Steiermark: Das Grüne Herz als Top-Destination

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer

© Dennis Williamson / Steiermark Tourismus

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer

© Dennis Williamson / Steiermark Tourismus

Falstaff: Herr Landeshauptmann, elf neue Erlebnisregionen für die Steiermark – die neue Struktur im steirischen Tourismus wird am 1. Oktober 2021 in Kraft treten. Ist das als ein Re-Start für den Tourismus nach der Corona-Pandemie zu sehen?
Hermann Schützenhöfer: Die Corona-Epidemie hat uns alle, aber auch insbesondere den heimischen Tourismus, lange in Atem gehalten. Generell ist der Tourismus leider eine der am stärksten betroffenen Branchen. Gemeinsam mit dem Regierungspartner, der zuständigen Landesrätin sowie der steirischen Tourismusgesellschaft werden wir alles versuchen, um die Weichen für eine noch bessere Zukunft zu stellen. Mit der neuen Struktur haben wir den Grundstein dafür bereits gelegt, um als »Grünes Herz Österreichs« schlagkräftiger auftreten zu können.

Die Steiermark ist ein Land voller Vielfalt. Von der Kulinarik, der Natur bis zur Kultur. Was sagen Sie als Landeshauptmann, was zeichnet das Land – oder besser – was zeichnet die Steirerinnen und Steirer aus?
Es ist schön in einem Land zu leben, in dem es von der Wirtschaft über die Wissenschaft bis zum Tourismus alles gibt. Ich glaube, wir Steirerinnen und Steirer sind besonders stolz auf unsere Heimat – vom Dachstein bis ins Thermenland. Was uns Steirerinnen und Steirer auszeichnet? Ich sage immer, wir haben Kultur in der Seele und Genuss im Blut. Die steirische Gastfreundschaft und Lebensfreude sind weit über die Grenzen Österreichs bekannt.

Wenn wir schon bei der Kulinarik sind: Sie haben bei unserem letzten Interview gesagt »Vom Schinken bis zum Käse und vom Apfel bis zur Schokolade zeigt sich die Vielfalt der Steiermark.« Glauben Sie, die Corona-Krise hat etwas in der Wahrnehmung der Menschen geändert, was heimische Produkte betriff?
Genuss ist ein steirisches Lebensgefühl. Die Epidemie hat verdeutlicht, dass wir Köstlichkeiten, um die uns andere Länder beneiden, vor der eigenen Haustüre haben. Es war ja insbesondere während der Krise für unsere Wirtschaft und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wichtig, Verantwortung zu übernehmen und bei heimischen Betrieben einzukaufen. Jeder Kauf in der Steiermark ist gleichzeitig eine Entscheidung für Arbeitsplätze in der Steiermark. Umso größer ist meine Freude, wenn unsere Produkte national wie auch international die verdiente Anerkennung bekommen.

Mit den oben angesprochenen Erlebnisregionen ist die Struktur im steirischen Tourismus völlig neu geordnet. Wie sieht die Zukunft im steirischen Tourismus aus?
Der Tourismus ist – nicht nur durch die Corona-Epidemie – mit großen Herausforderungen konfrontiert. Da zählen Digitalisierung und Wettbewerb um Gäste genauso dazu wie der Fachkräftemangel. Da müssen wir ansetzen und unser Land ganz nach vorne bringen. Schlanke, effiziente Strukturen und touristisches Marketing sollen die Steiermark im nationalen und internationalen Wettbewerb noch schlagkräftiger machen. Denn wir wollen die Einzigartigkeit, die Diversität und die Schönheit des »Grünen Herzens Österreichs« auch weit über unsere Grenzen hinaustragen.

Sie sind als Landeshauptmann natürlich viel in der Steiermark unterwegs. Was sind Ihre persönlichen Geheimtipps?
Ich glaube, es ist kein Geheimnis, dass ich besonders die heimische Kulinarik sehr schätze. Viele meiner liebsten Plätze zum Genießen sind mittlerweile absolut keine Geheimtipps mehr. Wer nach ausgezeichneter Küche sucht, ist bei den 158 Betrieben des »Kulinariums Steiermark« aber bestens beraten.


Barbara Eibinger-Miedl

Barbara Eibinger-Miedl

© Dennis Williamson / Steiermark Tourismu

Falstaff: Die Steiermark wird als Urlaubsland immer beliebter. Warum eigentlich?
Barbara Eibinger-Miedl:
Wir sind das beliebteste Urlaubsland der Österreicherinnen und Österreicher. Als das »Grüne Herz Österreichs« punkten wir mit einem Mix aus Natur, Kulinarik, Kultur und der Gastfreundschaft unserer hauptsächlich familiengeführten Betriebe.
 
Der steirische Tourismus wurde mit elf Erlebnisregionen neu aufgestellt. Wie wirkt sich das aus?
Ich bin davon überzeugt, dass wir in vielen Bereichen positive Entwicklungen spüren werden. Durch die Bündelung der finanziellen Mittel können wir nach außen noch schlagkräftiger auftreten. Darüber hinaus werden sich die neuen Erlebnisregionen auch nach innen positiv auswirken, indem wir künftig Tourismusbetrieben und Gästen ein noch besseres Service anbieten.
 
Eine hochwertige Tourismusregion muss laufend investieren.
In der Tat ist die Investitionstätigkeit seit Monaten auf einem hohen Niveau. Viele Betriebe haben trotz der herausfordernden Zeit an Projekten festgehalten und diese umgesetzt. Damit steigern sie zum einen die Attraktivität der Steiermark als Urlaubsland und zum anderen sind Investitionen auch konjunkturbelebend, weil hauptsächlich heimische Unternehmen beauftragt werden.
 
Was sind die nächsten großen Herausforderungen für die Tourismuspolitik?
Neben dem Fachkräftemangel sind dies die Auswirkungen des Klimawandels, die gerade auf den Tourismus einen erheblichen Einfluss haben. Ich bin mir sicher, dass touristische Angebote künftig nur erfolgreich sein können, wenn sie im Einklang mit der Natur sind.

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