In der erfolgreichen Winzergruppierung »WienWein« waren für Nahestehende zwar schon kleinere Dissonanzen wahrnehmbar, dass es aber so schnell zum Bruch kommt, war doch nicht abzusehen. Wie Richard Zahel am Mittwoch in einer Aussendung bekannt gab, geht das Weingut 2012 neue Wege: »Der Verein WienWein liegt nicht mehr auf diesen.« Richard Zahel ist einer der vier Gründungsmitglieder des 2006 ins Leben gerufenen Vereins. »WienWein war ein genialer Schachzug, um dem Wiener Wein ein neues Image zu geben und ganz Wien in einem Wein, nämlich dem Wiener Gemischten Satz, zu vereinen. Dieses Bekenntnis zu authentischen, traditionellen Produkten machte uns national sowie international einzigartig,« sagt Richard Zahel.

Zahel begründet den Ausstieg mit »internen Differenzen bezüglich der Zukunft von WienWein« sowie einer »persönlichern Neuorientierung«. »Diese Entscheidung ist nicht von heute auf morgen gefallen,« meint der Winzer, »ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge, aber manchmal sollte man sich auf sein Bauchgefühl einfach verlassen.« Dem Vernehmen nach erfolgt der Ausstieg bereits mit Ende des Jahres. Resümierend betont Zahel, dass einige wichtige Impulse der WienWein-Gruppe von ihm ausgegangen sind. Er habe die Marke »Wiener Gemischter Satz« offengelegt und die Idee des Weingartens im Schlosspark Schönbrunn geboren. 

Das Weingut Zahel will sich nun stärker auf die Marke »Wiener Gemischter Satz« und dessen Tradition mit dem Wiener Heurigen konzentrieren. Weiters steht die Kultivierung und Wiederbepflanzung alter Weingärten in allen Weinbauzonen Wiens auf der To Do-Liste der Familie. Gemeinsam mit seinem Neffen Alexander Skoff plant Zahel mehrere spannende nationale und internationale Projekte. Eines davon ist ein überregionales Gemeinschaftskonzept, in dem der österreichische Wein und insbesondere der Wiener Wein im Vordergrund stehen wird.

www.zahel.at

(von Bernhard Degen)