Neun Fakten zum Sturm

Sturm trinkt man stilecht im Henkelglas

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Sturm trinkt man stilecht im Henkelglas

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Viele Namen

Der Sturm, wie er in Österreich gennant wird, hat viele Namen. Allgemein bekannt ist er als Neuer Wein. In Deutschland kennt man ihn als Federweißen bzw. Federroten, bei unseren Nachbarn in der Schweiz und auch in Teilen Südtirols wird er meist Sauser oder Suser genannt. Im Rest von Italien nennt man ihn Vino Nuovo (Neuer Wein), im französischen Sprachraum vin bourru (mürrischer Wein). Weitere Synonyme sind: Rauscher (an der Hessischen Bergstraße und in Rheinhessen), Neier Woi/Wei oder Bitzler (Pfalz), Bremser (Franken) oder auch Riser, Krätzer, neuer Süßer, Staubiger bzw. Gestaubter/G'Staubter. 

Was ist Sturm?

Bei Sturm handelt es sich um Traubensaft, der bereits begonnen hat zu gären. Damit er sich Sturm nennen darf, muss er mindestens ein Prozent Alkohol haben. Zunächst noch süß, frisch und alkoholarm verwandelt sich der Sturm mit voranschreitender Gärung und wird trockener und höher im Alkoholgehalt, da der Zucker nach und nach umgewandelt wird. Das bei der Gärung frei werdende CO2 sorgt für das typische Prickeln und wirbelt die Hefepartikel in der Flüssigkeit auf, wodurch die trübe Farbe entsteht. Zu Sturm werden in der Regel frühreife Rebsorten wie Müller-Thurgau, Frühroter Veltliner und Bouvier verarbeitet. Sie vereint ein milder, säurearmer Geschmack und ein feines Bukett.

Regionale Spezialitäten in Rosa

Im Süden des Burgenlands um den Eisenberg ist der Uhudlersturm zu Hause. Das meist pinke bis rote, nach Walderdbeeren duftende Getränk wird aus verschiedenen Direktträger-Sorten mit klingenden Namen wie Noah, Isabella oder Elvira verschnitten. Auch der steirische Schilchersturm – die Basis dafür bildet die Sorte Blauer Wildbacher – sticht durch seine Farbe und seinen frisch-fruchtigen Charakter heraus.

Sturm ist Gesetz

Dass der Sturm so heißt, wie er heißt, wann er in den Handel gebracht werden darf und die Herkunft der Trauben, aus denen er hergestellt werden darf, ist in Österreich im Weingesetz geregelt.

Sturm-Zeit

Wie oben erwähnt ist es in Österreich per Gesetz vorgeschrieben, wann es Sturm geben darf. Teilweise gegorener Traubenmost darf als Sturm für den unmittelbaren menschlichen Verbrauch demnach zwischen 1. August und 31. Dezember des jeweiligen Erntejahres in Verkehr gebracht werden. Meist kommt Sturm relativ bald nach der Lese in den Handel, das Gesetz erlaubt aber, dass der Gärprozess gehemmt bzw. unterbrochen und vor dem Abfüllen wieder eingeleitet wird, sodass ein Verkauf bis Jahresende möglich wird.

Lagerung

Da Sturm nach dem Abfüllen weitergärt, kommt er in Plastikflaschen in den Handel. Sie müssen im Stehen gelagert bzw. transportiert werden, da der Schraubverschluss nicht ganz luftdicht ist. Wäre das der Fall würden die Gärgase die Flasche zum Bersten bringen.

Haltbarkeit

Sturm muss aufgrund seiner begrenzten Haltbarkeit stets gut gekühlt werden. Und so schmeckt er auch am besten.

Sturm richtig trinken

Wer Sturm authentisch genießen möchte, trinkt ihn aus einem Henkelglas, das mit der linken Hand gehalten wird. Angestoßen wird mit Sturm nicht, und man sagt vor dem ersten Schluck »Mahlzeit« oder vereinzelt auch »Krixikraxi«. Erst nach der offiziellen Weintaufe des neuen Jahrgangs rund um Martini am 11. November wechselt man zur rechten Hand, darf anstoßen und sagt »Prost«. Am besten passt Sturm übrigens zur Brettljause oder zu gerösteten Maroni bzw. beim Heurigen.

Gut für die Gesundheit

Ob g’spritzt, pur, weiß, rot oder Rosé – der Sturm schmeckt nicht nur gut, sondern hat in Maßen genossen auch positive gesundheitliche Aspekte. Sturm ist reich an Vitamin B1 und B2, was das Nervensystem unterstützt, und fördert den Stoffwechsel. Darüber hinaus wirkt er sich positiv auf die Darmflora, Haare und Haut aus.

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