»Mr. Grand Marnier« im Interview

Patrick Raguenaud beim Vienna Bar- & Spiritsfestival.

© Falstaff/Degen

Patrick Raguenaud beim Vienna Bar- & Spiritsfestival.

© Falstaff/Degen

Grand Marnier steht für französische Eleganz und anspruchsvollen Lifestyle. Niemand könnte den Premium-Brand besser vertreten und verkörpern als Master Blender Patrick Raguenaud, der seit rund eineinhalb Jahrzehnten über die gleichbleibende Qualität von Grand Marnier wacht. Der Franzose sorgt für eine perfekte Balance der verschiedenen Cognac-Chargen, die von über 450 Bauern der Cognac-Region stammen. »Viele Familien liefern ihren Cognac seit Generationen, damit daraus Grand Marnier gemacht wird«, erzählt Raguenaud im Gespräch mit Falstaff.

Patrick Raguenaud überwacht sowohl die Produktion des Cognacs als auch die Herstellung der delikaten Bitterorangen-Essenz und sorgt schließlich für eine harmonische Zusammenführung der beiden charakteristischen Bestandteile. Das Endergebnis darf dann zwischen einem und sechs Monaten in großen Eichenfässern reifen. Erst dann haben sich die Aromen entsprechend vermählt und der Grand Marnier kann in die charakteristischen Flaschen gefüllt werden.

Patrick Raguenaud im Fass-Reifelager
Patrick Raguenaud im Fass-Reifelager

Foto beigestellt

Patrick Raguenaud im Interview

Der Master-Blender verfügt über jahrzehntelange Erfahrung und einen entsprechend feinen Geschmackssinn, um die gleichbleibend hohe Qualität von Grand Marnier gewährleisten zu können. Seine Familie arbeitet seit Generationen im Cognac-Business und er selbst ist seit seiner frühesten Kindheit mit dem edlen französischen Weinbrand konfrontiert. Aber nicht nur von seiner Expertise her ist Raguenaud die Idealbesetzung für diesen Job, auch seine elegante Erscheinung sowie seine charismatische Persönlichkeit machen ihn zum idealen Vertreter für Grand Marnier.

Falstaff: Welcher ist der traditionellste Drink mit Grand Marnier?

Raguenaud: Das kommt ganz darauf an, wen sie danach fragen. Am meisten Grand Marnier wird in den USA getrunken. Die US-Amerikaner lieben ebenso wie die Kanadier den Grand Margarita (Zum Rezept). Kanada ist der zweit-wichtigste Markt für Grand Marnier. An dritter Stelle folgt Frankreich, wo Grand Marnier einerseits verbreitet für die Zubereitung von Crêpe Suzette verwendet wird und andererseits gerne mit Tonic getrunken wird (Siehe Rezept Grand Tonic). Auch der »Grand Collins« (Anm.: eine Variante des Tom Collins) ist in Frankreich sehr beliebt (zum Rezept).

Und welcher ist Ihr persönlicher Lieblingsdrink mit Grand Marnier?

Als Longdrink mit Tonic Water und als Cocktail der Grand Margarita.

Gibt es ein stimmiges Food-Pairing mit Grand Marnier, das Sie uns empfehlen können?

Es gibt verschiedene Cuvées, die sich besser kombinieren lassen, als der klassische Grand Marnier. (Anm.: Grand Marnier Louis Alexandre, Grand Marnier Cuvée Centenaire, Grand Marnier Cuvée Cent-Cinquantenaire, Grand Marnier Cuvée Quintessence). Eine sehr stimmige Kombination ist beispielsweise der Quintessence mit Schokolade.

Welche Zielgruppe sprechen Sie derzeit an?

Unsere neue Kampagne richtet sich an ein jüngeres Publikum – 30- bis 40-Jährige, die sich mit Grand Marnier belohnen wollen. Sie trinken beispielsweise einen Grand Tonic als Upgrade zum Gin Tonic.

Woher kommen die Bitterorangen für den Grand Marnier?

Früher stammten sie ausschließlich aus Haiti. Zur Geburtsstunde von Grand Marnier im ausgehenden 19. Jahrhundert waren Orangen abolute Luxusprodukte. Heute haben wir verschiedene Quellen in der Karibik, um beste Qualität zu bekommen.

Macht es Sinn, eine Flasche Grand Marnier zuhause noch weiter reifen zu lassen?

Nein, wir haben es mit fertigen und gut ausgereiften Produkten zu tun. Man kann aber Grand Marnier lange aufheben, weil er sehr stabil ist. 

Grand Marnier ist eine sehr traditionelle Marke. Was können wir uns von der Zukunft erwarten?

Grand Marnier wird weiter erfolgreich sein und sich in Bars noch stärker etablieren. Hier arbeiten sehr gute Leute, die immer mehr auf Qualität setzen. Ich sehe eine sehr gute Zukunft, nicht bloß was die Menge betrifft, sondern vor allem was die Reputation von Grand Marnier betrifft.

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