Prognose für die Weinernte 2016 in Österreich

Weingärten in Traiskirchen

@ ÖWM / Armin Faber

Weingärten in Traiskirchen

Weingärten in Traiskirchen

@ ÖWM / Armin Faber

Die Frostnächte vom 26. bis 29. April 2016 brachten katastrophale Folgen für zahlreiche Landwirte in der Steiermark und Ostösterreich. Über 1.2000 Hektar waren in ganz Österreich betroffen. Laut Österreichischer Hagelversicherung beträgt der Gesamtschaden im Weinbau durch Hagel bis jetzt 2,5 Mio. Euro. Als Folge wird eine kleine Weinmenge erwartet. Die Steiermark, die von den Frostereignissen besonders betroffen war, rechnet mit einer Erntemenge von nur einem Viertel eines Normaljahres. Auch das Burgenland war massiv betroffen und hofft auf ungefähr 50 Prozent der Normalernte. In Niederösterreich schaut es unterschiedlich aus – tiefe Weingartenlagen wurden vom Frost massiv geschädigt. In anderen Gebieten werden sehr gute Erträge erwartet. Deshalb geht man in Niederösterreich von einer durchschnittlichen Weinernte aus.

Aus den Schätzungen der einzelnen Gebiete wird eine Weinernte von ca. 1,8 Millionen Hektoliter prognostiziert. Der Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager kommentiert: »Dies ist umso bedauerlicher, als ja der Jahrgang 2016 die mittlerweile fünfte aufeinanderfolgende Weinernte mit unterdurchschnittlicher Menge ist.«

Herausforderungen nach überstandenem Frost

Nach dem Frost im Frühjahr ging es mit einem schwülen Klima weiter. Im späten Frühjahr und während den Sommermonaten gab es zwar hohe Temperaturen, oft über der 30-Grad-Celsius-Grenze. Diese hohen Temperaturen wurden jedoch immer wieder von hefitgen Niederschlägen unterbrochen. Die Vegetationsentwicklung wurde so rasch vorangetrieben. Mit dem tropenartigen Treibhausklima kamen aber auch neue Herausforderungen dazu, wie Kranktheiten oder es galt, den massiven Grünbewuchs in Zaun zu halten.

Nun hoffen die Winzer auf ein paar trockene und sonnige Wochen, damit die Trauben vollreif werden können. Abgesehen von Most- und Sturmtrauben wird die Weinernte im Burgenland voraussichtlich Mitte September beginnen, in Niederösterreich vermutlich Ende September.

Hilfe aus dem Katastrophenfonds

Der Bund und die betroffenen Länder haben sich darauf geeinigt, Weinbeaubetrieben, die wegen des Frostschadens in ihrer Existenz gefährdet sind, mit dem Katastrophenfonds zu helfen. Eine Entschädigung nach dieser Sonderrichtlinie kann beantragt werden, wenn Weinbetriebe im heurigen Jahr aufgrund des Frostes weniger als 2.000 Liter pro Hektar ernten. Bei der Entscheidung wird auch die sonstige bewirtschaftete Fläche und ein außerlandwirtschaftliches Einkommen, falls vorhanden, mit einbezogen. Auch frostversicherte Betriebe, die unter diese Ertragsgrenze fallen, sollen die Differenz zur Existentsicherung ausgeglichen erhalten.

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