Conrad Seidl
Conrad Seidl © Ingo Pertramer

Im Süden: Wein. Im Norden: Bier. Das ist die klassische Aufteilung der ­Tiroler Genusslandschaft, seit 1918 noch verstärkt durch die Brennergrenze. Zwar hat es im Gefolge des Aufbruchs der jungen italienischen Brauer auch in Südtirol in den vergangenen 15 Jahren die eine oder andere Brauereigründung gegeben – aber die Tiroler Bierszene konzentriert sich eben vor allem auf den Norden. Klar: Im Außerfern, also dem Bezirk Reutte, ist das Klima dem Wein nicht wohlgesonnen – Bierbrauereien gab es aber in beinahe jedem Ort. Die größte war in der Bezirkshauptstadt, das helle »Ausferner Gold« kam (neben einem Dunklen bayerischer Brauart) seit dem Jahr 1905 aus der Brauerei der Familie Adler, die ihren Betrieb 1927 mit dem Bürgerbräu in Inns­bruck verband, das seinerseits zwei Jahre später Teil der Brau AG wurde. Die Brauerei in Reutte ist seit 1969 Geschichte, das Bürgerbräu wurde 2003 ­stillgelegt, unmittelbar bevor die BrauUnion in der Heineken-Gruppe aufgegangen ist.

Man könnte nun lange darüber klagen, wie viel Brautradition in Tirol durch die Schließung der großen Brauereien verloren gegangen ist: Das Adambräu, 1820 von Franz Josef Adam gegründet, stellte vor 20 Jahren den Betrieb ein – wie bedeutend es einst war, kann man heute noch an dem denkmalgeschützten Sudhausbau schräg gegenüber vom Innsbrucker Hauptbahnhof ermessen, der nach Plänen von Lois Welzenbacher 1926 errichtet wurde und heute als Architekturzentrum und Ausstellungshalle dient. 2003 ging dann im nur wenige Hundert Meter entfernten Bürgerbräu der Dampf unter den Sudpfannen aus, ganz zu schweigen von Egger in Kufstein (1976 von Kufstein ins nieder­österreichi­sche Unterradlberg übersiedelt), der Brauerei Wörgl, die von 1923 bis 1977 Zipfer Bier in ­Lizenz gebraut hat, oder der Brauerei Kundl, die 1943 nach 285 Jahren den Betrieb einstellen musste.

Aber: Warum eigentlich klagen? Hat es denn der Biervielfalt im Land geschadet? Nein, im Gegenteil: Die großen Biermarken sind natürlich weiterhin in Tirol erhältlich (das Gösser Zwickl wird sogar in Osttirol, in der Brauerei Falkenstein, gebraut) – und eine mittelständische Braue­reilandschaft hat sich umso prächtiger entwickeln können. Ihre Biere wurden für diese Ausgabe verkostet.

Da ist einmal das Huberbräu: Der markante Brauereiturm, in dessen Dachgeschoß sich das Bräustüberl befindet, ist quasi zum Wahrzeichen von St. Johann in Tirol geworden. Das Huberbräu war die erste Brauerei ­Österreichs, die Radler fertig gemixt und abgefüllt hat – damals gegen heftigen Widerstand der etablierten Großbrauereien, die den Mittelständler sogar mit Rechtsstreitigkeiten verfolgt ­haben. Die Familie Huber hat das alles überstanden und sich in ihrer ­Innovationskraft nicht bremsen lassen. Sie war die erste, die Weizenbier in Tirol gebraut hat – in den 1980er-Jahren, also zu einer Zeit, als man Weißbier in anderen Teilen Österreichs noch kaum kannte.

Aber Tiroler Brauereien mussten ja immer auf touristische ­Bedürfnisse eingehen – deutschen Gästen wollte man beweisen, dass Weißbier aus Tirol locker mit dem bayerischen Angebot mithalten kann. Inzwischen gibt es in Tirol mehrere kleine Brauereien, die sich am Weizenbier versuchen. Und die erst in den vergangenen Jahren »runderneuerte« Mittelstandsbrauerei in Zell am Ziller hat sogar einen Weizenbock im Sortiment. Überhaupt ist das Zillertaler Bier für seine Stärke bekannt: Jährlich zum »Gauder Fest«, dem größten Trachtenfest Tirols, wird ein 18-grädiger Gauderbock gebraut, der meist in wenigen ­Tagen ausgetrunken ist. Was ­insofern schade ist, als der ­Gauderbock aufgrund seines ­hohen Alkoholgehalts durchaus gute Alterungseigenschaften hätte: 10-, 15- oder gar 20-jährige Gauderbock-Abfüllungen sind gesuchte Raritäten – allerdings sind sie kaum erhältlich, weil ­seinerzeit niemand daran gedacht hat, diese kultverdächtigen Biere zur Nachreifung beiseitezulegen.

Die Brauerei hat die Idee allerdings aufgegriffen und braut nun Sondereditionen als Jahrgangsbier: Der Gauder Steinbock ist mit über zehn Prozent Alkohol noch ein wenig stärker als der »normale« Gauderbock mit 7,8 Prozent, dessen Geschichte bis zur Gründung der Brauerei im Jahr 1500 zurückgeht: Zur Freude der Bevölkerung nach den langen, schweren Alpenwintern feierte man schon im Mittelalter auf dem sogenannten Gauderlehen des Jörg in der Au, dem heutigen Gauderhof, ein weit über die Grenzen bekanntes Kirchtagsfest. Bereits 1428 erwähnten venezianische Kaufleute, die regen Handel mit dem ­Zillertal betrieben, den Kirchtag und Jahrmarkt in Zell – und von Anfang an hat die Brauerei das Recht besessen, dieses Fest mit einem Starkbier zu beliefern.

Wie dieses Starkbier damals geschmeckt haben mag, entzieht sich der historischen Forschung – zu wenig weiß man über die alten Getreidesorten, den verwendeten Hopfen und vor allem die (wilden) Hefen, die man damals zum Brauen genommen hat. Aber aus dem frühen 20. Jahrhundert sind Braurezepte vorhanden – der Gauder Steinbock orientiert sich an einem Rezept aus den 1920er-Jahren.

Was sich übrigens im Lauf der Jahre – im Gegensatz zu anderen Zutaten – nicht geändert hat, ist das Brauwasser: Die Quellwässer des »Landes im Gebirg« (wie Tirol früher bezeichnet wurde) zeichnen sich zwar durch Reinheit aus, ihr ­Mineralstoffgehalt gibt den ­Bieren aber auch einen »kernigen«, tendenziell die Bittere betonenden Charakter – was glücklicherweise dem aktuellen Modetrend beim Bier entgegenkommt.

Man schmeckt das auch bei den Bieren aus der Brauerei Starkenberg – wobei es sich empfiehlt, diese vor Ort (Star­kenberg liegt in der Nähe von Imst) zu kosten und gleich auch die Brauerei zu besichtigen: Sie befindet sich in einem alten Schloss, in dem vor ­einigen Jahren Schauräume rund um den ­»Biermythos« ­einge­­-richtet worden sind.

Weiter ins Außerfern: Die Brauerei in Reutte ist, wie gesagt, vor mehr als 40 Jahren verschwunden. Aber Mitte der 1990er-Jahre haben im nahen Berwang zwei Hoteliers eine Kleinbrauerei eingerichtet – ­heute eine von 16 Kleinbrauereien im ganzen Land. Das Brauhaus in Berwang schenkt sein Bier zwar nur an Gäs­te im Lokal aus, aber diese Gäste kommen aus ganz Bayern über die Tiroler Grenze, was für die Qualität des Bieres spricht.

Apropos deutsche Biertrinker: Auch einen deutschen Mälzer hat es kürzlich ins Außerfern verschlagen. Andreas Hiby-Durst von der Durst-Mälzerei hat an seinem Zweitwohnsitz in Vils im Mai dieses Jahres eine kleine Brauerei eingerichtet, die inzwischen mehrere Wirte in der Region beliefert.


DIE BEWERTUNGEN

 

Gauder Steinbock Zillertal Bier / Foto: beigestellt
Gauder Steinbock Zillertal Bier / Foto: beigestellt

96 Punkte
Gauder Steinbock
Zillertal Bier
Braumeister: Peter Kaufmann
Alkohol: 10,4 % ABV
Bierstil: unfiltrierter Doppelbock
Dunkelgelb und mit wenig Schaum liegt dieses leicht trübe Bier im Glas. Intensive karamellige Malznoten in der Nase. Süßer, voller Antrunk, man denkt unwillkürlich an Desserts, vielleicht Crème brulée. Eine massive, fruchtig (Papaya?) wirkende Hopfung balanciert dieses wuchtige Bier, das mit steigender Wärme (empfohlene Temperatur 10° C, ­besser sind 12° C) spannender wirkt und wohl etliche Jahre reifen kann.
www.zillertal-bier.at

Augustinus Huber Bräu / Foto: beigestellt
Augustinus Huber Bräu / Foto: beigestellt

95 Punkte
Augustinus
Huber Bräu, St. Johann in Tirol
Braumeister: Ludwig Stranzky
Alkohol: 5,0 % ABV
Bierstil: Münchner Dunkles
Kupfer- bis Kastanienbraun mit ­exzellentem Schaum – das optisch schönste Bier im Test. Karamellartige Süße in der Nase. Voller, von herben Hopfen- und Röstmalztönen begleiteter Antrunk, kaum süß und insgesamt sehr ­balanciert. Im Nachtrunk viele Röstnoten, getoastetes Brot und eine feine trockene Hopfenbittere, die retronasal auch Aromen von Wiesenkräutern vermittelt. Ein gutes Beispiel dieses raren Stils.
www.huberbraeu.at


Tiroler Hefeweizen Dunkel Huber Bräu / Foto: beigestellt
Tiroler Hefeweizen Dunkel Huber Bräu / Foto: beigestellt

95 Punkte
Tiroler Hefeweizen Dunkel
Huber Bräu, St. Johann in Tirol, Braumeister: Ludwig Stranzky
Alkohol: 5,2 % ABV, Bierstil: Dunkelweizen
Kastanienbraun mit intensiver Trübung. Wenig stabiler Schaum mit gutem Cling. Aromen von Kakao, Hefe, Banane, Birne und Ananas. Spritziger, die Fruchtigkeit unterstützender Antrunk, gleich vom Start eine milde Bittere im Hintergrund. Zurückhaltende Vollmundigkeit, dafür Frucht- und Röstgeschmack, der den gesamten Trunk begleitet. Trockener und die Aromen bewahrender Nachtrunk. www.huberbraeu.at

Gold Lager Brauerei Schloss Starkenberg / Foto: beigestellt
Gold Lager Brauerei Schloss Starkenberg / Foto: beigestellt

94 Punkte
Gold Lager
Brauerei Schloss Starkenberg
Braumeister: Alexander Zeischka
Alkohol: 5 % ABV
Bierstil: Helles
Stohgold mit feinem reinweißem Schaum, der sehr gut im Glas anhaftet. Intensiv ­malziger Duft, stilgerecht, ohne wahrnehm-bare Hopfenaromen, aber mit Aromen von ­frischer Hefe. Der Antrunk ist kräftig-malzig, ein wenig nussartig und voll, doch bringt die feine Kohlensäure rasch die herben ­Hopfennoten an den Obergaumen. Dadurch bleibt der Gesamteindruck balanciert und der Nachtrunk trocken.
www.starkenberger.at

Weißbier Bock Zillertal Bier / Foto: beigestellt
Weißbier Bock Zillertal Bier / Foto: beigestellt

94 Punkte
Weißbier Bock
Zillertal Bier
Braumeister: Peter Kaufmann
Alkohol: 7,8 % ABV
Bierstil: Weizenbock
Rötlich braun, leicht trüb und mit feinem, gut haftendem Schaum. Ein Duft nach Südfrüchten, neben Banane auch Ananas, Papaya und vielleicht auch Zwetschke. Der Antrunk ist überraschend schlank und wenig süß, erst langsam macht die Vollmundigkeit auch einem wärmend-alkoholischen Eindruck Platz. Man fühlt sich an Lebkuchen oder anderes Weihnachtsgebäck erinnert, gerade weil die Süße so unaufdringlich ist.
www.zillertal-bier.at


Tiroler Hefeweizen Hell Huber Bräu / Foto: beigestellt
Tiroler Hefeweizen Hell Huber Bräu / Foto: beigestellt

94 Punkte
Tiroler Hefeweizen Hell
Huber Bräu, St. Johann in Tirol
Braumeister: Ludwig Stranzky
Alkohol: 5,2 % ABV
Bierstil: Bavarian Hefeweizen
Dunkles Goldgelb, trotz Depot in der Flasche gleichmäßige Trübung mit viel, aber wenig stabilem Schaum. Intensiv ­fruchtiger Duft nach Pfirsich, Birne und ­Banane. Spritzig-herber Antrunk, gerade ­ausreichend Körper. Weicher, aber keineswegs süßer Trunk. Retronasal noch einmal alle Früchte, nun aber dominiert das Bananenaroma, unterstützt von der herben Note im Nachtrunk, die an Bananenschale erinnert. 
www.huberbraeu.at

St. Johanner Original Huber Bräu / Foto: beigestellt
St. Johanner Original Huber Bräu / Foto: beigestellt

93 Punkte
St. Johanner Original
Huber Bräu, St. Johann in Tirol
Braumeister: Ludwig Stranzky
Alkohol: 4,9 % ABV
Bierstil: International Lager
Sehr helles Gelb mit reinweißem, gut ­haftendem Schaum, zarter Duft nach gelben oder roten Äpfeln. Ein Lager mit ­ausgesprochen guter Drinkability, das zart ­prickelt und dabei sowohl herbe Noten auf den Gaumen als auch eine milde Malzsüße auf die Zunge bringt. Obwohl das Malz den Trunk dominiert, ist das Bier nicht zu ­voll­mundig, und es klingt mit einer leicht ­gewürzhaften Bittere trocken aus. 
www.huberbraeu.at


Zwickl naturtrüb Zillertal Bier / Foto: beigestellt
Zwickl naturtrüb Zillertal Bier / Foto: beigestellt

93 Punkte
Zwickl naturtrüb
Zillertal Bier
Braumeister: Peter Kaufmann
Alkohol: 3,9 % ABV
Bierstil: Leichtbier, unfiltriert
Hellgelb und gleichmäßig kräftig trüb mit ­weißem, kompaktem Schaum. Frischer Duft nach Heu und Hefe. Spritziger, leicht ­herber Antrunk, angenehm herb. Schlanker, samtig-weicher Körper, sehr leichter Trunk, dabei aber stets ein fruchtig-herber Hintergrund. Im Nachtrunk kommt der Hopfen mit retronasalem Heuduft nochmals etwas zur Geltung, obwohl die Bittere ­unterentwickelt ist. 
www.zillertal-bier.at

Weißbier Hell Zillertal Bier / Foto: beigestellt
Weißbier Hell Zillertal Bier / Foto: beigestellt

92 Punkte
Weißbier Hell
Zillertal Bier
Braumeister: Peter Kaufmann
Alkohol: 5,0 % ABV
Bierstil: Bavarian Hefeweizen
Helle Bernsteinfarbe und ein cremiger Schaum machen dieses gleichmäßig trübe Hefeweizen optisch attraktiv. In der Nase zeigen sich ein leichtes ­Bananenaroma und ein Hauch von Gewürznelken. Der Antrunk ist spritzig und leicht, die Bananenester kommen nun retronasal zur Geltung. Gerade ­ausreichend Körper, kaum Süße und ein trockener, kaum Bittere andeutender ­Nachtrunk.
www.zillertal-bier.at


Pils Premium Classe Zillertal Bier / Foto: beigestellt
Pils Premium Classe Zillertal Bier / Foto: beigestellt

92 Punkte
Pils Premium Classe
Zillertal Bier
Braumeister: Peter Kaufmann
Alkohol: 4,9 % ABV
Bierstil: German Style Pilsner
Strohgelb mit gutem und gut haftendem Schaum. Fruchtiger Duft. Sehr herber Antrunk mit fein perlendem Mundgefühl. Schlank und ohne auffallenden Malzcharakter. Retronasale Heunoten, im Nachtrunk schöne herbe Trockenheit. Nach Angaben der Brauerei wird dieses Bier besonders lange gelagert – traditionell bekommt es zwölf Wochen ­Reifezeit, und es wird als »Österreichs erstes Pils« vermarktet.  
www.zillertal-bier.at

Schwarzes Zillertal Bier / Foto: beigestellt
Schwarzes Zillertal Bier / Foto: beigestellt

92 Punkte
Schwarzes
Zillertal Bier
Braumeister: Peter Kaufmann
Alkohol: 5,2 % ABV
Bierstil: Schwarzbier
Rötlich schwarz mit auffallend kontrastierendem weißem Schaum. Grasartiger Duft. Der Antrunk ist voll und herb – eine leichte Röstnote wird sofort spürbar, ohne den Trunk zu dominieren. Weiches, ­cremiges, aber nur andeutungsweise ­(Karamell?) süßes Mundgefühl. Schön ­balanciert, angenehm bitter im Nachtrunk. Leichte Kakao- und Kaffeearomen klingen im Finish nach. 
www.zillertal-bier.at

Schloss Pils Brauerei Schloss Starkenberg / Foto: beigestellt
Schloss Pils Brauerei Schloss Starkenberg / Foto: beigestellt

91 Punkte
Schloss Pils
Brauerei Schloss Starkenberg
Braumeister: Alexander Zeischka
Alkohol: 4,8 % ABV
Bierstil: Bohemian Style Pilsner
Strohgelb mit feinporigem, leider nicht sehr stabilem Schaum. Malzig-süße, ein wenig butterbrotartige Aromen, ­unterstützt von ein paar blumigen ­(Kastanienblüten?) Düften in der Nase und ein erfrischender Antrunk, der rasch die Hopfenbittere zur Geltung bringt. Dabei zeigt das Bier einen runden Körper, die Bittere ist stets in ein weiches Mundgefühl eingebettet. Der Nachtrunk ist ­angenehm trocken. 
www.starkenberger.at



BEWERTUNGSKRITERIEN
Bewertet wird nach einem 100-Punkte-­Schema, jeweils unter Berücksichtigung der Stilbeschreibung, die für den World Beer Cup verwendet wird.
Aussehen (0–12 Punkte): Schaum (Farbe, Stabilität, Cling, Beschaffenheit), Farbe und ­Klarheit des Bieres. Hier wird ­jeweils die Stilbeschreibung ­berücksichtigt. Kölsch hat ­typischerweise weniger Schaumstabilität als Pils.
Aroma (0–20 Punkte): ebenfalls entsprechend dem Stil Gerüche und Fehlgerüche von Malz, Hopfen, Hefe, Gärungsprodukten – fruchtig, esterig, blumig etc.    
Geschmack (0–30 Punkte): ­Antrunk, Balance von Süße, ­Säure, Bittere.
Bittere entsprechend dem Stil (0–9 Punkte): Intensität, Qualität (kratzig, weich, metallisch, röstartig, anhängend).
Mundgefühl (0–9 Punkte): ­Rezenz, Körper, Wärme ­(alkoholischer Eindruck), ­Cremigkeit, Adstringenz etc.
Gesamteindruck (0–20 Punkte): Hier kommen die ­Einschätzungen von Drink­ability sowie Stilgerechtigkeit und ­Interpretation des Stils durch den Braumeister zum Tragen.

 

von Conrad Seidl
aus Falstaff Nr. 04/2013

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