Riedel – Elf Generationen im Kurzportrait

Maximilian J. Riedel führt das Unternehmen in elfter Generation.

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Maximilian J. Riedel führt das Unternehmen in elfter Generation.

Maximilian J. Riedel führt das Unternehmen in elfter Generation.

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1. Generation: Die Chronik geht auf Christoph Riedel (geb. 1672) zurück, der als Glashändler in erster Generation in die Familiengeschichte eingeht. Er verkaufte hochwertige Glasgegenstände, die in seiner Heimat Böhmen gefertigt wurden – Luxusgüter der damaligen Zeit. Er unternahm zahlreiche Handelsreisen, die ihn nach Spanien und Portugal führten.

2. Generation: Johann Carl Riedel (1701-1781),  führte das Geschäft als Glasmaler und Vergolder weiter, indem er Hohlglas verarbeitete und dekorierte.

3. Generation: Johann Leopold Riedel (1726-1800), geht als der Gründer der Unternehmer-Dynastie ein. Am 17. Mai 1756 nahm er die erste »Waldglas-Hütte« in Betrieb.
Im selben Jahr begann der Siebenjährige Krieg. Kaiserin Maria Theresia stellte ihren böhmischen Untertanen einen »Reparationsfonds« zur Verfügung. So wurden unter anderem die Fensterscheiben der stark zerstörten Stadt Zittau finanziert. Johann Leopold Riedel lieferte Flachglas nach Zittau und erzeugte neben Flachglas auch alle Hohlglastypen.

Johann Leopold Riedel (1726-1800) begründete die Unternehmer-Dynastie.
Johann Leopold Riedel (1726-1800) begründete die Unternehmer-Dynastie.

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4. Generation: Anton Leopold Riedel (1761-1821), baute das väterliche Geschäft aus, festigte und vergrößerte es. Die Produktpalette wandelte sich. Es wurde nicht mehr auf Flachglas gesetzt, sondern vielmehr auf Luxusartikel.
Wobei sich hier neue und lukrative Sparten entwickelten: die Herstellung von Hohlglas und die Veredelung durch Oberflächenbearbeitung, sowie die Produktion von Kristallluster Behang.

5. Generation: Franz Xaver Anton Riedel (1786-1844) war ein berühmter Graveur und Glasschneider mit großer handwerklicher Begabung. Er signierte seine Kunstwerke, die bis heute begehrte Stücke bei Auktionen sind.
Ihm gelang es zum ersten Mal in der Glasgeschichte verschiedene Glasfarben zu schmelzen: Zwei fluoreszierende Farben – Gelb und Grün. Die beiden Farben gingen nach dem Namen seiner Tochter Anna als »Anna-Gelb« und »Anna-Grün« in die Literatur ein.

6. Generation: Der Sohn seines Bruders, Josef Riedel, wurde mit 14 Jahren als Gehilfe eingestellt. 1840 heiratete Josef als 24-jähriger seine Cousine Anna, Franz Xaver Riedels Tochter.
Josef Riedel der Ältere (1816-1894) verfügte nicht nur über großes Talent, er hatte auch das Glück, in einer Zeit des industriellen Aufbruchs zu leben. Er sollte als »Glaskönig des Isergebirges« in die Geschichte eingehen.
Josef Riedel der Ältere verließ die »Waldglas-Hütten« und verlagerte die Produktion ins Tal. Er nutzte den Vorteil der 1875 neu eröffneten Bahnlinie. Sie ermöglichte den Zugang zu den wichtigsten Absatzmärkten der industrialisierten Welt und legte den Grundstein für den weiteren Ausbau seines Unternehmens.
Seine erste Frau Anna starb im Alter von 36 Jahren. Der Sohn – aus  der zweiten Ehe mit Johanna Clementine Neuwinger – führte die Riedel-Dynastie in die 7. Generation.

7. Generation: Josef Anton Riedel der Jüngere (1862-1924) war ein begnadeter Chemiker und hochtalentierter Techniker. In seinen Hütten konnten 600 präzis definierte Farben für die Erzeugung von Glasperlen und Geschenkartikel geschmolzen werden. Als Maschinenbauer hat er die Fertigung und Automation zur Glasperlenerzeugung entwickelt und dafür zahlreiche Patente angemeldet.

Stammbaum der Familie Riedel
Stammbaum der Familie Riedel

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8. Generation: Walter Riedel (1895-1974) hat das Talent seines Vaters geerbt. Er hat viele technische Entwicklungen in der Glasindustrie vorangetrieben und Erfindungen gemacht, wie zum Beispiel die verspinnbare Glasfaser, Signalfarben, Rückstrahler, aufwendige Labor-Gläser und vieles anderes mehr.
Er hatte das Unternehmen auf das technische Glas ausgerichtet und damit auf den Bedarf der Zwischenkriegsjahre reagiert.
1944 beschließt das Deutsche Luftfahrt-Ministerium das Geheimprojekt »Tonne«, ein vom Boden unterstütztes System der Luftaufklärung durch Radar. Die dafür notwendigen Bildschirme erreichten damals einen Durchmesser von maximal 38 cm. Erst Walter Riedel und seine Glastechniker waren imstande, die Dimension und damit die Auflösung zu verdoppeln. Sie produzierten einen Bildschirm von 76 cm Durchmesser – eine absolute Weltsensation zur damaligen Zeit.
Walter Riedel erkannte das Potenzial dieser Erfindung und ließ sich die Rechte sichern, um die Entwicklung nach Kriegsende für zivile Zwecke zu nutzen. Dieses Vorhaben wurde jedoch von der russischen Besatzungsmacht durchkreuzt. Der Wissenschaftler Walter Riedel wurde im Mai 1945 verhaftet und zwangsverpflichtet. Damit endet die böhmische Familiengeschichte der Riedels.
Als Zwangsarbeiter war Walter Riedel im Labor einer Glashütte in der Sowjetunion als Entwickler und Berater tätig. Erst 1955 kehrte er schließlich aus der Gefangenschaft zurück.
1956 – 200 Jahre nach der Gründung der ersten »Waldglas-Hütte« in Böhmen – kommt es zum Neustart der Riedel Geschichte in Kufstein, Österreich.  Mit Unterstützung der Familie Swarovski übernehmen Walter Riedel (8. Generation) und Claus J. Riedel (9. Generation) die marode »Tiroler Glashütte«. Eine Mundblas-Produktion – wie seinerzeit in Böhmen – wurde neu aufgebaut.

9.
Generation: Claus Josef Riedel (1925-2004) war ein großer Visionär. Dank seines enormen künstlerischen Talents und seines außergewöhnlichen Gefühls für Formen und Proportionen, schuf er mit der Definition des funktionalen Weinglases eine bahnbrechende Erfindung.
Claus J. Riedel war der Erste in der Glasgeschichte, der das Zusammenspiel von Form, Größe und Mundranddurchmesser eines Glases für den optimierten Weingenuss bestimmen konnte.
Seine Gläser sind langstielig, glatt, undekoriert und dünn geblasen. In den 1950er und 1960er Jahren wurden sie durch zahlreiche Design-Auszeichnungen geehrt. 1973 schließlich präsentierte Claus Riedel die erste Gourmetglasserie der Welt: »Sommeliers«.

10. Generation: Georg Josef Riedel (geb. 1949), führte Riedel Glas mit Weitsicht zum weltumspannenden Erfolg.
Bereits 1979 erkannte er die Bedeutung des amerikanischen Marktes und gründete die Tochterfirma »Riedel Crystal of America«.
1986 präsentierte er die Serie »Vinum« – eine maschinell geblasene und damit kostengünstigere Variante der Sommeliers Serie. Die maschinelle Produktion hochwertiger Weingläser leitete den weltweiten Erfolg ein.
Zur Konsolidierung des Unternehmens übernimmt Riedel 2004 den deutschen Nachtmann Konzern.

11. Generation: Maximilian Josef Riedel (geb. 1977) ist seit 1997 im Unternehmen tätig. Von Dezember 2004 bis Juli 2013 CEO von Riedel Crystal of America, einem der wichtigsten Märkte des Familienunternehmens. Maximilian Riedel arbeitet auch als Designer. Er hat seine Spuren in der Welt der Weingläser bereits hinterlassen, als er die stiellose, auf Rebsorten abgestimmte  Glasserie »O«  entwarf, die zu einem weltweiten Verkaufserfolg wurde.  Zahlreiche Designpreise und Auszeichnungen sind seither gefolgt.

Laetizia Riedel-Röthlisberger (geb. 1974), Schwester von Maximilian und Tochter von Eva und Georg Riedel, betreut als Juristin das Familienunternehmen in allen rechtlichen Angelegenheiten.

 

www.riedel.com

 

 

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