In der Lagune von Venedig gibt es eine Vielzahl kleiner Inseln
In der Lagune von Venedig gibt es eine Vielzahl kleiner Inseln / Foto: Corbis

Die Lagune war schon immer die Lebens­ader Venedigs, und in dieser verwunschenen Wasserwelt scheint die Zeit manchmal stehen geblieben zu sein. Man bewegt sich von »tapo« zu »tapo«, wie die kleinen Inseln heißen, bahnt sich auf den Wasserstraßen den Weg zwischen Holzpfählen und blickt immer wieder auf die ­einzigartige Stadt, die einst aus diesen Lagunen entstanden ist.

Mit dem Vaporetto geht es nach Murano, der legendären Insel edler Glaskunst. Auch wenn heute vieles kitschig anmuten mag, so ist eine Besichtigung der alten Traditionshäuser, in denen man zauberhafte Kunstwerke kaufen und den Glasbläsern bei ihrer Arbeit zuschauen kann, doch interessant. In den kleinen Gassen findet man Stille und ­einige gute Restaurants, in denen man köstlichen Fisch genießen kann.

Weiter geht es nach Torcello, der Insel mit großer Vergangenheit. Die älteste Kathedrale der Lagune ist hier, die Teufelsbrücke und das Bildnis der Geburt des Fegefeuers. Gourmets aus aller Welt kommen wegen der »Locanda Cipriani«, schauen bei einem Bellini über die Lagune nach Burano und denken an Marc Chagall, Ernest Hemingway oder Maria Callas, die alle schon hier waren.

Burano, die Insel der Fischer, ist vor allem bunt, schon von Weitem leuchten die Häuser aus dem Blaugrün des Wassers und spiegeln sich in den Kanälen. Der Legende nach soll das Abbild der Häuser im Wasser den heimkehrenden Fischern Orientierung gewesen sein, denn jede Familie hatte ihre eigene Farbe. Im »Il Gatto Nero« oder im »Da Romano« kann man in der Saison – Frühling und Herbst – auch die raren Moleche essen, weiche Krebse in der Zeit der natürlichen Häutung, die es nur in der venezianischen Lagune gibt. Diese Spezialität, die nun auch unter dem Schutz von Slow Food steht, genießt man am besten frittiert mit Polenta. Früher, so ­erzählt einer der Molecanti von ­Burano, auf Krabben spezialisierte ­Fischer, hat man sie in großen Körben am Strand gesammelt und im Überfluss gegessen. Heute sind sie eine Kostbarkeit, und die Kunde, wo man sie gerade zubereitet, verbreitet sich schnell unter den Liebhabern. Burano ist auch berühmt für kunstvolle Spitze und den schiefen Kirchturm, der weithin in der Lagune sichtbar ist.

Die »Locanda Cipriani« auf Torcello lockt Gourmets aus aller Welt an / Foto: beigestellt
Die »Locanda Cipriani« auf Torcello lockt Gourmets aus aller Welt an / Foto: beigestellt


Die »Locanda Cipriani« auf Torcello lockt Gourmets aus aller Welt an.

Auch auf Pellestrina ­lieben es die Bewohner bunt / Foto: iStock
Auch auf Pellestrina ­lieben es die Bewohner bunt / Foto: iStock


Auch auf Pellestrina ­lieben es die Bewohner bunt.

»Trattoria Da ­Romano«  auf Burano / Foto: Degen
»Trattoria Da ­Romano« auf Burano / Foto: Degen



Wer in Ruhe und Beschaulichkeit essen möchte, der überquert die Holzbrücke zwischen Burano und Mazzorbo, kehrt in der Trattoria »Alla Maddalena« ein und genießt frische gegrillte Fische, sonnen­warmen Tomatensalat und Cas­traure – junge Artischocken von Sant’Erasmo.

Moleche mit Polenta  sind eine einzigartige Spezialität der Lagune / Foto: Degen
Moleche mit Polenta sind eine einzigartige Spezialität der Lagune / Foto: Degen

In Sant’Erasmo, dem Garten Venedigs, gedeihen diese berühmten Artischocken genauso gut wie »spareselle«, der grüne, ganz dünne Spargel, süße Zwiebeln und wohlschmeckende Salate. Kenner schätzen auch den Wein, den es nur hier im einzigen Lokal »Ca’Vignotto« gibt, zusammen mit Gerichten aus den Produkten der Insel.

Sonntags ist es voll auf Le Vignole, dem einstigen Weingarten der Dogen von Venedig, wenn venezianische Familien unter den schattigen Bäumen im »Alle Vignole« Platz nehmen und das Dolce Vita zelebrieren.

Über den Lido fährt man mit Fähre und Bus nach Pellestrina, und die etwas komplizierte Anfahrt lohnt sich in jedem Fall. Häuser in Rosa, Purpur und Lagunenblau – Pellestrina ist so bunt wie Burano. Hier kann man den Muschelfischern bei der Arbeit zusehen und im »Celeste« oder »Da Nane« einkehren und sich mit göttlichen rohen Scampi, perfekten Granseole (Taschenkrebsen) und, wenn der Fischer sie bringt, auch Moleche belohnen. Nirgendwo in Venedig oder der Lagune kann man Meeresbewohner so gut und frisch ­essen wie hier, und das auf einer wunderbaren Panoramaterrasse.
Mit den Fischern von Burano hinausfahren, ihren Erzählungen zuhören und mit ihnen den Fang teilen, auch das kann man in der verwunschenen Welt der Lagune. Das Inselhüpfen mit Genuss ist ­sicher ein besonderes Erlebnis
für Menschen, die den Luxus im ­Einfachen suchen.


Tipps: Die besten Adressen in Venedig auf einen Blick


Text von Ilse Fischer
aus Falstaff 03/12

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