Revita: Grazer Caterer als Big-Player in ganz Österreich

Sales & Assistenz der Geschäftsführung Julia Wran-Schumer und Geschäftsführender Gesellschafter der Revita Martin Gmeinbauer.

© Foto Fischer

Sales & Assistenz der Geschäftsführung Julia Wran-Schumer und Geschäftsführender Gesellschafter der Revita Martin Gmeinbauer.

Sales & Assistenz der Geschäftsführung Julia Wran-Schumer und Geschäftsführender Gesellschafter der Revita Martin Gmeinbauer.

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Wir treffen Martin Gmeinbauer im Büro der Revita im 5. Stock des Grazer Congresses, jenem historischen Gebäude, in dessen festlichen Sälen, die schönsten Bälle und Veranstaltungen des Landes stattfinden. Mit seinem Revita-Catering ist Gmeinbauer aber nicht nur für die Kulinarik im Congress verantwortlich, sondern catert insgesamt um die 500 Events pro Jahr. 2019 feiert er als Revita-CEO sein zehnjähriges Jubiläum.

FALSTAFF PROFI:
 Mit der Revita haben Sie im vergangenen Jahrzehnt die heimische Catering-Szene maßgeblich geprägt. Wie hat sich das Catering-Geschäft verändert in dieser Zeit?
MARTIN GMEINBAUER: Es ist ein ganz anderes geworden. Hat es vor zehn Jahren noch gereicht, wenn man bei einer Veranstaltung mit Buffet und Chafing Dish angerückt ist, so wird man damit heute nichts mehr gewinnen. Alles ist individuell geworden, gekocht wird live, die Show steht im Vordergrund – aber es darf nie zu Lasten von Qualität gehen.

Catering ist vor allem ein Preiskampf geworden. Ist es da nicht schwierig Qualität zu halten?
Das ist natürlich die größte Herausforderung. Aber Erfolg wirst du als Caterer langfristig nur mit Qualität haben. Ich kann den Preis über zwei Faktoren beeinflussen: Personal und Ware. Billige Ware und wenig Personal macht zwar schnell Gewinne, ist aber ein Trugschluss. Gute Ware und gutes Personal dagegen sind der Schlüssel zum Erfolg. An dieses Rezept haben wir uns immer gehalten. Gute Köche halten durch ihr Können und Handwerk den Wareneinsatz nieder, weil sie vorhandene Ressourcen am besten nutzen können.

Als Grazer Caterer ist es Ihnen mit der Revita im vergangenen Jahrzehnt gelungen, eine Vielzahl der renommiertesten Veranstaltungen in Österreich catern zu dürfen. Wie kommt man zu diesen Aufträgen?
Tatsächlich blicken wir auf viele Höhepunkte zurück. Wir haben die Konzert-VIP-Caterings gemacht für Stars wie Robbie Williams, die Rolling Stones, Bruno Mars, Metallica und viele mehr – aber auch die Airpower mit 3000 Gästen war riesig oder die Formel-1, wo wir für das Steiermark-Haus verantwortlich waren. Zu Aufträgen wie diesen kommt man aber gleich wie zu kleineren Aufträgen: Qualität, Verlässlichkeit und noch einmal Qualität. Am Ende sind es Eigenschaften wie diese, die sich immer durchsetzen werden. Diese ganz großen Veranstaltungen helfen natürlich auch beim Image, dabei sind es immer mehr die kleinen und privaten Feste und Events, die die Zukunft bestimmen werden.

Das Individuelle als Zunkunftsmodell?
Genau so ist es. Wir leben in einer Zeit, die bestimmt ist von Business und Arbeit. Da gibt es ein nicht unspannendes Zielpublikum, das es sich auch gern leistet zuhause einen Caterer einzuladen, um seinen Gästen ein Fest mit einzigartigen kulinarischen Erlebnissen zu ermöglichen. Solche Aufträge werden immer mehr und wir sehen darin ein wesentliches Geschäftsfeld für die Zukunft.

Zehn Jahre Revita unter Ihrer Leitung – eine Jubiläumsfeier wird es aber nicht geben.
Zum Feiern ist uns noch nicht zumute, noch läuft ja das Sanierungsverfahren, das im vergangenen Jahr über die Revita eröffnet wurde. Bei allen Höhepunkten markiert das natürlich einen Tiefpunkt in den vergangenen zehn Jahren. Obwohl: Die Talsohle ist erreicht. Und so grotesk es auch klingt – es geht sogar wieder steil bergauf.

Bei all den Erfolgen: Wie kam es zur eingeleiteten Sanierung?
Wir schleppten den finanziellen Rucksack schon seit Jahren mit uns herum. Wie es dazu kam? Wir sind ein paar Mal auch als Veranstalter bzw. Mitveranstalter aufgetreten – und das hat nicht immer funktioniert. Da sind schnell Beträge in fünfstelliger Höhe weg. Ich will das auch gar nicht schönreden – das waren geschäftliche Fehlentscheidungen. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Niemand macht gerne Schulden. So auch wir nicht. Die letzte Verantwortung liegt beim Unternehmer, also bei mir. Und diese Verantwortung trage ich in schwierigen Zeiten noch einmal mehr.

Es ist wie in einer Beziehung, da heißt es auch »in guten und in schlechten Zeiten«. Den Karren wieder herauszuholen, ist nun die Aufgabe. Vielleicht haben wir Schrammen abbekommen, aber wir blicken auch auf ein sehr erfolgreiches viertes Quartal 2018 zurück. Trotz der negativen Schlagzeilen, die ein Insolvenzverfahren automatisch auslöst, haben wir kaum einen Auftrag verloren. Das ist auch eine Wertschätzung für unsere ehrliche Arbeit in den vergangenen Jahren. Vielleicht sogar die größte.

Ein Ausblick auf die nächsten zehn Jahre?
Im Leben gibt es immer ein Auf und ein Ab. Das kennt man im Privaten, als Angestellter und als Chef. Wahre Stärke zeigt sich aber nie, wenn man ganz oben ist, sondern vielmehr, wenn es nicht nach Wunsch läuft. Ein Unternehmen ist zudem nur so stark wie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unter diesen Aspekten blicke ich den nächsten zehn Jahren mit frohem Mut entgegen. Die Revita war schon immer ein Caterer, deren Mitarbeiter für Qualität und Verlässlichkeit stehen. Das ist unsere Stärke. Und das bleibt unsere Stärke. Es wird also schon bald wieder etwas zu feiern geben.

www.revita.at

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