Nominé Newcomer des Jahres 2018: Weingut Schmitt

Setzen mit ihren Naturweinen ein Ausrufezeichen: Bianka und Daniel Schmitt.

© Holger Riegel

Setzen mit ihren Naturweinen ein Ausrufezeichen: Bianka und Daniel Schmitt.

© Holger Riegel

Wer bei den Weinen von Bianka und Daniel Schmitt die Rebsorten auf den Etiketten liest, tut gut daran, gewohnte Erwartungen über Bord zu werfen. Das immer enger geschnürte Korsett aus exotischer Frucht und zugänglichem Geschmack, in das der Müller-Thurgau im Laufe seiner Geschichte geschnürt wurde, haben die beiden ihm mal eben ausgezogen. Als Vin Naturel sich selbst überlassen und entsprechend trüb auf Flaschen gefüllt, ist den Schmitts dabei ein Wein gelungen, der viele Zecher überraschen, genauso viele aber schockieren wird. Sei's drum. Wenn er seine pikante Eigenart am besten in Kombination mit einem puristisch zubereiteten Fischgericht zum Ausdruck bringt, wird man auch jene versöhnlich stimmen, die sich vorher noch über seinen Geschmack mokierten.

Im Weingut Schmitt sind solcherart Gewächse noch recht neu, wenngleich dort bereits seit 2012 biologisch-dynamisch gearbeitet wird. Bianka absolvierte damals bei den Schmitts ein Praktikum, als der Funke zwischen den beiden während eines Besuchs beim elsässischen Kultwinzer Julien Meyer in mancherlei Hinsicht übersprang. Ob sie sich aus geteilter Weinleidenschaft ineinander verliebten oder ob aus ihrer Liebe die Leidenschaft für Naturweine erwuchs, darf an dieser Stelle offengelassen werden.

Fest steht, dass sie seit 2013 auch beim Wein gemeinsame Sache machen. Und die hebt sich bereits bei der Ausstattung deutlich vom übrigen Angebot des Weinguts ab. Schlanke Schlegelflaschen mit naiver Aquarellkunst stehen für ihre sortenreinen Naturweine, aus deren Sorten man sich aber nicht allzu viel machen sollte. Ihren in einer georgischen Quevri auf der Maische vergorenen Weißburgunder füllen sie in Burgunderflaschen, auf deren Etiketten eine mutmaßlich alte Rebe abgebildet ist, die tief mit dem Boden verbunden zu sein scheint. Der Wein heißt »Orpheus«. Wie auch sonst? Doch auch darauf muss man erstmal kommen. Wenn die Schmitts ihre Weine sich selbst überlassen, bedeutet das nicht etwa, dass sie fünf gern mal eben gerade sein lassen. Denn darüber, was sie tun und was nicht, machen sich die beiden bereits vorher Gedanken. Das Gegenteil von Laissez-faire.


Aus dem Falstaff Weinguide 2018

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