Machen jetzt »Feierabend«: Philipp (l.) und Christoph Ströck / © Falstaff, Topitschnig
Machen jetzt »Feierabend«: Philipp (l.) und Christoph Ströck / © Falstaff, Topitschnig

Zugegeben, der Ströck »Feierabend«, der nun in der Landstraßer Hauptstraße eröffnet hat, könnte so manchen Gast verwirren. Das Bistro, das an die »normale« Filiale des Großbäckers angeschlossen ist, hat eigentlich immer offen. Untertags ist hier allerdings Selbstbedienung die Devise. Ab 16 Uhr beginnt dann der eigentliche »Feierabend« – mit Bedienung, mit Wein. 30 Posten, darunter viele Bio-Tropfen, befinden sich auf der Karte. Auch eine eigene »Feierabend«-Weinlinie, die in Kooperation mit wechselnden Winzern entsteht, gibt es. Für den Auftakt von »1« – ein Gemischter Satz – und »2« – eine Cuveé aus Zweigelt, Merlot und Cabernet Sauvignon – hat man sich den Wiener Winzer Rainer Christ ausgesucht.

Profis an Bord
Und natürlich gibt es dann auch spezielle Kreationen aus der Küche. In der werkt Christopher Schramek (seit 2010 bei Ströck). Den kennt Gastronom und »Feierabend«-Chef Christoph Ströck noch vom »Meinl am Graben«, wo der gelernte Koch einst in der Küche stand. Für die Desserts zeichnet Pierre Reboul verantwortlich, der sich seit Herbst 2012 mit der Ströck'schen Patisserie befasst – zunächst für das Sortiment in den Shops, nun eben auch für den »Feierabend«.

Modern präsentiert sich auch der integrierte Backshop / © Falstaff, Topitschnig
Modern präsentiert sich auch der integrierte Backshop / © Falstaff, Topitschnig


Modern präsentiert sich auch der integrierte Backshop / © Falstaff, Topitschnig

Eigener Gemüsegarten
Die Schlagworte regional und saisonal – vielerorts bedeutungslose Floskeln – nimmt Christoph Ströck sehr ernst. Auf der Karte wird man – mit wenigen Ausnahmen – nichts finden, was nicht diesem Anspruch gerecht wird. Und das geht sogar so weit, dass man in Aspern einen eigenen Gemüsegarten bewirtschaftet. Hier werden zum Beispiel Paprika angepflanzt, die dann zu einem wunderbar fruchtigen Chutney mit feiner Schärfe verarbeitet werden und mit einem Beef Tartar vom Donauland-Rind (€ 11,90) auf dem Teller landen. Geboten wird eine frische, junge Wiener Küche mit Comfort-Food-Highlights wie den Feierabend-Würstel vom Schwein nach Hausrezept mit Erdäpfelpüree, geschmorten Schalotten und Safterl (€ 8,90).

Beef Tatar (l.), eine kleine Portion der Feierabend-Würstel (r.) und Brioche-Stangerl flaumig gebacken mit Marillenragout & Haselnusscreme (unten; € 5,90) / © Falstaff, Topitschnig
Beef Tatar (l.), eine kleine Portion der Feierabend-Würstel (r.) und Brioche-Stangerl flaumig gebacken mit Marillenragout & Haselnusscreme (unten; € 5,90) / © Falstaff, Topitschnig

 

Beef Tatar (l.), eine kleine Portion der Feierabend-Würstel (r.) und Brioche-Stangerl flaumig gebacken mit Marillenragout & Haselnusscreme (unten; € 5,90) / © Falstaff, Topitschnig

Beef Tatar (l.), eine kleine Portion der Feierabend-Würstel (r.) und Brioche-Stangerl flaumig gebacken mit Marillenragout & Haselnusscreme (unten; € 5,90) / © Falstaff, Topitschnig
Beef Tatar (l.), eine kleine Portion der Feierabend-Würstel (r.) und Brioche-Stangerl flaumig gebacken mit Marillenragout & Haselnusscreme (unten; € 5,90) / © Falstaff, Topitschnig



Vielseitig
Das Konzept ist umfassend: Weinfreunde sollten sich hier ebenso gut aufgehoben fühlen wie das urbane Fortgeh-Volk, das vor dem Club schnell noch auf einen Happen und einen Cocktail geht – ins Glas kommen dabei keinen Standard-Spirits. »Alles aus Österreich«, so Christoph Ströck stolz. Blue Gin von Falstaff Meisterbrenner Hans Reisetbauer etwa, der dann zum Beispiel mit Basilikum und Fentimans Victorian Lemonade zum »Feierabend-Gin« (€ 9,50) wird. Nachmittagskaffeerunden oder Afterworks-Freunde möchte man genauso ansprechen. »Um 18 Uhr wird dann das Licht gedimmt und die Musik dezent lauter«, erklärt Ströck. Und dann wären da noch die Frühstücker, die wochenends auf ihre Kosten kommen. Denn da hat der »Feierabend« bereits ab 7 Uhr geöffnet und wartet mit einer vielfältigen Frühstückskarte auf.

Die Feierabend-Brotkreationen mit einer herrlich reschen Kruste und einem luftig-feinen Innenleben / © Falstaff, Topitschnig
Die Feierabend-Brotkreationen mit einer herrlich reschen Kruste und einem luftig-feinen Innenleben / © Falstaff, Topitschnig


Brot als gemeinsamer Nenner
Eine Konstante gibt es aber trotzdem: »Die Hauptrolle spielt das Brot«, so Christoph Ströck. Eigens für den »Feierabend« hat sein Bruder, der Bäckermeister Philipp Ströck drei Brotspezialitäten (Bio-Feierabend-Laib, -Wecken und -Körndlbrot) kreiert. Allesamt aus Sauerteig, wobei er den Mutterteig liebevoll »Mama« nennt und über Monate hinweg »füttert«.

Kreativ-Pool
Die Ideen scheinen den Ströck-Brüdern jedenfalls nicht auszugehen, denn auch was Interieur und selbst das Design der Service-Bekleidung betrifft, hat man nichts dem Zufall überlassen. Christoph Ströck hat hier ein großes Netzwerk an kreativen Köpfen für sein »Feierabend«-Projekt zusammengebracht. Die Schürzen hat beispielsweise Marina Hörmanseder entworfen, die auch für Weltstars wie Lady Gaga Outfits designt. 

Ströck »Feierabend« in der Landstraßer Hauptstraße / © Falstaff, Topitschnig
Ströck »Feierabend« in der Landstraßer Hauptstraße / © Falstaff, Topitschnig


Ströck »Feierabend« in der Landstraßer Hauptstraße / © Falstaff, Topitschnig


Vom Schulbub bis zur Oma
Und was sagt er dazu, dass nicht weit vom »Feierabend« mit dem »Joseph Bistro« unlängst ein ganz ähnliches Lokal eröffnet hat. »Wir haben unser Konzept bereits im vergangenen Sommer präsentiert, es aber nicht hinausposaunt. Damals war vom ›Joseph Bistro‹ noch keine Rede – es ist halt so«, kommentiert Ströck. Außerdem spreche man ein anderes Publikum an – auch preislich.

Apropos Publikum: Fragt man den Hausherrn nach der Zielgruppe, heißt es »Jeder soll sich hier wohlfühlen«. Es sei wie eben in einer Bäckerei auch: »Da kommt der Schulbub, um sich einen Kakao zu kaufen ebenso wie die Oma, die nachmittags ein Kipferl haben will«.

www.stroeck-feierabend.at

 

(Marion Topitschnig)

 

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