Giorgio Rivetti hinter seiner Kollektion
Giorgio Rivetti hinter seiner Kollektion / Foto: Falstaff, Degen

»Bitte kaufen Sie keinen Cabernet oder Merlot aus Italien!« Emotional und provokant stimmt Giorgio Rivetti sein Publikum in einer hochkarätigen Verkostung auf Schloss Pichlarn auf seine Philosphie ein. Er schwört auf autochthone italienische Sorten wie Nebbiolo oder Sangiovese und verbringt seine Zeit am liebsten im Weingarten. »Ich bin ein Bauer und kein Winemaker« setzt der charismatische Italiener hinzu. Das ist natürlich pures Understatement, denn Rivetti herrscht über ein ansehnliches Imperium. Mit seinen beiden Brüdern baut er auf rund 165 Hektar im Piemont und in der Toskana Wein an, und hat 65 fix angestellte Mitarbeiter.

Nominell ist das Weingut La Spinetta den Bewertungen des Gambero Rosso zufolge das zweitbeste in ganz Italien. Dabei ist die Geschichte des Weinguts noch sehr jung. Die Familie begann 1977 mit der Produktion von Moscato und erst 1985 wurde der erste Rotwein gekeltert, den Barbera Cà di Pian. Es folgten der Barbaresco Gallina, Barbaresco Starderi, Barbera d'Alba Gallina, Barbaresco Valeirano und Barbera d'Asti Superiore. Erst im Jahr 2000 wurde der erste Barolo gemacht, die Trauben stammen von einem acht Hektar großen Barolo Weinberg in Grinzane Cavour, wo ihr zweites Weingut errichtet wurde La Spinetta Campè. Im Jahr 2001 erwarben die Rivettis 65 Hektar Weinberge in der Toskana. Und der vorläufig letzte Streich war die Übernahme der Spumante-Produktion von Contratto.


Carl-Chef Philipp Haiges, Winzer Giorgio Rivetti und die Weinhändler-Familie Philipp und Sissy Schäffer

Österreich ist für Rivetti natürlich nicht der wichtigste Exportmarkt, aber dem Engagement von Weinhändler Philipp Schäffer und von Gernot Peschek, dem Restaurantleiter des Schloss Pichlarn, ist es zu danken, dass die Weine von La Spinetta auch hierzulande viel Aufmerksamkeit bekommen. Zum Auftakt gab es ein großartiges Degustationsmenü von Philipp Haiges im Restaurant Carl in Graz. Der Platz reicht hier nicht, um alle Highlights des Abends aufzuzählen, aber Kaninchen im Pata Negra auf Belugaspecklinsen und Haselnusssoufflé begleitet vom Barbaresco Vursú Valeirano 2005 waren zu gut, um es zu verschweigen.


Ferrari- und Maserati-Importeur Jürgen Keusch, Giorgio Rivetti und Philipp Schäffer vor dem Schloss Pichlarn mit dem Ferrari FF

Am Samstag ging es stilgerecht weiter; Rivetti wurde mit einem Maserati von Jürgen Keusch auf das Schloss Pichlarn gebracht, wo Testfahrten mit den italienischen Ikonen Ferrari und Maserati heiß begehrt waren. Am Nachmittag gab es eine große Verkostung mit einigen der besten Weine aus der La Spinetta-Geschichte. Auch hier sparte Giorgio Rivetti nicht mit starken Sprüchen: »Nebbiolo ist die beste Rebsorte der Welt!« und ließ der Ansage aussagekräftige Indizien folgen. (siehe Verkostungsnotizen unten). Am Abend folgte ein lukullisches Galadiner vom jungen Pichlarner Team, zusammengestellt von Maître Gernot Peschek und Chefkoch Julian Schwamberger. Der Überflieger des Menüs war allerdings flüssiger Natur und fünf Jahre alt: Barbaresco Vigneto Valeirano 2006. Ein Gedicht!


Die Pichlarner Brigade unter der Leitung von Julian Schwamberger, mit Serviceleiter Gernot Peschek und Direktionsassistent Daniel Stranninger

Verkostungsnotizen
Die Highlights aus dem Besuchsprogramm von Giorgio Rivetti

Contratto Brut Millesimato 2007: Feine Perlage, verführerische Kräuternase, Biskuit, cremige Textur, ein wirklich empfehlenswerter Spumante!

Barbera d'Alba Gallina 2005: Granatrot, fruchtige Aromen, Preiselbeeren, Lakritz, viel Druck am Gaumen und dennoch sehr rund und harmonisch.

Barbaresco Vursú Valeirano 2005: Das kühle Jahr brachte in Kombination mit 60 Jahre alten Reben einen sensationellen Tropfen: Rubingranat, vielschichtige Fruchtnase, Grenadine, helle Beeren, lebendige Mineralik, elegante Säurestruktur und süße Tannine.

Barolo Campe 2004: Rubingranat, würzig-vegetabile Nase, Liebstöckl, am Gaumen opulent, fruchtig, Erdbeeren. Herrlich frisch, fast strahlend, große Länge.

Barbaresco Vigneto Valeirano Riserva 2003 aus der Magnum: Helles Granatrot. Vielschichtiges Aromenspiel, Kräuter, Minze, Eukalptus, Kirsche. Enorme Präsenz am Gaumen, lebendige Säurestruktur, Heidelbeeren und schwarzer Holler.

Barolo Vigneto Campé Riserva 2000 aus der Magnum: Rubingranat. Kräftige Aromatik nach Mokka, Cassis und dunklen Beeren. Kraft und Opulenz am Gaumen, straffes Tanningerüst, Bitterschokolade und enorme Länge. Noch großes Potenzial.

(Die Reserve-Barolos gibt es auschließlich in der Magnum und kommen erst nach zehn Jahren Reife in den Handel)

Bezug über Weinhandlung Schäffer, die ab sofort auch die Contratto-Exklusivrechte hat: www.schaeffers.at 

Weitere Infos über Kulinarik-Events auf Schloss Pichlarn:
www.pichlarn.at

von Bernhard Degen

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