Ornellaia & Sassicaia – Bolgheri 2018 im Test

V.l.n.r.: Axel Heinz, Direktor Ornellaia; Giovanni Geddes da Filicaja, CEO; Marchese Ferdinando Frescobaldi, Präsident Ornellaia

© Alexandra Korey

Ornellaia & Sassicaia – Bolgheri 2018

V.l.n.r.: Axel Heinz, Direktor Ornellaia; Giovanni Geddes da Filicaja, CEO; Marchese Ferdinando Frescobaldi, Präsident Ornellaia

© Alexandra Korey

»Vendemmia d’Artista«, die Künstlerernte, wurde von Ornellaia erstmals im Jahr 2006 initiiert. Seit damals wurden jedes Jahr namhafte Künstler und Künstlerinnen eingeladen, eine kleine Auflage von Großflaschen Ornellaia auszustatten. Für den Jahrgang 2018 betraute das Team von Ornellaia den belgischen Künstler Jan Fabre damit. Der schuf für drei Salamanzar eine Kreation aus Korallen die eine Krone, ein Herz und eine Kerze mit Flügel zeigt. Korallen werden auch als das rote Gold bezeichnet, was der Anmut des Ornellaia nahekommt, meint Jan Fabre. Eine der drei Salamanzar wird mit anderen Großflaschen auf einer Auktion von Sotheby’s versteigert, der Erlös kommt einem Projekt des Guggenheim-Museums zu Gute.

Axel Heinz, Direktor von Ornellaia präsentierte den Wein. Der Jahrgang sei nicht einfach gewesen, präzisierte er einleitend. Das Frühjahr war gekennzeichnet von ausgiebigen Niederschlägen; ein hartes Stück Arbeit im Weinberg. Der Sommer war dann sonnig und warm und ließ die Trauben bestens reifen. Insgesamt kann der Jahrgang aber eher als kühl eingestuft werden. Für eine grundsätzlich warme Zone wie Bolgheri ist das durchaus von Vorteil. Die Jungweine präsentierten sich auch recht ruppig; nach dem Blending der einzelnen Partien und weitere Reifung entwickelten sich Proportion und Balance, entstand ein Wein von ausgewöhnlicher Harmonie. Das Motto des Jahrganges lautet daher auch »La Grazia«, was sowohl mit Anmut als auch mit Gnade übersetzt werden kann. Erstmals in der Geschichte des Ornellaia enthält der Weine mehr Merlot (51%) als Cabernet. Im Unterschied zu den vorangegangenen Jahrgängen, die sich durch hohe Konzentration auszeichneten, begeistert der Ornellaia 2018 durch seine Samtigkeit und sein seidiges Tannin. Geprägt von reifen Fruchtnoten, ist er schon jetzt erstaunlich zugänglich, hat aber auch Potential für Reife. Eine Flasche ist da bald leer - einer der besten Ornellaia ever! Zugreifen und genießen ist da unser Rat.

In diesen Tagen hatten wir auch Gelegenheit den berühmtesten Wein von Bolgheri vorab zu verkosten, den Sassicaia der Tenuta San Guido. Im Gegensatz zu Ornellaia enthält der Sassicaia traditionell keinen Tropfen Merlot, sondern besteht ausschließlich aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Merlot ist auf der Tenuta San Guido für den Guidalberto reserviert. Das gilt auch für den Jahrgang 2018. Während also der Ornellaia sich rund und samtig präsentiert, zeigt sich Sassicaia straff und von vertikaler Struktur. In der Nase offenbart er frische, knackige schwarze und rote Beerennoten, am Gaumen eine durchaus straffe Säure, die viel Frische gibt, dazu viel griffiges Tannin. Macht im Moment noch nicht so viel Trinkspaß wie Ornellaia. Wie ähnliche kühlere Jahrgänge aus der langen Geschichte des Sassicaia aber zeigen, sind das nach einigen Jahren der Reifung die spannendsten Gewächse. Daher: Kaufen, weglegen, in 15 Jahren öffnen und genießen!

Ornellaia 2018 – Tenuta dell’Ornellaia

Foto beigestellt

Funkelndes, sattes Rubin mit leichten Violettschimmer. Eröffnet mit satter dunkler Beerenfrucht, dahinter harzig-mediterrane Kräuter, etwas Zedernholz. Am Gaumen rund und saftig, sehr schön ausbalanciert, samtiges, schon erstaunlich gut eingebundenes Tannin, schmalzig und viel pralle Frucht, im Nachhall nach Sandelholz und Lebkuchen.
98 Falstaff-Punkte

Sassicaia 2018 – Tenuta San Guido

Sassicaia 18

Foto beigestellt

Glänzendes, sattes Rubin-Violett. In der Nase sehr knackige und klare Frucht, präzise, viel Cassis, Brombeere und etwas Leder. Auch am Gaumen viel saftige Frucht, lebhafte frische Säure, dunkle Johannisbeere, zeigt große Spannung, griffiges Tannin, im Finale feine Minze, ein Langläufer mit Potential für viele Jahre.
97 Falstaff-Punkte

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