Stephen Twining beim Interview in der Künstler-Kantine im Wiener Ronacher
Stephen Twining beim Interview in der Künstler-Kantine im Wiener Ronacher / Foto: Groll PR

Anlässlich der Präsentation der neuen Frucht- und Kräutertees im Twinings-Portfolio weilte der direkte Nachfahre der Gründer der 300 Jahre alten Tee-Dynastie zu Besuch in Wien. Das Unternehmen wurde im Jahr 1706 in London gegründet und ist auch heute noch offizieller Tee-Lieferant des britischen Königshauses. Twinings hat den »Earl Grey« und den »Lady Grey« erfunden – die zweite Mischung ist eine geschützte Marke, die nur Twinings verwenden darf. 

Österreich ist ein Land, in dem der Anteil an Kräuter- und Früchtetees mit über drei Viertel besonders hoch ist. Deshalb hat Twinings drei weitere Kräuter- und fünf neue Früchteteemischungen (alle Infos auf www.twinings.at) exklusiv für die Alpenrepublik kreiert. Im Falstaff-Interview berichtete »Mr. Tea« von seinen persönlichen Tee-Vorlieben, seinen Bezug zu Österreich und die grauslichste Tee-Zubereitung, die dem Globetrotter je auf seinen Reisen begegnet ist.


Falstaff: Sie trinken neun Tassen Tee pro Tag, welche Sorten
bevorzugen Sie in der Früh und welche am Abend?

Stephen Twining: Ich beginne den Tag gerne mit einem kräftigen Tee, einem typischen »English Breakfast Tea«. Zu Mittag schätze ich unseren »Lady Gray«. Am Nachmittag hängt meine Tee-Wahl sehr von Stimmung und Wetter ab - das kann Grüner Tee, Früchtetee oder Kräutertee sein. Nach dem Abendessen trinke ich beispielsweise gerne »Earl Grey«.

Was rundet für Sie ein perfektes Menü ab Tee oder doch eher Wein?
Beides. Zu den einzelnen Gerichten bevorzuge ich guten Wein, der mit der Speise harmoniert. Aber nach dem Essen gehört für mich zu einem perfekten Abschluss eine gute Tasse Tee dazu, sehr gerne auch in Kombination mit einem guten Portwein oder einem Glas Weinbrand. Zu Portwein passt übrigens »Earl Grey« sehr gut, zu Cognac trinke ich gerne »Lady Grey«. Aber auch da kann man je nach Geschmacksintensität, Stärke und nach persönlichen Vorlieben variieren.

Kennen Sie österreichische Weine?
Ich habe bei meinen Österreich-Aufenthalten immer Weine von hier getrunken und schätze sie sehr. Leider konnte ich mir keinen Namen merken, aber ich erkenne die Marken wieder. Und letztens habe ich sogar ein Weingut besucht und mir eine Menge Rotwein gekauft.

Trinken Sie auch Kaffee?
Ja, aber nicht sehr oft, höchstens zwei Mal in der Woche. Ich habe nichts gegen Kaffee, aber für mich ist Tee viel wichtiger.

Einige Kaffee-Unternehmen setzen in ihrer Kommunikation immer
mehr auf die
»Grand Cru«-Philosophie, wonach großer Wert auf die
exakte Herkunft gelegt wird. Ist das eine Strategie, die auch für Sie
in Frage käme?

In traditionellen Tee-Ländern werden so genannte »Single Estate Teas« gehandelt, wo man nicht nur Unterschiede in der Herkunft erkennen kann, sondern auch bei Jahrgängen und sogar bei den verschiedenen Ernte-Monaten, da ja Tee in vielen Regionen mehrmals im Jahr geerntet wird. Unsere Tees sind aber von erfahrenen Tee-Verkostern zusammengestellte Blends, wodurch die Qualität konstant hoch bleibt und die Erwartungen unserer Kunden nicht enttäuscht werden.

Wie wichtig sind für Sie biologische Anbauweise und nachhaltige Bewirtschaftung?
Sehr wichtig! Damit das aber kein reines Lippenbekenntnis bleibt, ist Twinings Mitglied der NGO »Ethical Tea Partnership« (ETP), die nicht nur die Arbeitsbedingungen der Plantagenarbeiter überwacht, sondern auch die Nachhaltigkeit im Anbau und der weiteren Verarbeitung streng überprüft. Das ist wirklich eine tolle Sache auf die wir sehr stolz sind, es gibt nur einen Nachteil: die ETP ist noch zu wenig bekannt, was wir aber in Zukunft ändern wollen.

Sie sind ein richtiger Globetrotter und das ganze Jahr rund um die Welt unterwegs wo fahren Sie hin, wenn Sie Urlaub machen?
Ich versuche tunlichst, Flughäfen zu vermeiden. Ich habe beispielsweise Freunde in Westösterreich, mit denen ich mit dem Auto in den Alpen und in Italien unterwegs war, was ich sehr genossen habe.

Es gibt verschiedenste Arten, Tee zuzubereiten man kann Zucker, Milch, Zitrone, Schnäpse und viele weitere Dinge hinzufügen. Was war die schlimmste Zubereitung, mit der Sie je konfrontiert wurden?
Ich persönlich trinke meinen Tee immer pur, da jegliche Beimengung den Geschmack beeinflusst. Aber wichtig ist, dass jeder seine Tasse Tee so trinken soll, wie sie ihm selbst am besten schmeckt und gut tut. Aber einmal auf einer Reise – das Land verrate ich nicht – wurde mein Tee aus einer lokalen Tradition heraus mit gekochter Milch anstelle von Wasser zubereitet, was mit dem gewünschten Geschmack nicht mehr viel zu tun hatte.


Das Interview führte Bernhard Degen.

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