Perwanger über den »Young Hotelier Award«

Elisabeth Perwanger ist General Manager des Wiener »Steigenberger Hotel Herrenhof«.

 

 

© Steigenberger Hotel Herrenhof

Elisabeth Perwanger ist General Manager des Wiener »Steigenberger Hotel Herrenhof«.

Elisabeth Perwanger ist General Manager des Wiener »Steigenberger Hotel Herrenhof«.

 

 

© Steigenberger Hotel Herrenhof

Im KARRIERE Interview erzählt Elisabeth Perwanger über die Anforderungen an die Kandidaten, die Kategorien des Wettbewerbs und die Gewinne für die Sieger. Sie selbst ist General Manager des »Steigenberger Hotel Herrenhof«. Außerdem wurde sie 2012 als »General Manager of the Year« ausgezeichnet und gehört dem »General Manager Council«, einem Zusammenschluss der Direktoren der Fünf-Sterne-Hotellerie in Wien, an. Dieses Gremium hat den YHA zur Nachwuchsförderung ins Leben gerufen. Der Branchen-Wettbewerb findet in diesem Jahr zum 13. Mal österreichweit statt.

KARRIERE Der Young Hotelier Award findet seit einigen Jahren erfolgreich statt. Aus welchem Anlass wurde der YHA ins Leben gerufen?
ELISABETH PERWANGER Mit diesem Wettbewerb will das »General Manager Council« jungen Mitarbeitern der Branche die Möglichkeit geben, eigene Ideen und Lösungsansätze zu aktuellen, touristischen Themen auszuarbeiten. Nachwuchstalente wollen wir auf diesem Wege fordern und fördern. Im Umkehrschluss können wir aber auch sehr viel von den Kandidaten lernen, junge, frische Impulse bekommen und so mit den Managern von morgen im Austausch sein.

Das Ziel des YHA ist die Förderung von Nachwuchstalenten. Mit welchen Maßnahmen wird dieses Bestreben umgesetzt?
Die Kandidaten erhalten über vier bis fünf Monate eine Serie von Trainings und Präsentationen, welche sie auf den Wettbewerb vorbereiten. Hierbei handelt es sich sowohl um hausinterne Unterstützungsmaßnahmen zur Verbesserung der Fach- und Sprachkenntnisse als auch um externe Vorträge, welche speziell auf die ausgeschriebenen Themen des YHA abgestimmt sind. Diese Vorträge werden von Experten aus der Branche abgehalten.

Welche persönlichen und fachlichen Anforderungen muss ein Bewerber erfüllen, um sich für den YHA zu qualifizieren?
Der »Diversey Contest« spricht junge Talente bis 25 Jahre in Front Line Positionen mit erster Berufserfahrung an. Der »Modul Contest« richtet sich an Nachwuchstalente mit folgenden Kriterien: Vollendetes 26. Lebensjahr, ein zertifizierter Bachelor-Abschluss oder äquivalent Kollegen mit drei Jahren Berufserfahrung in der Hotellerie oder Gastronomie. Hier sind auch Abteilungsleiter willkommen. Sollte der Bachelor Abschluss nicht gegeben sein, haben auch Kandidaten mit Matura und achtjähriger Berufserfahrung die Möglichkeit, beim Modul Bewerb mit dabei zu sein.

Anhand welcher Kriterien werden die Teilnehmer anschließend ausgewählt?
Pro Hotel können zwei Teilnehmer nominiert werden. Alle Abteilungen sind vertreten. Grundvoraussetzung sind ordentliche Englischkenntnisse und die Lust und das Engagement sich auf etwas Neues einzulassen.

Beim Wettbewerb zählt eine englische Präsentation zur Wertung, vorab werden die Teilnehmer in Präsentationstechniken geschult. Wie wichtig ist es, sich selbst vermarkten zu können?
Sicheres, wortgewandtes Auftreten ist in der Dienstleistungsbranche das Um und Auf. Besonderes Augenmerk legen wir auf Authentizität, um die Individualität eines jeden zu bewahren.

Welchen Benefit hat ein Teilnehmer im Sinne von Karrierechancen und Entwicklungsmöglichkeiten durch den YHA? Eröffnen sich den Gewinnern beispielsweise besondere Türen?
Die Weiterbildung zur Vorbereitung auf den Bewerb und natürlich die sehr wertvollen Gewinne sind einzigartig. Die Sieger gehen auf die weltbekannte Cornell University beziehungsweise absolvieren ein volles MBA Studium am Modul. Auch die zweiten und dritten Plätze erhalten wertvolle Weiterbildungsmöglichkeiten. Das alleine steigert den Marktwert eines Mitarbeiters. Die nächsten Karriereschritte im eigenen Unternehmen und innerhalb der Tourismusbranche können somit auf jeden Fall beschleunigt werden. Nicht zuletzt ist der rege Austausch mit Kollegen, Jury und den eigenen Vorgesetzten wertvoll und öffnet viele Türen.

Auf die Gewinner warten spannende Preise, einige Stipendien werden vergeben. Wie wichtig ist Weiterbildung in und außerhalb der Branche?
»Life Long Learning« ist mittlerweile eine Grundvoraussetzung im Berufsleben geworden. Nicht nur unsere Branche entwickelt sich rasant, die Märkte sind schnelllebig und Dienstleistung auf unserem Niveau wird immer individualisierter - umso wichtiger ist es neugierig am Puls der Zeit zu bleiben und sich den Veränderungen zu stellen.

Österreich hat einen sehr hohen Level bei der Qualität der Hotels. Sind Auslandserfahrungen trotzdem bedeutend?

Selbstverständlich – jeder Mitarbeiter profitiert durch Erfahrungen im Ausland. Neben den Sprachkenntnissen, werden auch andere Kulturen und Abläufe kennen gelernt. Dies ermöglicht einen umfassenderen Servicegedanken und fördert die Einbringung und Entwicklung neuer Ideen und Konzepte.

Welchen Stellenwert haben Employer Branding sowie Initiativen zu Förderung von Mitarbeitern in der Hotellerie?
In letzter Zeit kann man eine deutliche Veränderung im Recruitment Prozess beobachten. Je besser, attraktiver und unkonventioneller das Employer Branding gestaltet ist, desto interessanter ist man als Arbeitgeber am Markt positioniert. Maßgeschneiderte Personalentwicklung und das Fördern von Mitarbeitern aber auch Authentizität machen einen attraktiven Arbeitgeber aus.

Der YHA war letztes Jahr fest in Frauenhand, Marisa Rossmann und Vera Rieger waren die Gewinnerinnen. Dominiert das weibliche Geschlecht beim Wettbewerb?
Beim »Young Hotelier Award« zählt Inhalt und Präsentation, das ist auf keinen Fall geschlechterspezifisch. Heuer stellen sich 18 Kandidaten in zwei Bewerben der fachkundigen Jury. Davon sind sieben männliche Bewerber. Wir werden sehen, wer sich durchsetzt. Alle Kandidaten geben ganz bestimmt ihr Bestes.

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