Die Rebe fühlt sich am wohlsten auf kreidehaltigen Bö­den und bei Wetterverhältnissen wie im nördlichen Mittelmeerraum. Um prächtig zu gedeihen, braucht sie die langen Tage im Juli und August – und vor allem ihren Winterschlaf. Im tropischen Umfeld ist es nicht nur zu warm und zu feucht, sondern die Tage im Hochsommer sind auch zu kurz. Ohne Winter treibt die Rebe unentwegt aus, sodass Hormone (Dormex) auf die Knospen gepinselt werden ­müssen, damit die Pflanze austreibt und dabei auch Früchte ansetzt. Am richtigen Standort kann sie zweimal im Jahr abgeerntet werden.

In Thailand aber wird eine durch den Monsunregen vernichtet. Weitere Gefahren für die Rebe gehen von Ungeziefer und Pilzbefällen aus, wie etwa der Schwarzfäule, die nicht nur qualitätsmindernd wirken, sondern auch zum Sterben der Pflanze beitragen kann. Die wenigen Trauben, die glücklich zur Hochreife gelangen, werden dann gerne von hungrigen Eichhörnchen und Fledermäusen gefressen. Es ist also nicht erstaunlich, dass die Erträge in den Tropen gering ausfallen. Unser­einer genießt den Sommerurlaub am südlichen Strand; die Rebe sehnt sich jedoch eher nach nördlichen Gefilden.


Von Joel Payne
Aus Falstaff Nr. 06/2012