Monteverro – Topweine dank lebendiger Böden

© Leif Carlsson for Monteverro

© Leif Carlsson for Monteverro

Monteverro liegt am Fuß des mittelalterlichen Städtchens Capalbio am südlichen Ende der Toskana, in der Maremma. Das Weingut erstreckt sich über rund 60 Hektar auf drei Hügel, die von 30 auf bis zu 80 Meter über dem Meeresspiegel ansteigen. Das Tyrrhenische Meer ist von den Weinbergen sichtbar – es liegt nur fünf Kilometer entfernt und sorgt über das Jahr für eine ständige Brise. Im Westen zeichnet sich am Horizont die beeindruckende Silhouette des Monte Argentario ab. Die unmittelbare Küstennähe und die besonderen Hanglagen auf steinigem, roten Tonboden zeichnen das Weingut desweiteren aus.

Seit seinen Anfängen folgt Monteverro den Bio-Richtlinien. Im Jahr 2016 wurde dieser ideale Weg ebenfalls formalisiert. Der Prozess der Bio-Zertifizierung endet offiziell im Jahr 2019. Das Weingut ist um ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen Boden und Rebe bemüht. Ausgangspunkt für alle Arbeit im Weingut ist der Boden mit seinen besonderen Merkmalen, mit seiner Fauna und Flora, die ihn charakterisieren und Ausdruck seiner Vitalität sind.

Monteverro

© Leif Carlsson for Monteverro

»Schon seit mehreren Jahren investiert Monteverro Zeit und Geld in die Erforschung des Weinbergs und arbeitet hierbei mit einigen renommierten italienischen Universitäten zusammen«, erklärt Matthieu Taunay, Önologe des Weinguts. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Kenntnis diverser Parameter zu vertiefen: Wie reagiert die Rebe bei Trockenheitsstress? Welche nützlichen Insekten sind vorhanden? Wie können die schädlichen Insekten überwacht und kontrolliert werden? Welche Wirkung haben neue natürliche Pflanzenschutzmittel? Seit zwei Jahren erforscht Monteverro gemeinsam mit der Stiftung Edmund Mach (San Michele all’Adige), die im Weinberg vorhandene Biodiversität. »Wir wollen diese im Hinblick auf eine noch bessere Bodenbeschaffenheit weiter stärken«, erklärt Taunay.

Eine Sisyphusarbeit, die mit der Analyse des ›sichtbaren‹ Teils des Weinbergs, den zwischen den Rebzeilen wachsenden Pflanzen, beginnt. »Wir haben die gesamte vorhandene Flora – natürlicher Grasbewuchs und Gründüngung – bestimmt und katalogisiert«, erläutert Taunay. Dank dieser Bioindikatoren ist es möglich, die Struktur, die Zusammensetzung und die Diversität der Böden besser zu kennen. Aber damit ist nur ein Teil der Arbeit erledigt. Neben dem sichtbaren Teil gibt es auch den »unsichtbaren«, welcher aus dem biologischen Leben im Boden selbst besteht.

Monteverro

© Leif Carlsson for Monteverro

Simone Salamone, der in enger Abstimmung mit Matthieu Taunay arbeitende Agronom führt weiter aus: »Um diesen zu analysieren, wurde der QBS-ar Indikator [Biological Soil Quality, dt. Biologische Qualität des Bodens]; auch Arthropoden genannt, zu Hilfe genommen. Hierfür werden alle im Boden vorhandenen Gruppen von Mikroarthopoden analysiert, sprich Insekten, Spinnentiere, Tausendfüßer, Krustentiere.« Die Grundlage dieser Kennziffer ist das Konzept der biologischen Form: Sie zeigt den Grad der anatomischen Anpassung eines Organismus an das Leben im Boden an. Wenn das Ökosystem Boden nicht durch Aktivitäten des Menschen gestört wird, gibt es viele Gruppen, die sich besonders stark an das Leben in dieser Umgebung angepasst haben. Wenn der Boden dagegen gestört wird, und unter den Einflüssen leidet, haben die am stärksten an den Boden angepassten Gruppen die Tendenz zu verschwinden und es bleiben nur die weniger angepassten übrig.

»Das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein stark angepasster Organismen ist somit ein guter Indikator wir stark der Boden in seiner Unversehrtheit gestört wurde – und damit seiner Vitalität«, so Salomone weiter. Diese Parameter wurden herangezogen und bei zehn Parzellen auf dem Monteverro Weingut analysiert. »Zwei Parzellen haben eine QBS-ar Kennziffer, die dem eines Waldbodens entspricht, also ein sehr lebendiger Boden«, erläutert wiederum Taunay. Es handelt sich also um ein absolut außergewöhnliches Ergebnis für bewirtschaftete Böden und stellt einen Beweis für ein wirklich starkes biologisches Geleichgewicht dar. 

»In unserer Erde wurden Gruppen von Organismen ermittelt, die nur selten auf landwirtschaftlich bewirtschaftete Flächen vorzufinden sind«, unterstreicht Taunay, »von hunderten Weinbergen, die von der Universität analysierte wurden, gehören jene von Monteverro zu den vitalsten«.

Das sind durchaus ermutigende Ergebnisse, welche die Anstrengungen im Weinberg belohnen. »Diese Studien werden im Laufe von mehreren Jahren regelmäßig wiederholt, bis sie schließlich bestätigt werden«, erklärt Taunay. So wird überprüft, ob die Ergebnisse nicht nur ein Zufall waren.

Kurz: Um einen großen Wein zu erzeugen, bedarf es vieler kleiner Schritte. Auf Monteverro ist man auf dem richtigen Weg!

www.monteverro.com

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