Stürmisch in den Herbst

Immer in der linken Hand, und nicht anstoßen: So will es die Sturm-Etikette.

 

© ÖWM/Blickwerk Fotografie

Immer in der linken Hand, und nicht anstoßen: So will es die Sturm-Etikette.

 

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Echt saisonal

Was der Spargel im Frühling, ist der Sturm im Spätsommer und Herbst – eine Köstlichkeit, auf die man sich schon das ganze Jahr freut, da ihre Verfügbarkeit begrenzt ist. Mit Fug und Recht kann Sturm als das letzte echte Saisonprodukt bezeichnet werden, laut Weingesetz darf er nämlich ausschließlich zwischen 1. August und 31. Dezember des jeweiligen Erntejahres in den Verkauf gehen. Auch wenn es somit von Gesetz wegen möglich wäre: Zu Silvester ist Sturm nur selten im Glas zu finden, denn seinen Höhepunkt erlebt er von der Zeit der Weinlese bis zu Martini (11. November) und gibt somit einen feinen Vorgeschmack auf den jeweiligen Jahrgang. Neben dem Doppler als klassischem »Sturm-Behälter« finden bei besonders qualitätsbewussten Winzern vermehrt auch recyclebare Ein-Liter-Glasflaschen Verwendung.

Einzigartig regional

Wo »Sturm« draufsteht, ist zu 100 Prozent Österreich drin, so will es tatsächlich das Weingesetz. Verwendet werden in erster Linie früh reifende Rebsorten wie Müller-Thurgau, Frühroter Veltliner und Bouvier. Sie vereint ein milder, säurearmer Geschmack und ein feines Bukett, das bei Müller-Thurgau und Bouvier an Muskat, beim Frühroten Veltliner an Blüten erinnert. Ausgefallener geht es im Süden des Burgenlands um den Eisenberg zu, wo der Uhudlersturm beheimatet ist. Das meist pinke bis rote, nach Walderdbeeren duftende Getränk wird aus verschiedenen Sorten mit klingenden Namen wie Noah, Isabella oder Elvira verschnitten. Auch der steirische Schilchersturm sticht durch seine Farbe und seinen einzigartigen Charakter heraus. Er ist frisch, fruchtig und ur-steirisch, da die Sorte dafür, der Blaue Wildbacher, nur in der Steiermark, und dort vor allem in der Weststeiermark, wächst.

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Nomen est omen

Der Sturm ist, wie der Name bereits vermuten lässt, ein lebendiges Getränk: per Definition ein sich in Gärung befindender, noch trüber Traubensaft, in dem die Hefen weiter daran arbeiten, Zucker in Alkohol umzuwandeln. Somit schmeckt frischer Sturm süßer und molliger und wird, wenn man ihn weitergären lässt, mit der Zeit trockener und kräftiger. Wichtig dabei: Während des Gärungsprozesses entsteht Kohlensäure, daher sollten Sturmflaschen nie dicht verschlossen werden, damit sie nicht bersten. Das macht ihren Transport etwas schwierig. Die Lösung: Den Sturm am besten direkt beim Produzenten trinken.

Sturm erleben

Österreichs Winzer sind für ihre Gastfreundschaft berühmt, viele von ihnen betreiben zudem einen Buschenschank oder Heurigen, in dem auch das passende kulinarische Angebot zum Sturm geboten wird. Mit seiner süßen Spritzigkeit passt er nämlich perfekt zur klassischen Brettljause mit Schinken, Käse und Aufstrichen sowie zur herbstlichen Saisonküche. Auf oesterreichwein.at finden Sturmfreunde Winzerbetriebe mit Ab-Hof-Verkauf, Gastronomie und Ausg’steckt-Terminen. Für einen mehrtägigen Ausflug in die Weinbaugebiete lassen sich auch bequem Übernachtungsmöglichkeiten am Weingut herausfiltern. Damit steht einem im besten Sinne stürmischen Herbst nichts mehr im Weg!

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