Top 10 Don'ts bei Weinverkostungen

© Falstaff/Nadine Studeny

© Falstaff/Nadine Studeny

Wer kennt sie nicht, die selbsternannten Weinexperten, die sich am Verkostungstisch aufbauen und dem Winzer lautstark erklären, wie er seinen Wein zu machen hat? Oberste Maxime dabei ist, dass kein anderer derweil verkosten kann, weil man ja selbst so wichtig ist. Diese Zeitgenossen nehmen es mit dem Ausspucken auch nicht so ernst und am Ende der Verkostung darf man sowohl am Hemd als auch am torkelnden Gang sehen, wie fleißig man verkostet hat. Manchmal darf auch jeder was davon haben, nämlich wenn beim Rotwein-im-Glas-Zentrifugieren der Inhalt großzügig auf die Umstehenden verteilt wird. Wir haben die zehn populärsten Fails bei Verkostungen gesammelt, viel Spaß beim Lesen...

1. Weiße Kleidung

Der erste Fehler passiert oft schon zuhause vor dem Kleiderschrank. Erfahrene Besucher von Weinverkostungen wählen dunkle Kleidung, denn aufgrund verschiedener Umstände (siehe Punkte 5 und 6) kann die Kleidung Flecken davon tragen, besonders wenn es um Rotweinverkostungen geht. Gemein ist es vor allem dann, wenn man von anderen angeschüttet oder angespritzt wird. Wenn man sich selbst ansabbert ist das Karma wenigstens im Lot.

2. Vorglühen

Es kann eine durchaus zähe Geschichte sein, wenn man sich bei einer Weinverkostung einen gepflegten Rausch heranzüchten will. Die Winzer schenken ja immer so wenig ein (siehe Punkt 6)! Echte Party-People kommen zu den Weinverkostungen daher schon mit einem eleganten Damen-Spitzerl, damit das Sprücheklopfen auch leicht von der Zunge geht (siehe auch Punkt 3).

3. Möglichst viel Wein-Wissen preisgeben

Das Wein-Know-How vieler Besucher ist derart umfassend, dass man es auf keinen Fall für sich behalten sollte. Das bei unzähligen Diplomandenseminaren an Wirtshaus- und Heurigentischen erworbene Wissen möchte geteilt werden und die Weinbauern freuen sich sehr, wenn sie etwas dazu lernen können. 

4. Den Platz am Verkostungstisch behaupten

Manchmal ist es ob großen Besucherandrangs gar nicht so einfach, zu den Winzern vorzudringen. Deswegen sollte man sich möglichst breit machen und keinen Zentimeter zurückweichen, wenn man sich vor dem Verkostungstisch aufgebaut hat. Die anderen Gäste sollen wo anders hingehen, damit man in Ruhe schwadronieren kann. Siehe Punkt 3.

Echte Verkostungsprofis haben übrigens zumindest zwei Verkostungsgläser und einen privaten Spucknapf, die muss man ja dann ja auch irgendwo abstellen, damit man sich seine Notizen machen kann.

5. Spucknapf-Challenge

Es ist wahrlich erstaunlich, dass ein Spucknapf die Menschen vor so große Herausforderungen stellen kann. Aber immerhin, wer den Spucknapf als solchen erkannt hat, hat schon halb gewonnen. Viele spucken auch einfach in den Weinkühler, wenn grad mal keine Flasche drin steht. Und dann gibt es diese Spuck-Akrobaten, die sich nicht zum Napf bücken wollen und super cool aus einem Meter Entfernung treffen wollen. Da haben dann alle was davon. Manchmal mag es vorkommen, dass das Serviceteam die Näpfe nicht rechtzeitig leert und die Spucke-Wein-Cuvée schon bis zum Rand steht. Dann treten jene auf den Plan, die noch einen Gupf spucken wollen. Geht auch nicht immer gut aus.

Aber grundsätzlich ist gar nichts einzuwenden, wenn man die Spucknäpfe benutzt, wenn man viele Weine probieren will. Spuck-Verweigerer erkennt man am Ende der Veranstaltungen an temporären Lähmungen des Sprachzentrums und unvermittelt auftretenden Störungen des Gleichgewichtssinns.

6. Es darf ein bisserl mehr sein

Manche Besucher verwechseln die Verkostungstische mit einer Schank und die Winzer mit Schankburschen. »Mehr, mehr, mehr!« hört man da oft als motivierende Aufforderung. Oder auch sehr originell: »A bissl wos hot scho no Plotz drin«. Weinverkostungen werden meist zu dem Zwecke organisiert, dass man die Weine verkostet – deshalb werden auch Verkostungs-Schlucke eingeschenkt und keine Achterln.

Tipp: Man kann die Weine am Weingut oder beim Händler des Vertrauens käuflich erwerben. Dann kann man sich auch einschenken so viel man will.

7. Nur das Beste ist gut genug

Damit man den Eintritt möglichst rasch und rationell wieder herinnen hat, bestellt man bei jedem Winzer am besten nur den teuersten Wein. Auch wenn man den beim Winzer sowieso nie kaufen würde. Macht Sinn.

8. Glas-Bons verlieren

Es soll vorgekommen sein, dass sich Weinfreunde den Eintritt durch das Einsammeln leerer Weingläser wieder hereingeholt haben. Deswegen gibt es diese lästigen Bons die man vorweisen muss, um den Glaseinsatz wieder zurück zu bekommen. Doch wer sich die Geschmäcker von hundert Weinen merken will, der kann nicht auch noch an so banale Dinge wie Gläserbons denken. Lustige Witze und anzügliche Bemerkungen helfen meist in solchen Situationen, besonders wenn schon mehrere Menschen hinter einem warten und man noch immer in den Taschen nach dem Bon kramt. Wenn man den Einsatz trotz aller Geselligkeit nicht zurück bekommt, dann wirft man das Glas am besten einfach auf den Boden. Scherben bringen ja schließlich Glück.

9. Flaschen mitgehen lassen und After-Party feiern

Um möglichst viel vom sicherlich überteuerten Eintritt zurück zu bekommen, sollte man immer ganz bis zum Schluss bleiben und abwarten bis die Winzer eingepackt haben. Die offenen Flaschen bleiben dann meist am Verkostungstisch stehen und dann heißt es schnell sein: Man nehme sich so viele Flaschen wie man tragen kann, denn dann kann man vor der Location noch seine persönliche After-Party feiern. Wenn man den Gläserbon eh nicht mehr findet, dann hat man für sein Glas wenigstens noch Verwendung. (Wenn man es nicht schon auf den Boden geworfen hat, siehe Punkt 8).

Tipp: Wenn man schon dabei ist: Vielleicht finden sich noch weitere Souvenirs – Flaschenöffner, Dropstops, Kühlmanschetten etc. kann man immer brauchen.

10. Mit dem Auto nach Hause fahren

Das wäre dann der letzte Fehler bei einer Weinverkostung.

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