Martin Waßmer, auvignon blanc Spätlese trocken »SW«
Martin Waßmer, auvignon blanc Spätlese trocken »SW« / Foto: Topitschnig

Zum Auftakt zur diesjährigen Sauvignon blanc Trophy standen 29 Weine aus Baden, vom Bodensee im Süden bis zum Kraichgau im Norden, auf dem Prüfstand. Neben einer ganzen Reihe namhafter Winzer nahmen auch mehrere Genossenschaften am Wettbewerb Teil, darunter auch die WG Pfaffenweiler, die mit mittlerweile 120.000 Flaschen zu den größten deutschen Erzeugern für die Sorte Sauvignon blanc gehört. Gewonnen hat die regionale Vorverkostung schließlich Martin Waßmer aus Bad Krozingen-Schlatt im Markgräflerland vor Karl-Heinz Johner vom Kaiserstuhl.


Ein herrlich-stoffiger Regionalsieger
Martin Waßmer ist gelernter Koch, Spargelbauer und seit bald 15 Jahren auch ein erfolgreicher Winzer. Vor allem in Dottingen, Ehrenstetten und Laufen hat er Besitz in einigen Margräfler Spitzenlagen, vorwiegend die diversen Burgundersorten pflegt. Für Markgräfler Verhältnisse ist der Anteil der Steillagen mit sieben Hektar recht groß. Vor acht Jahren pflanzte er die ersten Sauvignon blancs mit Klonen eines Rebveredlers in Burgund. Inzwischen ist die Anlage 2,5 Hektar groß. Sie besteht aus zwei Weinbergen in den Lagen Maltesergarten in Schlatt und Altenberg in Laufen. Die Reben stehen dort teils auf schwerem, lehmigen Boden und teils auf sehr kalkhaltigem Löss-Lehm. Die Anlagen wurden stark ausgedünnt und bis auf einem Ertrag von 30 hl/ha reduziert, was sich auch noch im Zweitwein, der auf Platz drei landete, bemerkbar macht. Die Spätlese wurde zur Hälfte in neuen Barriques und zur Hälfte im Stahltank ausgebaut. Der Holzeinsatz ist im fertigen Wein kaum zu spüren, so gut sind die Holzaromen eingebunden, so opulent und reich ist andererseits die Frucht in diesem Wein. Allein in der Nase macht sich das Barrique noch etwas mit rauchigen und gummiartigen Noten bemerkbar. Am Gaumen präsentiert sich der Wein kraftvoll sowie herrlich stoffig, bei aller Wucht sehr lebendig und mit einer schönen Säure und einem langen Nachhall.

PLATZ 1
2011 Sauvignon blanc Spätlese trocken »SW«
Weingut Martin Waßmer
4.000 Flaschen, 16,50 Euro, 93/100 Punkte
www.weingut-wassmer.de


Die weiteren Top-Platzierten im Überblick


Platz 2
2011 Sauvignon blanc
Weingut Karl-Heinz Johner

4.000 Flaschen, 18 Euro, 90/100 Punkte
www.johner.de
Eigene Notiz: eine sehr sortentypische Nase mit vielen Facetten. Stachelbeere als Grundton, dazu erdig-mineralische Noten, etwas rauchig und dabei sehr frisch. Am Gaumen eine klare, reife Frucht, auch hier ein klarer Sortencharakter, schöne Säure. Langer Nachhall und Abgang. Ein wirklich toller, seriöser Sauvignon auf internationalem Niveau.
 
Platz 3
2011 Sauvignon blanc
Weingut Martin Wassmer

14.500 Flaschen, 9,50 Euro, 90/100 Punkte
Eigene Notiz: Sehr helles Strohgelb. Klarer, sauberer Sortenmcharakter in der Nase mit dem Duft von Brennnesseln und Stachelbeere. Am Gaumen schlank, aber auch nachhaltig und mineralisch. Im Abgang etwas dunkle Schokolade.
 
Platz 4
29011 Sauvignon blanc
Weingut Ewald Kopp

6.000 Flaschen. 10,90 Euro, 89/100 Punkte
www.weingut-kopp.com
Eigene Notiz: Strohgelb. Schöne reife Art in der Nase mit einer hellen Frucht. Am Gaumen opulent mit saftiger, frischer Frucht, auch Mineralität. Langer, nachhaltiger Abgang.



Platz 5
2011 Sauvignon blanc »Sancta Clara«
Weinhaus Pfaffenweiler

30.000 Flaschen, 8 Euro, 89/100 Punkte
www.pfaffenweiler-wein.de
Eigene Notiz: Helles Strohgelb. Eine verhaltene Nase mit einem leicht rauchigen Duft mit heller Frucht. Hat Körper und Stoff, würziger Charakter, leichte Bitternote im Abgang. Hat mich persönlich nicht so sehr überzeugt wie die anderen Juroren. 

Platz 6
2011 Sauvignon blanc Burkheim Feuerberg
Burkheimer Winzer e.G.

4.800 Flaschen, 7,60 Euro, 89/100 Punkte
www.burkheimerweine.de
Eigene Notiz: Strohgelb. Nase zunächst recht verhalten mit einer leicht exotischen Würze, zarte Honignote etwas Biskuit, reife Frucht. Ein recht opulenter, interessanter Wein der Zeit und Luft braucht, um sich zu entwickeln, wie die Nachverkostung zeigte.


Platz 7
2011 Sauvignon Herrenbuck »Innovation«
Weingut Friedrich Kiefer

9016 Flaschen, 13,50 Euro, 89/100 Punkte
www.weingutkiefer.de
Eigene Notiz: Strohgelb. Nase mit einer schönen, reifen Stachelbeerfrucht. Sehr sortentypisch. Am Gaumen opulent, ein schöner weil stoffiger, saftiger Wen. Bei aller Reife aber auch Klarheit und Frische.


Platz 8
2011 Sauvignon blanc »Vision«
WG Jechtingen

7.000 Flaschen, 5,95 Euro, 88/100 Punkte
www.wg-jechtingen.de
Eigene Notiz: Strohgelb. In der Nase ein sehr schöner, reifer Obst- und Stachelbeerduft, opulent, nichts Grünes. Am Gaumen saftig, dicht, rund und weich. Zarte Bitternote im Abgang.


Platz 9
2011 Sauvignon blanc
Alde Gott e.G.

7.000 Flaschen, 9,80 Euro, 88/100 Punkte
www.aldegott.de
Eigene Notiz: Strohgelb. Sehr charakteristische Nase mit Duft von Brennnesseln und getrocknetem Gras, dabei aber nicht grasig-grün sondern würzig. Am Gaumen saftig, frisch, sehr säurebetont, nachhaltig, guter Abgang.
 
Platz 10
2011 Sauvignon blanc »Edition Unique«

Hex vom Dasenstein
10.800 Flaschen, 9,50 Euro, 88/100 Punkte
www.dasenstein.de
Eigene Notiz: Strohgelb. Verhaltene Nase, etwas rauchig, mineralisch, helle Frucht. Am Gaumen wirkt der Wein schlank, saftig, frisch, kräftige Säure, guter Abgang.


2011 Sauvignon blanc Kabinett trocken
Weingut Herztal

1.000 Flaschen, 7,10 Euro, 88/100 Punkte
www.weingut-herztal.de
Eigene Notiz: Strohgelb. Schöne würzige Nase, dazu typische Stachelbeerfrucht. Am Gaumen saftig, dicht strukturiert, sehr gehaltvoll, kräftig, langer Abgang,
 


Text von Mario Scheuermann
http://drinktank.blogg.de



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