Opernball-Interview: »Das Haus soll sich drehen!«

Alfons Haider, Hanna Gumpinger (Debütantin), Maria Großbauer, Dominique Meyer und Roman E. Svabek.

© Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Alfons Haider, Hanna Gumpinger (Debütantin), Maria Großbauer, Dominique Meyer und Roman E. Svabek.

© Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

FALSTAFF Sie sind mit 36 Jahren die jüngste Opernballorganisatorin aller Zeiten – ist Ihnen eine »Verjüngung« des Opernballs ein Anliegen?

MARIA GROSSBAUER Mir geht es vor allem um die Staatsoper. Der Opernball ist ja auch der Staatsball, deshalb möchte ich das Beste aus unserem Land präsentieren. Mit der Wiener Staatsoper sind wir auf Weltniveau – aber auch in vielen anderen Bereichen, etwa in der Kulinarik und dem Wein, die zu so einem besonderen Fest natürlich dazugehören! Für den Opernball 2017 habe ich deshalb ein neues Konzept kreiert, das »Alles Oper!« lautet. Ein roter Faden aus Opernzitaten zieht sich durchs ganze Haus – von den Blumen bis zum neuen Opernball-Drink. Er heißt natürlich »Der Liebestrank«, nach der Oper von Gaetano Donizetti. Und ich habe mir Experten an die Seite geholt wie Sommelier Adi Schmid oder die Familie Friese vom »Schwarzen Kameel«.

Nicht nur Spitzengastronomie ist auf dem diesjährigen Opernball vertreten. Auch »Ströck Feierabend« und die »Markterei« sind kulinarische Partner. Wie haben Sie die Auswahl getroffen?

Es muss nicht nur Kaviar und Champagner sein, auch ein knuspriges Sauerteigbrot mit frischer Rohmilchbutter lässt mein Herz höherschlagen. Alle kulinarischen Partner zeichnet aus, dass sie mit Leidenschaft und Liebe arbeiten – und sie sind Institutionen, die die österreichische Kulinarik repräsentieren. Ihre Leidenschaft verbindet sie mit den Opernkünstlern. Oper und Genuss gehören seit Jahrhunderten zusammen – in jeder Hinsicht. Es gibt unzählige Opernszenen und -zitate, in denen Wein, Champagner oder ganze Speisenfolgen vorkommen!

Auch die Kulinarikbereiche sind neu gestaltet – haben Sie ein persönliches Highlight?

Die neue Weinbar in der Schwind-Loggia ist eine große Herzenssache! In der Weinbar präsentiert Opernball-Sommelier Adi Schmid erstmals die Top-Lagen von sieben Weißweinwinzern aus der Wachau und einem Rotweinwinzer aus Rust. Dort soll eine ganz spezielle, elegant-angenehme Atmosphäre entstehen: Das Design ist sehr reduziert, über der Bar sind Trink- und Weinzitate aus Opernstücken zu lesen, und es wird Live-Jazz gespielt. Aber auch der neue »Slow Food«-Bereich mit »Ströck Feierabend« auf der Hinterbühne ist ein Highlight. Gott sei Dank muss man sich nicht entscheiden!

In allen Logen wird Wein aus der Wachau ausgeschenkt – ist das eine Weinbauregion, die Sie besonders schätzen?

Ja, die habe ich besonders gerne. Es gibt natürlich viele hervorragende Weinregionen in Österreich – aber mit einer muss ich ja anfangen! (lacht) Ich finde die Wachau unglaublich schön und habe in Dürnstein geheiratet – zur Freude meines Vaters, denn der ist auch ein großer Weinliebhaber. Der Grüne Veltliner aus der Region ist nicht umsonst weltbekannt – »Green Wine« bekommt man auch überall in New York. 

In jedem Bereich werden die Winzer und kulinarischen Partner persönlich vor Ort sein. 

Ja, in der Opernball-Disco wird zum Beispiel Barkeeper Roberto Pavlovic exklusiv den von ihm kreierten Opernballdrink mixen. Das Haus soll sich drehen, es wird sozusagen ein Riesenwalzer sein! Die Gäste können sich treiben lassen und die verschiedenen Genüsse entdecken. 

Und welchen Genüssen werden Sie sich hingeben?

Ich werde überall sein! Ich möchte jeden kulinarischen Partner und jedes Musik-Ensemble besuchen und die Stimmung live erleben – denn darauf kommt es an. Ich glaube, es wird ganz wunderbar sein, denn wie heißt es schon in der Oper »Falstaff«? »Der Wein öffnet unser Herz ...«

Das ist kulinarisch neu auf dem Opernball

  • Weinbar: in der ehemaligen »Pinkbar« präsentiert Opernball-Sommelier Adi Schmid Weine aus der Wachau.
  • Hinterbühne: »Slow Food« von Ströck, Lingenhel und Roman Thum
  • Schnecken-, Sekt- und Kaviar-Bar: edle Produkte »made in Austria«
  • »Schwarzes Kameel:« mit eigener Bar und Heurigem »Wolfsschlucht«

Aus dem Falstaff Spezial Opernball 2017.

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