Stroh-Chef Harold Burstein im Interview

Harold Burstein

© Stroh

Harold Burstein

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Als Sebastian Stroh in St. Paul im Kärntner Lavanttal im Jahr 1832 seine ersten Schnäpse brannte, legte er den Grundstein für eine österreichische Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. Anlässlich des 185-jährigen Jubiläums traf Falstaff den Stroh-Geschäftsführer Harold Burstein, der seit dem Jahr 2001 bei dem Traditionsunternehmen arbeitet und das Unternehmen im Jahr 2008 im Rahmen eines Management-Buy-Outs erworben hat. Burstein betont den hohen Exportanteil der Stroh-Produkte: »Von Österreich alleine könnten wir nicht leben«. Zwei Drittel der Produktion gehen in den Export, zu den Abnehmern zählen mittlerweile 45 Länder rund um den Globus.

Kult-Ikone mit 80 Prozent

Harold Burstein hat sich in den vergangenen Jahren sehr intensiv um den Export bemüht, will sich nun aber wieder verstärkt um den Heimmarkt kümmern. Dabei sieht er Österreich mit seinen rund 140 Millionen Touristen-Nächtigungen auch als Marktplatz. Vor allem der 80-prozentige Stroh Inländer Rum ist eine Ikone, die immer noch gerne als Souvenir mitgenommen wird. Besonders in Westösterreich ist die Marke Stroh sehr populär und von den Umsätzen her schier unschlagbar. »Ich bin noch nie so ehrfürchtig behandelt worden, als ich 2008 nach Reutte kam.« Die Supermärkte dort bestellen Stroh Rum und Jagatee nicht in Kartons, sondern palettenweise.

Von der Küche in die Bar

»In Österreich ist die Marke aber nicht sexy«. Harold Burstein hat die Vertriebsstrukturen geändert und auch die PR-Arbeit neu aufgesetzt. Hierfür konnte er Gigi Schoeller gewinnen, mit der er vor vielen Jahren schon Sandeman in Österreich erfolgreich etabliert hat. Gemeinsam wollen sie einerseits die positiven Assoziationen mit Stroh lebendig halten – am häufigsten werden diese drei Begriffe genannt: Weihnachten, Oma, Küchenkastl. »Kochen und Backen boomt! Stroh Inländer Rum ist ein Positionierungsjuwel«, freut sich Burstein. Andererseits sollen über die Küche (von Gastronomiebetrieben) auch die Bars erobert werden. Noch heuer soll ein High-End-Jubiläums-Rum auf den Markt kommen, der auf 1.000 Flaschen limitiert werden soll.

Stroh Fire

Mit dem Stroh Fire 20% wurde ein altes, verloren geglaubtes Rezept aus dem Hause Stroh wiederbelebt. Stroh Fire ist eine einzigartige Likörkomposition, die mit einer hausgemachten Infusion aus roter Hot Bird’s Eye Chili versetzt wird, die ihm eine markante und fruchtig-feurige Würze verleiht. Dabei handelt es sich um ein Shot-Getränk, das in den Aprés Ski-Betrieben in Westösterreich besonders gut ankommt. Das Kern-Geschäft wird aber immer noch mit dem klassischen Stroh Inländer Rum gemacht. Burstein konnte diese Spezialität EU-weit schützen: Einerseits ist der Name gesichert, aber auch das typische Aromaprofil darf nicht kopiert werden.

www.stroh.at 

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    Baba mit Rum
    Beschwipstes Germ-Küchlein aus Lorraine - mit Video-Tutorial von Falstaff-Blogger Julian Kutos.
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