Pink Summer: Sechs Rosés, die wir jetzt trinken

Die Franzosen wissen seit jeher, dass der facettenreiche Rosé die Finesse von Weißwein mit der Struktur von Rotwein vereint.

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Die Franzosen wissen seit jeher, dass der facettenreiche Rosé die Finesse von Weißwein mit der Struktur von Rotwein vereint.

Die Franzosen wissen seit jeher, dass der facettenreiche Rosé die Finesse von Weißwein mit der Struktur von Rotwein vereint.

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Ob an der Hafenpromenade von St. Tropez, am Strand von Biarritz oder mitten in Paris – im Sommer trinken die Franzosen Rosé. Ihre Leidenschaft für rosafarbenen Wein ist legendär. Die besten Rosés kommen traditionell aus der Provence: Nirgendwo sonst betreibt man so viel Aufwand – nirgendwo sonst verfügt man über so viel Wissen und Erfahrung wie in der südfranzösischen Region. Rosé aus der Provence vereint Finesse und Komplexität. 

Roséboom auch in Österreich

Seit einigen Jahren scheint man nun auch außerhalb der Grande Nation dem Charme des Rosés zu erliegen: Er erlebt derzeit rund um den Globus einen enormen Hype.  Auch in Österreich, wo man sich dem rosaroten Wein gegenüber bislang zurückhaltend zeigte, ist der Boom nicht mehr aufzuhalten. Rosé galt hierzulande unter Kennern lange als ein belangloses Getränk – viele Winzer verstanden ihn lediglich als Nebenprodukt oder Abrundung ihres Sortiments. Nur im weststeirischen Schilcherland wurde Rosé aus der autochthonen Sorte Blauer Wildbacher schon seit jeher ausgebaut.

Ideal für heiße Sommertage!

Inzwischen beweisen immer mehr heimische Betriebe, dass Rosé ein durchaus ernst zu nehmender und hochwertiger Wein sein kann – wenn man ihn gut behandelt. Auch Sommeliers zeigen sich zunehmend angetan von der Qualität des neuen Rosés – sie schätzen vor allem seine vielfältigen Facetten und Einsatzmöglichkeiten – Rosé entpuppt sich als wunderbarer Essensbegleiter: Er vereint die Finesse von Weißwein mit der Struktur des Roten – ist frisch und leicht, besitzt aber auch Substanz.

Zwei Methoden

Es gibt zwei Methoden, Rosé zu erzeugen – bei beiden wird Rotwein in etwa wie Weißwein verarbeitet. Bei der Direktpressung werden Rotweintrauben im Keller gequetscht und eingemaischt, das Fruchtfleisch also für einige Zeit auf den Schalen gelassen. Danach wird der Most abgepresst und wie Weißwein separat vergoren. Durch den Kontakt mit der Beerenhaut nimmt der Wein sowohl Farb- als auch Gerbstoffe und Aromen auf. Je länger der Schalenkontakt, desto intensiver die Färbung, aber auch der Geschmack.

Rosé kann aber auch durch Saftabzug gewonnen werden: Beim sogenannten »Saignée-Verfahren« werden Rotweintrauben im Keller durch ihr Eigengewicht gequetscht – ein Teil des Safts rinnt ab und wird vergoren. Das Verfahren ist quasi ein Nebenprodukt der Rotweinproduktion und mit ihm schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits gewinnt man Rosé, andererseits erfährt der restliche Rotwein durch den abgezogenen Saft eine Konzentration – er wird dichter, opulenter und besitzt im Verhältnis viel Gerbstoff.

Bei der Direktpressung hingegen erhalten die Roséweine mehr Struktur, aber auch eine feine Säure. Rot- und Weißwein zu mischen ist hingegen innerhalb der EU lediglich bei Schaumweinen erlaubt.

Vielfalt, die begeistert

Rosés bieten eine Bandbreite an verschiedenen Stilistiken: von frisch-fruchtig bis mineralisch, von duftig-zart bis gehaltvoll, von prickelnd bis still. Entsprechend vielfältig kann ein Rosé dann auch als Weinbegleitung eingesetzt werden, von der Vorspeise bis zum Dessert. Der Sommer wird pink.


Rosés mit Anspruch

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  • Fritz Wieninger – Rosé Sekt Cuvée Katharina – Brut Nature
    Der renommierte Wiener Winzer hat auch für rosa Schaumwein ein Händchen: eine Cuvée aus Pinot Noir und Zweigelt von Einzellagen am Bisamberg. Frühe Lese und traditionelle Flaschengärung -zeichnen den Zero-Dosage-Sekt aus. -Animierende Säure, Finesse und feines Walderdbeeraroma. 

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  • A Nobis – Cuvée 1217 Rosé 2018 – Extra Brut
    Norbert Szigeti gilt als einer der Meister des heimischen Schaumweins. Der Rosé-Jahrgangssekt wird aus Pinot Noir, Blaufränkisch und Zweigelt -gewonnen und zeichnet sich durch feines Mousseaux, intensiven Duft nach Rosen und Aromen von Ribisel und roten Beeren aus. Harmonisch und nachhaltig am Gaumen. 

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  • Bernhard Ott – Rosalie 2019
    Bernhard Ott ist zwar Spezialist für -herausragende Grüne Veltliner, zeigt sein Können aber auch im Rosé-Fach. Stilistisch erinnert der aus Zweigelt-Trauben gewonnene Wein an -hochwertige rosa Gewächse aus der -Provence. Mineralisch, zartfruchtig und ausdrucksstark.

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  • Domäne Wachau – Zweigelt Rosé Federspiel Terrassen 2019
    Auch Wachau kann Rosé: Die Trauben aus steilen Terrassenlagen wurden händisch gelesen, gerebelt und für einige Stunde auf der Maische stehen gelassen. -Würziges und fruchtiges Bukett, -Himbeer- und Kräuteraromen. Herrlich erfrischend für heiße Sommertage.

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  • Thomas und Margarethe Strohmeier – Schilcher DAC Ried Aibl 2019
    Typischer Schilcher aus einer der besten Einzellagen der Region. Aus der Blauen-Wildbacher-Traube gewonnen und im Stahltank ausgebaut, zeichnet er sich durch belebende Säure, zarte Gerbstoffe und intensive Ribisel- und -Himbeeraromen aus.  

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  • Roman Pfaffl – Rosé la Grande 2019
    Der renommierte Weinviertler Betrieb zeigt eindrücklich, dass Rosé durchaus ein ernst zu nehmender Wein sein kann. Verarbeitet werden ausschließlich reife Zweigelt- und St.-Laurent-Trauben aus Lagen am Fuße der Burg Kreuzenstein. Nach langer Maischestandzeit wird im großen Holz vergoren, wo der Rosé dann in Ruhe reifen darf. Ein vollmundiger, tieffruchtiger und vielschichtiger Rosé, der seinem Vorbild aus der Provence kaum nachsteht. 

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Falstaff Rezepte 02/2020
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