Top 10: Wissen und Witz rund um die Wurst

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3. Gut gestupft

Was hat eigentlich ein »Käsefußerl« am Würstelstand verloren? Der Hintergrund dazu liegt in der Zubereitung der beliebtesten Wiener Bratwurst, der Käsekrainer. Empfohlen wird, die Wurst vor dem Braten oder Grillen zu »stupfen«, sie also mit einem spitzen Gegenstand, einzustechen. Wird die Wurst dann erhitzt, tritt etwas Käse aus und bildet eine Kruste an der Wursthaut, das so genannte »Käsefußerl«.

1. Wurst richtig kochen

Wurst – egal ob Frankfurter, Debreziner oder Weißwurst – gilt als einfaches Gericht. Dennoch kann man bei der Zubereitung auch so manches falsch machen. Wird die Wurst gekocht, sollte man unbedingt darauf achten, dass das Wasser nicht zu heiß ist. Denn dann läuft die Wurst Gefahr, durch den im Inneren gebildeten Dampf zu platzen. Für die richtige Zubereitung empfiehlt es sich das Wasser im Topf zunächst aufzukochen, den Topf dann von der Herdplatte zu ziehen – die Temperatur sinkt dann knapp unter den Siedepunkt - und die Wurst darin ca. zehn Minuten ziehen zu lassen.

Rezeptinspirationen rund um die Wurst

2. Der Wurst ein Opfer bringen

Manche schwören bei der Wurst-Zubereitung auf die so genannte »Opferwurst«. Damit die Würste, die man später servieren möchte, während dem Kochen im Wasser nicht auslaugen, also ihr Aroma verlieren, wird eine Wurst geopfert. Diese wird kleingeschnitten im Wasser ausgekocht, bevor die anderen Würste zubereitet werden, wodurch diese dann ihren Geschmack behalten.

Wie das genau funktioniert erklärt der Wiener Physiker, Kabarettist und Autor Werner Gruber im Video:


Es geht um die Wurst: Falstaff sucht den beliebtesten Würstelstand in Wien

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4. Wurstgeschichte

Man denkt zwar, dass Wurst eine deutsche bzw. österreichische Tradition ist, aber bereits die alten Griechen und Römer bereiteten Würste in ihrer Urform zu. Homer berichtete etwa in der Odysee (ca. 700 v.Chr.) von Kriegern, die sich vor dem Aufbruch in den Kampf mit Blut-gefüllten Tierdärmen zu stärken pflegten.

5. Bayrische Tradition

Wer Wurst sagt, muss auch Weißwurst sagen. Sie zählt wohl zu den bekanntesten Wurstspezialitäten der Welt, doch was hat es eigentlich damit auf sich, dass man sie nicht nach 12 Uhr mittags essen sollte? »Die Weißwurst darf das 12-Uhr-Läuten nicht hören«, heißt es. Die Tradition geht auf die seinerzeit mangelnden Kühlmöglichkeiten zurück. Da es sich bei der Weißwurst um ein Frischeprodukt handelt, musste sie rasch verzehrt werden. Eine andere Erklärung besagt, dass die Weißwurst in Gaststätten als Verpflegung für Handwerker serviert wurde. Diese mussten spätestens zu Mittag die Plätze für das wohlhabende Bürgertum räumen und daher wurden Weißwürste nur vormittags serviert.

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6. Innovation

Rund um den Globus gibt es tausende Sorten Wurst, allein in Deutschland sind es über 1500 – unterteilt in Brühwurst, Kochwurst und Roh- bzw. Dauerwurst. Neben den traditionellen Sorten lassen sich kreative Fleischer immer wieder zu innovativen Kreationen hinreißen. So hat etwa ein deutscher Metzger vor geraumer Zeit eine grüne Matcha-Weißwurst entwickelt, während die österreichische Wursttradition von Richard Holmes bereichert wird. Mit seinem Label Britwurst und Kreationen wie »Beef Marsala with Apricot« regt er zum Blick über den Wurst-Tellerrand an.

britwurst.com

7. Wurstmuseum und Kuschelwurst

Was dem Wiener die Käsekrainer, ist dem Berliner die Currywurst. Und um der Wichtigkeit der deutschen Wurstspezialität entsprechend Ausdruck zu verleihen gibt es in der Hauptstadt ein eigenes Currywurst-Museum. Im Rahmen der Erlebnisausstellung kann man der Geschichte der Currywurst auf den Grund gehen und die kultige Spezialität multisensorisch entdecken.

Ein sinnliches Erlebnis der besonderen Art versprechen auch die Produkte aus der laut eigenen Aussagen ersten Textilfleischerei der Welt, die sich ebenfalls in Berlin befindet. Neben klassischen Metzgerei-Produkten gibt es auch Kuschelwürste – etwa ein Bockwurstkissen oder ein Leberwurst-Stillkissen – im Angebot.

www.aufschnitt.net


»Wurst ist eine Götterspeise. Denn nur Gott weiß, was drin ist.«
Jean Paul (eigentlich Johann Paul Friedrich Richter; deutscher Schriftsteller)

8. Wurst an der Wand

Das Alltägliche in einen neuen Kontext setzen, das ist das Ziel des Tiroler Künstlers HNRX. Und das macht er unter anderem in Form von überdimensionalen Wurst-Wandgemälden im öffentlichen Raum rund um den Globus. Mit seiner Urban Art will HNRX keinerlei politisches Statement setzen, wie es bei anderen Graffitti-Künstlern meist der Fall ist. Es gehe ihm schlicht um den Spaß an der Sache. Und was macht schließlich mehr Spaß als Wurst?


9. Wurst-Poesie und Wurst-Musik

Tatsächlich gibt es mit André Kudernatsch einen Autor, der der Wurst einen ganzen Gedichtband gewidmet hat. Darin befindet sich eine Sammlung seiner Wurst-Poseie, darunter so klingende Lyrik wie das folgende Werk:

Leberwurst
Leberwurst, ob grob, ob fein
Ist aus kleingehacktem Schwein
Und ist die Leberwurst mal grau
War’s eben eine alte Sau

salierverlag.de/wurstgedichte

Einen musikalischen Zugang zur Wurst hat die Fleischerei Buchberger aus dem steirischen Pöllau gewählt. Den Sound der Wurst-Produktion brachte man in Kooperation mit dem Wiener Design-Studio Riebenbauer auf eine Schallplatte. Diese will als Ode an das Fleischerhandwerk und die Kunst des Wurstens verstanden werden und spannt den dramaturgischen Bogen über fünf Akte: Leben, Tod, Fleischhacken, Wursten und Schmaus.

www.buchberger.co.at

© Falstaff / Topitschnig

10. Sprichwörtlich Wurst

Die Wurst inspiriert nicht nur Künstler und Literaten, sie fand auch Eingang in zahlreiche Sprichwörter bzw. in die Alltagssprache. Es ist einem etwas Wurst, wenn es egal ist. Wahrscheinlich, weil es früher auch gang und gäbe war, alles mögliche in der Wurst zu verarbeiten. In Wien bzw. Ost-Österreich ist auch »ist mir Blunzn« – also: Blutwurst – üblich, um Gleichgültigkeit zum Ausdruck zu bringen. Optimismus wird verbreitet, wenn ein »Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei« ausspricht. Und weniger nett ist es, wenn man sein Gegenüber als »beleidigte Leberwurst« bezeichnet. Diese Redewendug hat ihren Ursprung in längst vergangenen Zeiten, als man noch annahm, dass die Leber Zentrum von Emotionen wie Wut und Zorn sei.


Buchtipp

© Knaus

Dass die Wurst viel mehr ist, als ein Lebensmittel, davon ist Kunsthistoriker und Wurst-Ethnologe Wolfger Pöhlmann überzeugt und hat mit seinem Ende 2017 erschienen Buch die Kulturgeschichte der Wurst in Deutschland – rund um den Globus als Wurstnation bekannt - nachgezeichnet.

Wolfger Pöhlmann
Es geht um die Wurst
Eine deutsche Kulturgeschichte

Verlag: Knaus, 464 Seiten


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