Fruchtausprägung, gutes Säurerückgrat und entsprechende Sortentypizität – alles ist wunschgemäß vorhanden.

Auch im Burgenland lässt sich der Jahrgang 2013 mit der Wortfolge »schön – heiß – nass« beschreiben. Die Reife ließ sich auch hier Zeit, und ein Zuwarten zahlte sich aus. Schöne und reife Trauben waren heuer der »Lohn der Mutigen«. Aufgrund der Aromatik wird es ein schön fruchtbetonter Jahrgang werden, und der Alkohol­gehalt bewegt sich in konsumentenfreundlichen, sprich nicht allzu hohen Dimensionen.


In der Steiermark war bei der Ernte einiges an Auslesearbeit nötig, aber dieser Aufwand zahlte sich aus. Einsatz und Nervenstärke wurden belohnt, die gesunden Trauben brachten feinfruchtige, aber nicht zu üppige Weine mit einem guten Säuregerüst, das für harmonische Balance der Weine sorgt.


Alles in allem war es 2013 entscheidend, den richtigen Erntezeitpunkt zu wählen. Wem das gelang, der hat spannende Weine im Keller, mit denen die Konsumenten ihre Freude haben werden.

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Text von Peter Moser, Ulrich Sautter, Othmar Kiem
Aus Falstaff Nr. 02/2013

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