Querdenker: Geht nicht gibt's nicht!

Kärntner Karo: Familie Rettl wurde mit Kärntner Kilts und Trachten bekannt.

© Simone Attisani

Kärntner Karo: Familie Rettl wurde mit Kärntner Kilts und Trachten bekannt.

© Simone Attisani

Nonino: Hier ist Grappa Frauensache

1989: Der berühmte Fotograf Oliviero Toscani macht ein Familienfoto, das um die Welt geht. 20 Jahre später hat sich nur wenig in der Familiengeschichte geändert, alle sind ein wenig älter geworden, der Grappa vielleicht noch besser, und die Marke Nonino ist in der Spirituosenwelt ein Begriff für Qualität, Innovation, Forschung, Professionalität und Begeisterung für die eigene Arbeit. Und jetzt ist alles reine Frauensache.

Gegründet wurde das berühmte Grappa-Haus Nonino 1897 von einem Mann, von Orazio Nonino. Jahrelang zog er mit seinem fahrbaren Destillierkolben durch die Dörfer des Friaul und ließ sich dann in Ronchi di Percoto mit einer eigenen Brennerei nieder, in der bis heute die bekannten Brände entstehen.

Auf den Firmengründer Orazio folgten Luigi, Antonio, Benito mit Giannola und dann Cristina, Antonella und Elisabetta. 1973 beginnt in Percoto ein neues Zeitalter für Grappa. Giannola und Benito Nonino revolutionieren die Produktionsweise sowie die Präsentation des Grappa in Italien und weltweit. Sie »erfinden« den ersten reinsortigen Grappa Monovitigno Nonino, indem sie den Trester der Picolit-Traube separat destillieren.

Mit großem Erfolg setzte sich das engagierte Paar von diesem Jahr an für autochthone, vom Verschwinden bedrohte Rebsorten wie Schioppettino, Tazzelenghe, Pignolo oder Ribolla Gialla ein. Der Respekt vor den Terroirs und die altüberlieferte Handwerkskunst des Destillierens sind der wichtigste Teil der Firmenphilosophie. Mittlerweile haben Giannola und Benito die Leitung des Unternehmens an die drei Töchter Cristina, Antonella und Elisabetta übergeben. Die drei kompetenten Frauen setzen das Werk der Vorfahren fort und wollen nur eines: den besten Grappa der Welt produzieren.

grappanonino.it


Lustig, nicht kleinkariert

Angefangen hat alles mit dem Highlander-Club und dem Kärntner Schmäh, Karos kämen nicht aus Schottland, sondern aus Kärnten.

Der mediale Aufschrei war groß, das Geschäft begann zu blühen. Thomas Rettl, der »Rockstar« unter den Kiltmachern, entwickelte mit einer schottischen Stofffirma ein Kärntner Karo in den Landesfarben Gelb, Rot, Weiß und schaffte mit seiner Kilt-Kollektion bald den Weg an die Öffentlichkeit. Stars, Royals oder einfach Menschen, die das Besondere suchen, sind seine Kunden für Kilts und innovative Trachten. Kärnten ist lustig und gar nicht kleinkariert, sagt der Meister des Karos und der immer neuen Ideen. Bleibt die Frage: Was trägt der Kärntner unter dem Kilt? Rettls Antwort: »Die Kärntner haben die Zukunft Kärntens darunter.«

rettl.com


Herrin der Fische

Irena Fonda ist Molekularbiologin – wie schon ihr Vater. Die Bucht von Piran ist ihr Revier, und ihre besondere Liebe gehört dem Branzino, dem Wolfsbarsch. Das Wissen um das Meer und seine Bewohner hilft dabei, mit Sorgfalt und Können die Bedürfnisse der schönen Wesen zu stillen. Bestes Biofutter, glasklares, tiefes Wasser und viel Zeit sind die Zutaten für ihren Erfolg. Ihr Ziel: den besten Zuchtfisch der Welt zu produzieren. Und das schmeckt man. Ob als ganzer Fisch, geräuchert, gekocht oder in der Salzkruste, der Geschmack der Branzinos ist einzigartig. Und den Vergleich mit Wildfang müssen die Fische der Fondas nicht scheuen, schließlich kommen sie besser versorgt und gesünder aus dem Meer als manche ihrer wilden Kollegen.

fonda.si



Spezialist für heikle Diven

Zwischen Juni und Oktober ist Artischockenzeit in Kärnten, und dann ist Christian Jäger jeden Tag auf seinen Feldern im Lavanttal. Er ist Kärntens erster Artischockenbauer. Eigentlich ist die Familie Jäger vulgo Kammerhofer für Spargel bekannt, mit Christian kam jedoch die Distel auf den Hof, genauer gesagt die Artischocke (Cynara scolymus). Und damit hat er es mit gleich zwei Gemüse-Diven zu tun. Denn wenn der Spargel der König der Gemüse ist, dann ist die Artischocke die Königin. »Zart, fein und auch ein wenig launisch, wenn es um den Anbau geht«, sagt Jäger, der so seine Erfahrungen mit dem anspruchsvollen Gemüse gemacht hat. Der Einsatz lohnt sich, denn als Kärntner Spargel- und Artischockenbauer hat er ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal im Alpenraum.

spargel-lavanttal.at


Die Welt in der Tasse

Es kann nur Stichworte geben in Sachen Illy-Kaffeewelt, denn sie hat Tradition und ist komplex und aufregend. Gegründet 1933 von Francesco, folgte 1935 das Patent der ersten Espressomaschine mit automatischer Wasserdosierung. Fortgeführt von Ernesto, wurde die Marke unter dem studierten Chemiker bald zum Vorreiter in Sachen Kaffeephilosophie und wissenschaftlicher Geschmacksanalyse. Heute spricht die ganze Welt über das Lieblings­thema des Dottore Ernesto Illy. Sein Sohn Andrea führte das Unternehmen ins neue Jahrtausend und setzt das Engagement für Kunst und Nachhaltigkeit fort. Zum Beispiel mit der 1999 gegründeten Università del Caffè und Barista-Kursen für ordentlich zubereiteten Kaffee oder mit dem Ernesto-Illy-Preis. Den besten Kaffee der Welt anzubieten war und ist der Traum der Illys. In eine Tasse perfekten Kaffees die ganze Welt zu legen, das ist das Credo von Andrea, dem Enkel des Firmengründers. Es gelingt.

illy.com



Mit den Römern zu den Sternen

Asperum heißen die wunderbaren Essige der Familie Midolini aus dem Hügelland zwischen Manzano und Buttrio. Dort stellen die Midolinis seit über 50 Jahren kostbaren Balsamico-Essig her, der 15, 30 oder mehr Jahre in Edelholzfässern gereift ist. Der Name Asperum schlägt eine Brücke zur Vergangenheit, denn schon die alten Römer haben hier in Friaul-Julisch Venetien Balsamico erzeugt. Asperum, das Raue, ist ein Paradox und wird dem Spitzenprodukt vielleicht dann gerecht, wenn man weiß, wie viel Mühe darin steckt: Hergestellt nach alter Tradition, enthält der Balsamico nur Most der Rebsorten Refosco und Friulano. Durch den langen Ausbau bekommt er eine balsamische Dichte und besonders komplexe Aromen. Per aspera ad astra – durch die Mühen zu den (kulinarischen) Sternen eben.

midolini.com


Nicht Wurscht, sondern Speziell

Dober tek! Guten Appetit! Klassisch gekocht mit Senf und Kren oder vom Grill? In der Jota (Gerstensuppe) oder mit Žganci (Nockerl aus Heidensterz)? Als Risotto oder Ravioli-Fülle? Die Kranjska klobasa ist seit 2012 eine geschützte Herkunftsbezeichnung und nicht nur in der Metzgerei und der »Gostilna Arvaj«, der dazugehörigen Gastwirtschaft, ein Star mit Tradition. Der Fantasie, wie man die Krainer Wurst verspeist, sind keine Grenzen gesetzt, den Zutaten schon: Schweinefleisch, Speck, Salz, Knoblauch, Pfeffer kommen in die Naturdärme, dann wird heiß mit Buchenholz geräuchert und pasteurisiert. Anton Arvaj hat viele Male beim Krainer Wurst-Festival gewonnen. Nun stehen zwei Nachfolger in seiner Wurst- und Gostilnaküche: Klemen Brdnik und Küchenchef Simon Brenkuš (r.). Und dazu gibt es Neues auf der Karte, wie Wurst auf Zwiebel-Teran-Sauce.

gostilna-arvaj.si

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